Clip nach Shitstorm verändert

EM-Spot: ZDF bügelt Sexismus-Panne aus

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Ein bügelnder Mann mit nacktem Oberkörper ist neu in dem ZDF-Werbespot für die Frauenfußball-EM.

Mainz - Wegen der großen Empörung über seinen Werbespot zur Frauenfußball-EM hat das ZDF den Clip verändert: Von einer kleinen Einfügung erhofft sich der Sender eine große Wirkung. 

Es war doch nur lustig gemeint: Wie berichtet hat ein Werbespot, der auf die Übertragung der Spiele der Frauenfußball-EM aufmerksam machen soll, auf den sozialen Netzwerken Spott und Häme ausgelöst. In dem etwa 20 Sekunden langen Film versenkt eine Frau im Dress der Nationalelf einen verschmutzten Ball mit großem Geschick in die Trommel einer Waschmaschine einer Waschküche. Während die Spielerin auf der Maschine sitzt, wird der Ball gewaschen. 

Sehen Sie hier den alten Werbespot

Das Spiel mit dem Rollen-Klischee fanden viele gar nicht witzig, ein digitaler Aufschrei erklang, der wie ein Nachtrag auf die kürzlich heftig ausgetragene Chauvinismus-Debatte wirkte. Auf die für ihn ungewohnte Welle der Kritik hat der Mainzer Sender jetzt reagiert.

Der neue Trailer beginnt ganz genau so wie der alte, doch nachdem die Spielerin den Ball erfolgreich in der Trommel der Waschmaschine versenkt hat, ist ein Mann mit nacktem, muskulösem Oberkörper zu sehen. Er bügelt gerade sein eigenes National-Trikot und zollt der Dribbel-Künstlerin mit einem nach oben gestreckten Daumen für ihren Volltreffer Respekt. Die Frau stellt darauf wie im Ursprungsclip den Waschgang ein, der Mann bügelt sein Dress weiter. 

Sehen Sie hier den neuen Werbespot

"Wir haben natürlich die Diskussion im Netz und in einigen Medien verfolgt", erklärte ein ZDF-Sprecher dem Medien-Portal Werben & Verkaufen (WUV). "Die Kritik nehmen wir ernst und haben deshalb eine Szene nachgedreht und in den Spot eingefügt. Wir glauben, dass so sehr viel deutlicher erkennbar ist, dass hier wirklich nur augenzwinkernd mit einem alten Rollenklischee gespielt wird."

Wie dieser kleine, aber sehr kreative Einfall bei den Zuschauern ankommt, wird sich spätestens im Viertelfinale zeigen - falls die deutschen Damen soweit kommen. Das dritte Gruppenspiel am Mittwoch um 18 Uhr gegen Norwegen überträgt nämlich die ARD.

hn

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