Barbara ist die schönste Werbung für Mathe

Sie ist nicht nur schön, sondern hat auch Grips: Das Model Barbara Meier ist der Beweis dafür, dass ein Mathematik-Studium nicht nur etwas für Männer ist.

Frauen sind im Mathe-Studium in der Minderheit 

2009 waren nur 40 Prozent der Absolventen weiblich. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Damit sieht es in Mathe aber noch deutlich besser aus als in den Ingenieurswissenschaften. Dort machen die Frauen unter den Absolventen nur ein Fünftel (22,6 Prozent) aus.

Der Lernaufwand im Studium ist enorm. Dafür sind die Jobaussichten rosig. Seit ihrer Kindheit ist Barbara Meier fasziniert von der Mathematik - der “reinsten Art des Denkens“. Das schreibt die Gewinnerin der Casting-Show “Germanys Next Topmodel“ von 2007 auf ihrer Homepage. Wollte sie ihre Karriere als Model beenden: Ihre Jobaussichten als Mathematikerin wären ausgezeichnet. Denn Mathematiker sind gesucht, wie alle Absolventen in den MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Doch für das harte Studium sollte sich nur entscheiden, wer logisch denken kann und kreativ ist. Gute Voraussetzungen haben diejenigen, die schon in der Schule viel Spaß an dem Fach hatten.

"Mathematik ist nicht gleich Rechnen"

“Schülern, die gerade mit einer Vier durch Mathematik kommen, würde ich das nicht empfehlen“, sagt Rainer Brück, Studienberater und Mathematikprofessor an der Technischen Universität Dortmund. Ein Mathe-Leistungskurs ist aber nicht Pflicht. Bewerber sollten eher logisches und strukturelles Denken, Abstraktionsvermögen und Kreativität mitbringen. “Mathematik ist nicht gleich Rechnen. Das Wesen der Mathematik ist Abstraktion“, sagt Brück. Er gibt ein Beispiel aus der Praxis: Wenn zwei Ingenieure mit zwei unterschiedlichen Problemen zu einem Mathematiker kommen, stellt der unter Umständen fest, dass es mathematisch gesehen das gleiche Problem ist.

Von dem Vorurteil, wie schwer das Studium ist, sollte sich kein Schüler abschrecken lassen. “So schlimm ist das gar nicht“, sagt Brück. Allerdings müssten die Studenten bereit sein, viel Zeit und Energie zu investieren. Und sie sollten eine gewisse Frustrationstoleranz haben. Es kommt schon mal vor, dass sie mehrere Stunden lang über einer Aufgabe brüten und sie trotzdem nicht lösen können. “Wer ein lockeres Studentenleben haben will, dem rate ich von dem Studiengang ab“, sagt der Experte. Bewerber sollten eine 40- bis 50-Stunden-Woche einrechnen. Ob das Mathe-Studium das Richtige ist, wird den Anfängern meist schnell klar. “Der größte Schwund ist im ersten Semester“, sagt Brück. Es gebe zwar immer mal wieder Spätzünder. Doch wer schon im ersten Semester kaum ein Modul besteht, der sollte das Studium nicht fortsetzen.

Vielfältige Arbeitsmöglichkeiten

Im ersten Semester geht es vor allem um Dinge, die mancher noch aus der Oberstufe kennt: Differenzial- und Integralrechnung, Lineare Algebra und Analytische Geometrie stehen auf dem Stundenplan der Anfänger. “Es wird das, was man schon in der Schule hatte, gemacht und vertieft. Aber es wird auf einem wesentlich höheren Niveau weitergeführt, als man es in der Schule gelernt hat“, sagt der Mathematikprofessor. In den höheren Semestern wählen Studenten je nach Mathematik-Studiengang vertiefende Module in Algebra, Zahlentheorie, Geometrie, Numerik oder Optimierung. Das Mathematik-Studium unterscheidet sich rein äußerlich nicht von anderen Studiengängen. Die Studenten besuchen Vorlesungen und Seminare. In Studienprojekten wird zudem die Berufspraxis simuliert.

Neben der allgemeinen Mathematik gibt es spezialisierte Studiengänge wie Wirtschaftsmathematik oder Technomathematik. Die allgemeine Mathematik ist eher theoretisch, erklärt Ines Grosskopf, Referentin beim Nationalen Pakt für Frauen und Autorin der Broschüre “Ich werde Mathematikerin“. In der Technomathematik geht es praktischer zu. Diese Mathematiker entwickeln etwa für die Medizin passgenaue Kniegelenke am Computer.

Wirtschaftsmathematiker lösen laut Bundesagentur für Arbeit wiederum komplexe wirtschaftliche Probleme mit mathematischen Methoden. Es geht darum, betriebliche Abläufe wie etwa die Lagerung zu verbessern. Zum einen arbeiten Mathematiker später häufig als Lehrer oder an der Hochschule. Doch auch die Autoindustrie, die Luft- und Raumfahrtbranche und Unternehmensberatungen suchen Mathematiker. In den Unternehmen arbeiten Mathematiker eng mit Ingenieuren zusammen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare