Gesundheitsschädliche Chemie

Weichmacher nehmen  wir übers Essen auf

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Ölhaltige Fertiggerichte und fette Soßen enthalten besonders viel Weichmacher.

Der Weichmacher DEHP ist schädlich für unsere Gesundheit. Vor allem übers Essen gelangt die Chemikalie in unseren Körper. Eine Studie zeigt nun, welche Lebensmittel besonders belastet sind.

DEHP ist die Abkürzung für Di(2-ethylhexyl)phthalat. Die Substanz gehört zu den am häufigsten verwendeten Weichmachern. Sie hält Kunststoffprodukte aus PVC geschmeidig. Die Chemikalie hat für Menschen eine schädigende Wirkungen auf die Fortpflanzungsorgane und kann dadurch die Fortpflanzungsfähigkeit und die Entwicklung des Kindes schon im Mutterleib beeinträchtigen.

Auch über Lebensmittel nehmen wir ständig geringe Mengen Weichmacher auf. Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) hat jetzt untersucht welche Lebensmittel DEHP enthalten.

Alle Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Fett, Getreide, Obst, Gemüse und Milch bzw. Milchprodukte können demnach mit der Chemikalie belastet sein.

Fetthaltige Würzsoßen wie Mayonnaise und ölhaltige Fertigprodukte wie Gemüse und Fisch aus Gläsern und ölhaltigen Konserven hatten aber, laut der Studie, wesentlich höhere DEHP-Werte, als lose unverarbeitete Ware. 

Der Grund: Lebensmittel können DEHP und andere Weichmacher insbesondere während der Verarbeitung oder aus ihrer Verpackung aufnehmen.

Daher wurde 2007 die Verwendung von DEHP als Weichmacher in Verpackungen fetthaltiger Lebensmittel verboten. Ab 2015 darf DEHP nach der EU-Chemikalienverordnung REACH in der EU nicht mehr ohne Zulassung für die Herstellung von Verbraucherprodukten verwendet werden.

Da der Stoff jedoch durch Importprodukte weiterhin eingeführt werden darf und in der Umwelt weit verbreitet ist, lässt sich nicht ausschließen, dass Spuren davon in Lebensmitteln vorkommen können.

Das BfR rät dazu, Speisen häufiger frisch zuzubereiten, wenig Fertigprodukte zu verwenden sowie Produktmarken öfter zu wecheln. Denn gleiche Lebensmittel können je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an DEHP enthalten.

Insgesamt hält das BfR jedoch die Aufnahmemenge bei fast allen Menschen gering. Und es bestünde daher in der Regel kein Gesundheitsrisiko.

Nur Kleinkinder können im ungünstigen Fall stärker belastet sein, da sie DEHP nicht nur über die Nahrung, sondern auch über den Hausstaub am Boden und über Gegenstände aufnehmen, die sie in den Mund stecken.

ml

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