Adé Internet-Steinzeit: Surfen auf der Funk-Welle

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Wolff Ehrhardt (links) und Ralph Leibundgut zeigen die kleine Antenne, mit der auch abgeschiedene Taunus-Gemeinden Anschluss ans schnelle Internet bekommen.

Eppstein – Als das Tal der Ahnungslosen wurde zu DDR-Zeiten das östliche Sachsen bezeichnet. Dort war der Empfang von Westfernsehen nicht möglich. Ahnungslos sind die Bewohner von Bremthal und Niederjosbach zwar nicht, aber bislang führten sie ein Internet-Hinterwäldler-Dasein. Von Norman Körtge

Ein Video ruckelfrei auf Youtube schauen oder größere Datenmengen schnell per E-Mail verschicken – was für die meisten Internetnutzer im Rhein-Main-Gebiet zum Alltag gehört, ist für etwa 3000 Haushalte in den Eppsteiner Ortsteilen Bremthal und Niederjosbach bislang eine Zukunftsvision gewesen. „Größtenteils sind sie von der Datenautobahn abgeklemmt“, beschreibt Erster Stadtrat Alexander Simon die Lage.

Das Netz der Telekom liefert nicht die hohen DSL-Geschwindigkeiten und Konkurrenten wie Unitymedia etwa haben in Niederjosbach überhaupt keine Kabel verlegt. Nicht gerade Werbung für Neubürger und Ansiedlung von Gewerbe. Von der Lebensqualität im Internetzeitalter ganz zu schweigen.

Funksignal aus Frankfurt kommt wie ein Lichtstrahl

Doch die Zeit, in der das Betrachten der Sanduhr auf dem Computer-Bildschirm zum Geduldsspiel wurde, hat ein Ende. Die technische Lösung hält die Bad Homburger Firma Funknetz-HG um Wolff Erhardt parat: Funk-DSL. Ein aus Frankfurt kommendes Funksignal wird an einer Antenne auf dem Kleinen Feldberg gebündelt und wie ein Lichtstrahl an eine bereits installierte Relais-Station in Bremthal geschickt. Von dort aus wird es verteilt. Zum Empfang des DSL-Signals muss lediglich eine kleine, weiße Antenne auf dem Dach montiert werden.

„Die Testphase ist abgeschlossen. Es funktioniert“, berichtet Ralph Leibundgut, der für die Funknetz-HG für Eppstein der Mann vor Ort ist. Sorgen wegen eventueller Strahlenbelastung muss sich niemand machen. „Wir senden mit 100 Milliwatt. Ein Mobilfunk-Mast strahlt bis zu 50 Watt ab“, erklärt Erhardt. Im benachbarten Hofheim funktioniert diese Technik bereits seit etwa zwei Jahren.

Mehr Infos zu Technik und Tarifen unter www.richtfunk-hg.deoder bei Ralph Leibundgut unter Telefon (06127) 918990.

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