Auslandssender

Deutsche Welle krempelt Angebot um

Bonn - Die Deutsche Welle steht vor einem umfangreichen Umbau. Der deutsche Auslandssender gab am Montag die Details dazu bekannt.

Wie der deutsche Auslandssender am Montag in Bonn bekanntgab, sollen die Angebote in englischer Sprache künftig das „journalistische Flaggschiff“ des Senders bilden. Zugleich trat Sprecher Johannes Hoffmann Berichten vom Wochenende entgegen, die von einem Kahlschlag gesprochen hatten. Der Ausbau der englischsprachigen Formate solle vielmehr durch „interne Umschichtungen“ ermöglicht werden, so Hoffmann.

Ganz einstellen wird die Deutsche Welle demnach ihre Programme auf Bengalisch und „Portugiesisch für Afrika“. Zurückfahren wollen die Verantwortlichen zudem die Angebote unter anderem auf Albanisch, Kroatisch, Hindi, Urdu, Indonesisch und Französisch. Für den deutschen Fernsehkanal sehen die Pläne ein Mehr an Nachrichten sowie eine deutlich intensivere Kooperation mit ARD und ZDF vor. Dadurch ließe sich zugleich der Aufwand für eigenproduzierte Sendungen reduzieren, hieß es.

Entfallen werden den Angaben zufolge acht TV-Magazinsendungen, die bislang außer auf Deutsch auch auf Englisch, Spanisch und Arabisch produziert wurden. Über 20 dieser Magazine werden beibehalten, darunter auch das zusammen mit der evangelischen und katholischen Rundfunkarbeit verantwortete „Glaubenssachen“. Stärken wollen die Macher ihr Engagement bei den Deutschkursen sowie bei dem deutschsprachigen Online-Auftritt. Generell soll der Internetauftritt der Deutschen Welle intensiver als Forum für Kommentare und Meinungen etabliert werden; für Europa ist zudem ein neues politisches TV-Europa-Magazin in der Planung.

Zu der Frage, ob es im Zuge des Umbaus zu Entlassungen kommt, machte der Sender unter Verweis auf die noch ungeklärte Höhe der Zuschüsse des Bundes keine Angaben. Für den englischsprachigen Bereich sei jedoch ein „Personalaufwuchs“ zu erwarten. Der seit Oktober amtierende Intendant Peter Limbourg kündigte an, mit den Maßnahmen bereits im Laufe des Jahres zu beginnen, sofern der Rundfunkrat seine Zustimmung erteile.

Die Deutsche Welle wird aus Steuermitteln finanziert; der Etat beträgt derzeit rund 270 Millionen Euro im Jahr. Für den Sender und seine Angebote in 30 Sprachen arbeiten in der Zentrale Bonn und am Standort Berlin rund 1.500 feste und ebenso viele freie Mitarbeiter aus 60 Ländern.

KNA

Rubriklistenbild: © dpa

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