Junges Blut dringend gesucht - Spender werden immer älter

Roßdorf/Frankfurt - Die Zahlen sind alarmierend. Experten haben jüngst vorgerechnet, dass es schon in wenigen Jahren zu einem immensen Mangel an Blutprodukten in der Patientenversorgung kommen kann. Einen Grund sieht Dr.

Markus Müller vom Blutspendedienst Hessen in der sinkenden Spendenbereitschaft, dem ein steigender Blutbedarf gegenüber steht. Müller fordert, dass die Blutspendetermine zu "lokalen Events" werden müssen.br /Zumindest in Roßdorf scheint die Blutspender-Welt noch in Ordnung zu sein. "Wir sind sehr zufrieden. Bei unserem jüngsten Blutspendetermin hatten wir wieder viele Erstspender", berichtet Holger Kaffenberger, Vorsitzender der DRK-Ortsvereinigung Roßdorf. Insgesamt kamen in dem rund 12.000 Einwohner zählenden Städtchen mehr als 200 Bürger zum Blutspenden. Die gute Resonanz führt Kaffenberger auch darauf zurück, dass das Deutsche Rote Kreuz in Roßdorf durch seine häufigen Sanitätsdienste bei Vereinsveranstaltungen gut im Gemeindeleben integriert ist. "Die Vereinsmitglieder kommen dann auch gerne zum Blutspenden", hat er beobachtet. Das sei dann schon ein kleines Event.br /So wie in Roßdorf würde es Dr. Markus Müller vom Blutspendedienst in Frankfurt gerne überall sehen. Am besten sollten ganze Gruppen oder Mannschaften geschlossen zum Blutspenden gehen. "Etwa 30 Prozent der Bevölkerung könnten Blutspenden, aber nur drei bis sieben Prozent machen es", rechnet Müller vor. Hinzu kommt, dass die regelmäßigen Blutspender immer älter werden, die Zahl der Erstspender aber weiter abnimmt. "Wir haben das gleiche Nachwuchsproblem wie die Vereine."br /Den größeren Blutbedarf erklärt Müller mit der gestiegenen Zahl an Operationen, und dass auch immer ältere Menschen unters Messer kommen. "Alte Menschen brauchen bei Operationen meist mehr Bluttransfusionen", sagt er. Es sind aber auch gerade Ältere, die regelmäßig Blutspenden gehen. Doch beim 69. Geburtstag ist derzeit Schluss. "Das ist statistisch begründet", erklärt Müller. Ab dem 60. Lebensjahr steige die Wahrscheinlichkeit an chronischen Krankheiten zu erkranken stark an. Es gebe aber genug über 68-Jährige, die noch Spenden könnten. Deshalb laufen derzeit Studien, um eventuell das Spenderalter heraufzusetzen. "Bisher konnten wir bei Notfällen immer auf genug Blutspenden zurückgreifen", sagt Müller: Aber in fünf bis zehn Jahren könnte es große Probleme geben."br /Alle Blutspendetermine der Region unter www.blutspende.de

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