Heute „skypt“ der Opa mit dem Enkel

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Marina Vater und Eckhard Dünnemann nehmen am Internetkurs teil und kennen sich mittlerweile aus im Netz.

Offenbach – „Früher hatte ich zwei große Taschen dabei und einen schweren Projektor, um Freunden meine Dias zu zeigen, heute passt das alles auf einen klitzekleinen Stick. Das ist unglaublich“, schwärmt der 75-jährige Eckhard Dünnemann. Der Offenbacher besucht bei der Volkshochschule einen Computerkurs und führt seitdem auch Gespräche mit seiner Nichte in den USA per Internet. Von Jennifer Dreher

Vhs-Kursleiterin Mechthild Schwedje bestätigt: „Immer mehr Senioren wollen wissen, wie Computer und Internet funktionieren.“ Sie bringt die nötige Geduld mit, um ganz grundlegende Dinge zu erklären. „Meiner Frau bin ich da zu langsam, aber Frau Schwedje nimmt sich viel Zeit, auch wenn ich mal etwas nicht gleich verstehe“, lobt Dünnemann seine Lehrerin. Und die versucht ganz anschaulich die Funktionsweisen des Computers zu erklären. Selbst, was ein Ordner ist, wissen viele Rentner nicht. Dabei hat der Ordner auf dem Computer viel mit dem im Regal gemeinsam. „In beide fügt man etwas ein und nimmt es heraus“, sagt Dünnemann.

Senioren verlieren Berührungsängste vor dem Internet

Er reist sehr gerne und will vor allem seine Bilder organisieren und teilen. Doch auch per E-Mail bleibt er in Kontakt mit Bekannten oder „skypt“ mittlerweile mit seiner Nichte mittels einer kleinen Kamera und dem Programm Skype. Dabei sehen und hören sich die Gesprächspartner über den Computer.

Vhs-Kursleiterin Mechthild Schwedje bringt älteren Menschen das Internet näher.

Das will auch Kurs-Kollegin Marina Vater bald nutzen. „Ich komme aus Russland und die Gespräche dorthin sind immer noch teuer. Das wäre eine gute Möglichkeit, mit Verwandten zu telefonieren.“ Sie macht den Kurs, weil ihr Sohn groß geworden ist und sie dadurch mehr Zeit hat. „Ich bin fast süchtig, am liebsten schreibe ich E-Mails“, sagt sie.

Soziale Netzwerke sind für Senioren hingegen kein Thema. „Da haben die meisten Berührungsängste, weil ihr Foto und Name öffentlich ist. Die meisten Senioren wollen ihre Privatsphäre schützen“, sagt Schwedje. Diese Skepsis überträgt sich aber nicht aufs Internet an sich. „Man muss sich damit beschäftigen, sonst habe ich Angst in der Zukunft nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können“, begründet Vater ihr Interesse am Internet.

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