So giftig sind Pilze im Taunus

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Helmut Sandau mit einem ungiftigen Flockenstieligen Hexenröhrling.

Steinbach – Zu Dutzenden streifen sie derzeit durch die Wälder: Pilzsammler. Doch viele sind nicht vorsichtig genug. Es kommt immer wieder zu Vergiftungen. Helmut Sandau von den Pilzfreunden Südhessen Sulzbach erklärt, wo im Taunus einer der giftigsten Pilze Europas gefunden wurde. Von Julia Renner

Wann die Pilzsaison beginnt, ist vom Wetter abhängig. September und Oktober sind Pilzmonate, doch auch schon jetzt sind viele Sammler unterwegs. Seit 35 Jahren ist Helmut Sandau begeisterter Pilzsammler. Doch selbst er kennt nicht alle Arten. Denn: „Es gibt in Deutschland zwischen 3000 und 5000 Sorten.“

Als Anfänger mit einem Pilzbuch loszuziehen, hält der Experte für gefährlich. „Es gibt nämlich sehr viele giftige Pilze, die ungiftigen ähnlich sehen“, warnt der 73-jährige Steinbacher. Von den mehreren tausend Arten, die es gibt, sind rund 200 giftig und etwa zehn tödlich giftig. Im Steinbacher Wald hat Sandau selbst schon den Grünen Knollenblätterpilz und den Kegelhütigen Knollenblätterpilz gefunden – beide können schon beim Verzehr geringer Mengen zum Tod führen.

Gift erst nach 14 Tagen zu spüren

Aber auch in anderen Regionen im Taunus gibt es Giftpilze. „Ein befreundeter Sammler hat in Kronberg im Kastanienwald den Orangeroten Raukopf gefunden.“ Das ist einer der giftigsten Pilze Europas.

Wer einen Giftpilz gegessen hat, kann die Folgen bereits nach einer halben Stunde spüren – oder erst nach 14 Tagen, so wie beim Orangeroten Raukopf. Dann hilft nur eins: Sofort ins Krankenhaus und Pilzreste mitbringen. Helmut Sandau warnt deshalb davor, als Anfänger allein sammeln zu gehen.„Am besten einen Experten mitnehmen“, rät er.

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