Nur Gummis schützen wirkungsvoll

Offenbach - Aids hat den Schrecken früherer Jahre verloren. Dank neuer Medikamente ist die Infektion mit dem HI-Virus nicht mehr gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Aber diese gute Nachricht macht die Arbeit von Michael Lämmert und Günther Altmann von der Aids-Hilfe Offenbach nicht einfacher.

Bundesweit infizierten sich im vergangenen Jahr wieder 3.000 Menschen mit dem HI-Virus.

"Aids ist nach wie vor eine verdammt schwere chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist", macht Michael Lämmert klar. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen können enorm sein. Schnell kann dies in Arbeitslosigkeit und Armut führen. "Zirka 80 Prozent der Betroffenen klagen über Geldsorgen. Sie haben Verelendungsängste", ergänzt Lämmert.

Die Aufgabe der Aids-Hilfe ist es dann, für Stabilität im Leben der Betroffenen zu sorgen. Knapp 20 HIV-Infizierte unterstützt die Aidshilfe in Stadt und Kreis Offenbach in einem festen Betreuungsprogramm. Weitere 50 Personen würden in unregelmäßigen Abständen die Hilfe von Günther Altmann und seinen Kollegen wahrnehmen. Schätzungsweise 700 Menschen mit HIV leben in Stadt und Kreis Offenbach, im gesamten Rhein-Main-Gebiet sind es bis zu 5000. Rund zwei Drittel der Betroffenen sind Bi- oder Homosexuell, zirka 15 Prozent sind Drogen-Junkies.

"Die Aufklärungsarbeit ist differenzierter als früher geworden", sagt Lämmert. Migranten mit Sprachproblemen, Prostituierte aus Osteuropa und Einwanderer aus Afrika, die sich in ihren Herkunftsländern infiziert haben, müssen betreut und aufgeklärt werden. Nach wie vor gilt, dass Kondome der einzig sichere Schutz bei wechselnden Partnern sind.

Am Vorabend des Weltaidstages (1. Dezember), lädt die Aidshilfe Offenbach heute Abend um 18 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst in die Stadtkirche, Herrnstraße, ein. Weitere Informationen im Internet unter www.offenbach.aidshilfe.de. nkö

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