Kathrin Mangelsdorf behandelt in ihrer Praxis viele Kinder

Angst vorm Zahnarzt muss nicht sein

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Sonnenbrille auf, Zahnsonne an: Die Neu-Isenburger Zahnärztin Kathrin Mangelsdorf erklärt in ihrer Praxis den Kinder des Kindergartens „Zum Heiligen Kreuz“, für was die OP-Leuchte gebraucht wird.

Region Rhein-Main - Viele kennen sie: Die Angst vorm Zahnarzt. Niemand liegt gerne mit weit aufgerissenem Mund auf einem Stuhl. Wie die Angst mit der Zahnsonne und dem Schlürfi erst gar nicht auftritt, erklärt Zahnärztin Kathrin Mangelsdorf. Von Silke Gottaut

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Schlaflose Nächte, Bauchschmerzen und schwitzige Hände – der anstehende Zahnarzttermin bringt Millionen von Menschen aus der Ruhe. Für viele bedeutet das Ausgeliefertsein auf dem Zahnarztstuhl und die quietschenden Geräusche Angst. Diese Angst versucht die Neu-Isenburger Zahnärztin Kathrin Mangelsdorf erst gar nicht auftreten zu lassen oder zu mildern.

Sie fängt damit schon bei den Kleinsten an, denn sie ist Patenschaftszahnärztin des Kindergarten „Zum Heiligen Kreuz“ in Neu-Isenburg und lädt die Kinder regelmäßig in die Praxis „Koschdon & Zähne“ ein. Ihr Tätigschwerpunkt: Kinder- und Jugend-Behandlung. „Kinderbehandlung und die Betreuung des Kindergartens sind eine Herzensangelegenheit von mir“, sagt Mangelsdorf: „Leider haben einige sehr zerstörte Milchzähne und das muss nicht sein.“ Kindern kann man viel Schmerz und Angst vor dem Zahnarzt ersparen. Und dies schafft die 35-Jährige mit ein paar kindlichen Begriffen.

Behandlung auf kindliche Art und Weise erklären

Der böse, große Stuhl, das blendende Licht und die fiesen Geräusche machenden „Werkzeuge“, die der Zahnarzt benutzt, machen einem Angst. Aber warum eigentlich? Die Kinder des Kindergartens „Zum Heiligen Kreuz“ kommen gerne zu Frau Mangelsdorf. „Der Stuhl ist so gemütlich wie ein Bett“, sagt ein Vier-Jähriger und ein Mädchen findet die Sonnenbrillen total cool, die sie aufgesetzt haben, damit die Zahnsonne nicht so blendet.

Angst haben die Kleinen nicht, denn Mangelsdorf erklärt ihnen den Ablauf so: Zur Behandlung gehört der Zahnfahrstuhl (Behandlungsstuhl), der in die Behandlungsposition gefahren werden kann, der Zahnsonne, die den Mund ausleuchtet (OP-Leuchte), der Zahndusche und dem Zahnfön (Luft-Wasser-Pistole), mit der das Behandlungsareal, also zum Beispiel ein Zahn, trocken gehalten und gereinigt wird, dem großen und kleinen Schlürfi oder Ministaubsauger (großer und kleiner Sauger) zum Trockenhalten des Mundes, sowie die elektrische Kitzelbürste (Winkelstück zur Beseitung der Karies am Zahn).

Angst reduzieren, indem man dem Zahnarzt vertraut

Das Wichtigste ist in erster Linie, den Zahnarzt des Vertrauens zu finden, bei dem man sich wohl und gut aufgehoben fühlt, erklärt Mangelsdorf. Klingt banal, ist aber essentiell. Dabei sollte man sich ruhig auf das Bauchgefühl verlassen. Häufig entscheiden die ersten Sekunden, ob die Chemie zwischen dem Patienten und dem Arzt stimmt. Kinder entscheiden dies ganz intuitiv, sie haben ganz feine Fühler. Nur wenn man das Vertrauen des kleinen Patienten gewinnen konnte, ist eine Behandlung möglich.

Tipps gegen die Angst

„Pauschale Tipps kann man schlecht geben, da dies sehr individuell ist. Manche Patienten möchten detailliert über den Behandlungsablauf aufgeklärt werden, andere möchten lieber währenddessen Musikhören oder Fernsehen.“ Die schönsten Momente für Mangelsdorf sind, wenn sie es geschafft hat, die Behandlungsangst zu eliminieren und ein freundschaftliches Patienten-Behandler-Verhältnis herzustellen. Viele kommen dann regelrecht gerne, was sie vorher nie für möglich gehalten haben. „Das sind für mich die Momente, die mich in meiner Berufswahl bestätigen.“

Zahnarztbesuche sind von klein auf wichtig

Die ersten Erfahrungen von Kindern beim Zahnarzt sind äußerst wichtig: Sie können die Einstellung der Kinder zum Zahnarztbesuch, aber auch zur Zahnpflege und Zahnmedizin bis ins Erwachsenenalter hinein prägen. Für Eltern ist eine vertrauensvolle Behandlung ihrer Kinder ebenfalls von Bedeutung. „Wir haben unsere Behandlungsmethoden sowie die Behandlung in der Praxis so gestaltet, dass der Zahnarztbesuch bei uns für Kinder angstfrei abläuft und unsere kleinen Patienten von Anfang an ein gutes Gefühl mit dem Zahnarztbesuch verbinden“, so Mangelsdorf. Daher ist es wichtig, so früh wie möglich, also am besten ab dem ersten Zahn, mit den Kindern zum Zahnarzt zu gehen und nicht erst, wenn die ersten Löcher oder Schmerzen da sind.

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