Kelkheimerin klagt, Millionen Menschen profitieren

Kelkheim – Sie fühlte sich von ihrer Vermieterin ungerecht behandelt und klagte sich bis zum Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Dort entschieden die Richter am Mittwoch zugungsten einer Kelkheimerin, die 3000 Euro Heizkosten nachzahlen sollte und dabei Kosten leerstehender Wohnungen auf sich abgewälzt sah.

Die Richter kritisierten das Vorgehen der Vermieterin (Az. VIII ZR 156/11). Die muss jetzt beim Frankfurter Landgericht eine genaue Abrechnung für den tatsächlichen Verbrauch der erfolgreichen Klägerin vorlegen.

Jost Hemming, Geschäftsführer des Landesverbandes Hessen vom Deutschen Mieterbund, gibt Mietern einige Tipps. So lassen sich jetzt noch die Jahresabrechnungen der Heizungskosten aus den vergangenen drei Jahren kontrollieren und gegebenenfalls beanstanden. „Erst danach beginnt die Verjährung,“ sagt Hemming.

Ob eine Abrechnung falsch ist, kann durch Einsicht der Abrechnungsbelege beim Vermieter festgestellt werden. Wenn der Abrechnungszeitraum nicht ein Kalenderjahr umfasst, sondern auch noch in das jeweilige Vorjahr hinein reicht, sollte der Mieter genauer hinschauen. Bei der Überprüfung helfen auch die örtlichen Mieterbünde. Allerdings: Wer sich beraten lassen möchte, muss Mitglied sein.

Sollte sich ein Vermieter „hartnäckig weigern“, die entsprechenden Belege herauszurücken, „hilft nur der Gang zum Gericht“, sagt Jost Hemming. jule

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