Gift unterm Christbaum

Dieburg â?? In der Spielzeugabteilung des Kaufhauses Enders herrscht derzeit vorsichtige Geschenkestimmung. In den vergangenen Monaten hatten mehrere große Spielwarenhersteller, darunter Mattel, Produkte zurückrufen müssen. Alleine in Deutschland über eine Million.

Die billig in Asien hergestellte Ware hatte sich als hochgiftig, gerade für Kinder, erwiesen. Rita Ostner, Geschäftsführerin des Kaufhauses, sieht es gelassen. "Wir haben nichts zurückschicken müssen", sagt sie. Die Kunden seinen jedoch "vorsichtiger geworden beim Kauf, und kritischer". Fragen nach der Unbedenklichkeit des Spielzeugs müssen häufiger beantwortet werden als sonst. "Die Kundschaft schaut vermehrt auf Holzspielzeug, auf deutsche Hersteller", sagt Ostner. Das Angebot ihres Hauses besteht denn auch vorwiegend aus solchen Produkten. Die Hersteller der angebotenen Spielsachen produzieren hierzulande oder im Europäischen Ausland. "Die Standards sind entsprechend hoch." Einen prüfenden Blick auf die Verpackung hält auch Ute Klaus von der Verbraucherzentrale Hessen für eine gute Möglichkeit, Schrott von Hochwertigem zu unterscheiden. "In Deutschland und Europa hergestellte Produkte sind in der Regel teurer, aber eine gute Alternative", sagt die Expertin. Inzwischen kommen die meisten für den hiesigen Markt produzierten Spielzeuge aus Asien, etwa 70 bis 80 Prozent. Billiglöhne sorgen für billige Produkte. "Offensichtlich ist es in den Produktionsländern noch nicht angekommen, wie es hier mit den Gesundheitsstandards steht", sagt Klaus. Ein "Rundum-Sorglos-Paket" kann die Verbraucherzentrale in Sachen Spielzeugkauf allerdings nicht schnüren. Klaus: "Wenn Gesundheitsgefährdungen auftreten merkt man das erst, wenn das Produkt auf dem Markt ist." Eine Hilfestellung ist aber möglich. Zum Beispiel beim großen Gütesiegel-Dschungel. Beispiel: Das CE-Kennzeichen. Es prangt auf jedem Spielzeug, bedeutet aber nur die Aussage des Herstellers, sich an die EU-Vorschriften gehalten zu haben. "Wir nennen das Führerschein für Europa. Ohne den darf nichts auf den deutschen Markt", erklärt Klaus. Im Zweifel ist das Siegel allerdings wertlos, da es keine unabhängige Prüfung bescheinigt. Solche Gutachten kosten Geld. Geld, das die Hersteller nicht immer auszugeben bereit sind. Wenn doch, ist dafür etwa das GS-Zeichen erhältlich. Ein unabhängiges Labor prüft vorher die Unbedenklichkeit des Spielzeugs. Klaus rät auch, wenn möglich, die Verpackung zu öffnen und am Spielzeug zu riechen. Stinktâ??s nach Chemie â?? Hände weg. Und die Farbe sollte beim Anfassen nicht an den Händen kleben bleiben. fgSpielzeug in Kinderhänden muss frei von Giftstoffen sein. Den Kunden bleibt nichts anderes übrig, als abzuwägen. Einheitliche Qualitätssiegel gibt es nicht.  Foto: Pixelio

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