Kinder surfen viel im Netz

Tipps, um Gefahren im Internet zu meiden

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Kinder spielen, surfen oder chatten sehr gerne im Internet an Laptops oder Tablets. Zusammen mit ihren Eltern sollen sie Regeln lernen, um Gefahren zu erkennen.

Region Rhein-Main - Das Internet bietet Kindern jede Menge Möglichkeiten, die Welt zu entdecken. Jedoch lauern dort einigeGefahren. Auf was Eltern achten sollten, erklärt Medien-Expertin Angelika Beranek . Von Silke Gottaut

Anstatt sich einen Ball zu schnappen und draußen im Hof Fußball zu spielen oder mit Kreide zu malen, sitzen viele Kinder und Jugendliche heutzutage lieber vor dem Laptop, Tablet oder Smartphone. Sie spielen Spiele, surfen im Internet oder chatten mit Freunden. Sie entdecken mit den digitalen Technologien die Welt. Und sie kommen damit bestens zurecht – besser als Erwachsene. Doch grade sie müssen sich mit dem intensiven Medienkonsum ihrer Kleinen auseinandersetzen, denn im Internet lauern viele Gefahren.

Kinder verstehen nicht, was sie tun

Kinder bewegen sich recht schnell im Netz, so dass man als Erwachsener den Eindruck hat, dass sie sich sehr gut damit auskennen. „Dieser Eindruck täuscht,“ sagt Angelika Beranek vom Netzwerk Medienpädagogik Rhein-Main. „Oft können Kinder digitale Geräte schnell und intuitiv benutzen – sie verstehen jedoch nicht was sie da eigentlich tun. Je nach Alter nutzen sie es zur Unterhaltung und/oder zur Kommunikation mit ihren Freunden.“

Die Kleinen sollte man immer im Internet begleiten

Angelika Beranek

Kinder sind ganz unterschiedlich in ihrer Entwicklung. „Man sollte sie eigentlich immer begleiten und nur die Intensität der Betreuung langsam verringern.“ Sprich: Am Anfang sich zusammen mit ihnen hinsetzen und einzelne Internetseiten erkunden. Wenn sie diese kennen, können sie auf diesen Seiten alleine surfen. Verlassen sie den bekannten Surfraum, sollte man sie wieder begleiten. „Am Wichtigsten ist es in Kontakt miteinander zu bleiben ohne sie zu sehr zu überwachen. Vor allem wenn die Kinder älter werden – so ab zehn Jahren – fühlen sie sich schnell kontrolliert und zu unrecht überwacht.“ Dann können die Zügel langsam gelockert werden, jedoch muss viel über die Mediennutzung kommuniziert und ihnen gute, ungefährliche Seiten gezeigt werden.

Medien müssen eine von vielen Beschäftigungen sein

Wie viel Zeit die Kinder im Internet verbringen dürfen, ist nicht mit einer konkreten Zeitangabe zu sagen. „Es kommt sehr darauf an, was die Kinder im Netz machen. Tauschen sie sich aus, werden sie kreativ tätig oder spielen sie. All das ist unterschiedlich zu bewerten. Wichtig ist es, dass sie einen Ausgleich haben und Medien eine von vielen Alltagsbeschäftigungen sind“, betont die Medien-Expertin.

Murmeln als zeitliches Limit

Ein gutes Beispiel zur Internetnutzung hat Beranek: Bei den Kleinen kann man sehr gut eine Wochenbildschirmzeit vereinbaren. Diese kann beispielsweise durch Murmeln sichtbar gemacht werden. Eine Murmel entspricht einer Viertel- oder Halbenstunde und man wirft sie von einem Glas ins andere, wenn man sie verbraucht hat. So hat man eine optische Rückmeldung über die ganze Woche. Tägliche Mediennutzungszeiten hingegen zwingen die Kinder eher die Zeit sofort zu nutzen. Und so erfahren die Medien eine Rolle im Alltag der Kinder, die sie eigentlich gar nicht haben.

Niemals die Adresse angeben

Kinder sollten nie ihre Adresse irgendwo eingeben, ohne die Eltern zu fragen. Außerdem sollten sie bei Downloads immer erst einen Erwachsenen zu Rate ziehen.

Erlaubte Kinderseiten

Je nach Alter gibt es erlaubte Kinderseiten. Diese sind zum Beispiel unter www.klick-tipps.net zu finden. Tipp von der Expertin: Eine eigene Startseite für Kinder einrichten. Dies geht einfach und mit Hilfe unter desktop.meine-startseite.de.

Kein Computerverbot aussprechen

Gefahren lauern immer da, wo tieferliegendes Verständnis für Vorgänge vorliegen. „Aber man kann viele Gefahren minimieren, indem den Kindern das Gefühl gegeben wird, dass sie sich jederzeit an einen wenden können, wenn ihnen etwas komisch vorkommt“, sagt Beranek. Ein Tipp für Eltern: Die Konsequenz sollte nie sein, dass der Computer den Kindern weggenommen wird.

Die zehn Internet-Regeln

Es gibt zehn goldene Internet-Regeln, die sehr wichtig sind. Diese sollten Eltern zusammen mit ihrem Kind durchgehen. Anschließend bekräftigt das Kind mit seiner Unterschrift, dass es eigenverantwortlich handelt und über verschiedenste Risiken im Internet informiert wurde. Denn der Bundesgerichtshof fällte dazu ein klares Grundsatzurteil, welches die Erziehungsberechtigten vor eventuellen Folgen unbedachten Handelns des Kindes schützt.

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