Film der Woche: Besser geht es nicht

„Unser Leben“ ist eine spektakuläre Dokumentation, die grandiose Landschaftsaufnahmen und einzigartige Makroaufnahmen zu einem großen Kinoereignis vereint. Unser Film der Woche:

Seit vielen Jahren arbeiten die Dokumentarfilmer Martha Holmes und Michael Gunton erfolgreich für BBC Earth, das renommierteste Produktionsstudio für Naturdokumentationen (aus diesem Stall stammt auch der Film „Unsere Erde“). Für ihre spektakuläre Dokumentation „Unser Leben“ schickten sie 35 Teams in die ganze Welt, die sich zum Teil monatelang auf die Lauer legten, um mit Spezialkameras sensationelle Bilder einzufangen: grandiose Landschaftspanoramen ebenso wie einzigartige Makro-Aufnahmen, mal in extremem Zeitraffer, mal in Superzeitlupe.

Im Schneideraum wurde die Fülle des brillanten Materials in eine kinogerechte dramaturgische Abfolge gebracht, die eine ganze Lebensspanne umfasst – vom Aufwachsen unter dem elterlichen Schutzmantel über die Partnersuche bis zum Großziehen der eigenen Kinder. Ein Höhepunkt jagt den anderen, unterstützt durch die erfreulich dezente und geschmackvolle Musik von George Fenton. Dabei liegt der Schwerpunkt des Films auf den außergewöhnlichen Strategien, die manche Tierarten zum Überleben entwickelt haben.

So erleben wir etwa, wie es den Kapuzineräffchen mittels einer ausgefeilten Technik gelingt, steinharte Palmnüsse zu knacken. Ein fingernagelgroßer Erdbeerfrosch trägt vor unseren Augen seine Kaulquappen gigantische Baumstämme hinauf, um sie in den Wasserspeichern der in den Wipfeln wachsenden Bromelien zu füttern und zu hegen. Blutjunge Steingeißen retten sich im Gebirge mit akrobatischen Kletterkünsten vor hungrigen Füchsen. Ein Lämmergeier lässt Aasknochen aus himmlischen Höhen auf Felsen fallen, bis sie zerspringen, sodass er an das Knochenmark herankommt. Und eine Jesus-Christus-Echse macht auf der Flucht vor Feinden ihrem Namen alle Ehre: Sie läuft übers Wasser, ohne unterzugehen.

Auch bei der heiklen Frage des Kommentars haben die Macher nicht danebengegriffen. Bekanntlich werden in manchen Naturfilmen die Tiere auf peinliche Weise verniedlicht und vermenschlicht; andere Dokumentationen nerven mit pseudopoetischem Geschwafel; wieder andere verzichten völlig auf Erläuterungen, sodass man sich als Zuschauer allein gelassen fühlt mit seinen Fragen: Wo befinden wir uns gerade? Was sind das für Viecher? Was treiben die da? Die Kommentare von „Unser Leben“ (im Original gesprochen von Daniel Craig, in der deutschen Version von dessen Synchronsprecher Dietmar Wunder) sind hingegen lehrreich und knackig – sie bringen das Wesentliche perfekt auf den Punkt. Besser geht’s nicht! (In München: Mathäser, Cinemaxx, Royal, Universum, Cinema OV.)

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