So verdauen Sie die Festtage am besten

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Plätzchen, Marzipan, Gans oder Ente – die Schlemmerei zu Weihnachten strapaziert unsere Verdauung mehr als genug.

München - Plätzchen, Marzipan, Gans oder Ente – die Schlemmerei zu Weihnachten strapaziert unsere Verdauung mehr als genug. Magen, Darm, Leber und Galle müssen Schwerarbeit leisten.

Kein Wunder, dass da so mancher schlappmacht. Doch Gott sei dank gibt es in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern viele bewährte Hausmittel gegen die typischen Festtags-Beschwerden, die die Betroffenen sowohl zu sich nehmen als auch äußerlich anwenden können.

VÖLLEGEFÜHL

Nach Rotkraut, Grünkohl oder Rosenkohl klagen viele Menschen über Bauchkrämpfe und Blähungen. Grund: Schwer verdauliche Ballaststoffe bilden vermehrt Gase im Darm.

HAUSMITTEL ZUM EINNEHMEN: Anis-, Kümmel- oder Fencheltee enthalten krampflösende Substanzen.

HAUSMITTEL ÄUßERLICH: Mischen Sie etwas Kümmel mit Basilikumöl und wärmen Sie die Mixtur leicht an. Massieren Sie anschließend den Bauch langsam im Uhrzeigersinn.

SODBRENNEN

Nach üppigen und fettreichen Mahlzeiten können Mageninhalt und Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen. Grund dafür ist oft ein schwacher Schließmuskel am Eingang des Magens. Die Patienten klagen über berennende Schmerzen im Brustbereich und saures Aufstoßen.

Die besten Hausmittel um richtig zu verdauen

So verdauen Sie die Festtage am besten

HAUSMITTEL ZUM EINNEHMEN: Tausendgüldenkraut enthält Bitterstoffe, die die Verdauung im Magen und den Transport der Speisen fördern. Übergießen Sie einen Teelöffel zerkleinertes Kraut mit 150 Millilitern siedendem Wasser, lassen Sie es 15 Minuten ziehen und trinken Sie es nach dem Essen.

GALLENKOLIKEN

Fett belastet die Leber mindestens genauso stark wie Alkohol. Wer zu einer fettreichen Mahlzeit dann auch noch viel Alkohol trinkt, tut seiner Verdauung damit keinen Gefallen. Denn die Leber bildet dann weniger Galle zur Fettverdauung. Die Folge können Schmerzen im Oberbauch, Koliken, Übelkeit und Aufstoßen sein.

HAUSMITTEL ZUM EINNEHMEN: Pflanzen, die viele Bitterstoffe enthalten, regen den Fluss der Galle an. Die bekanntesten von ihnen sind Löwenzahn, Artischocken und Mariendistel. Diese Substanzen gibt es als Kapseln, Dragees oder Presssaft in Apotheken, Drogerien oder Reformhäusern.

HUSMITTEL ÄUßERLICH: Machen Sie sich einen heißen Bauchwickel, indem Sie ein Geschirrtuch in heißem Wasser tränken, auswringen und auf den Oberbauch legen. Bedecken Sie das Geschirrtuch zusätzlich mit einem Badetuch und halten Sie es mit einer Wärmflasche warm.

ÜBELKEIT

Üppige Mahlzeiten, zu viel Alkohol, aber auch überlagerte oder gar verdorbene Lebensmittel können den Magen zum Rebellieren bringen. Jetzt kommt es darauf an, die gereizte Magenschleimhaut wieder zu beruhigen.

HAUSMITTEL ZUM EINNEHMEN: Haferflocken enthalten Schleimstoffe, die die Magenschleimhaut schützen und überschüssige Säure binden.

Kochen Sie drei Esslöffel Haferflocken mit einer Messerspitze Salz und zwei Tassen Wasser auf. Danach fünf Minuten köcheln lassen und durchsieben.

HAUSMITTEL ÄUßERLICH: Die traditionelle chinesische Medizin kennt bestimmte Akupressurpunkte, um Übelkeit und Brechreiz zu stoppen. Der wichtigste dieser Punkte, die die Funktion der Verdauungsorgane fördern, liegt außen am Schienbein unterhalb der Kniescheibe. Drücken Sie diesen Punkt mit den Fingern etwa drei Minuten lang.

VERSTOPFUNG

Erst wenn der Stuhlgang länger als drei Tage ausbleibt, sprechen Mediziner von Verstopfung. Besonders oft sind Menschen betroffen, die fettreiche Mahlzeiten, aber nur wenig Ballaststoffe zu sich nehmen. Auch bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr (weniger als ein bis zwei Liter pro Tag) kann es zu Darmträgheit kommen.

HAUSMITTEL ZUM EINNEHMEN: Eingeweichte Backpflaumen wirken oft Wunder. Legen Sie am Abend drei bis fünf dieser Früchte in lauwarmes Wasser. Trinken Sie dann am Morgen nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen das Einweichwasser und essen Sie danach die Pflaumen.

Ebenfalls gut: Essen Sie jeden Morgen einen probiotischen Joghurt mit gesunden Bakterienstämmen, in den Sie vorher einen Teelöffel Flohsamen rühren. Diese Mischung wirkt nicht nur für die Verdauung wie ein Turbo, sondern stärkt auch Ihr Immunsystem.

HAUSMITTEL ÄUßERLICH: Bewegung ist das beste Mittel, um die Darmmuskulatur anzuregen. Dazu reicht oft schon ein ausgiebiger Spaziergang. Zusätzlich hilft diese Übung: Knien Sie auf allen Vieren. Machen Sie langsam einen Katzenbuckel und schauen Sie dabei nach unten. Lassen Sie dann den Bauch zum Boden hängen und schauen Sie nach oben. Wiederholen Sie diese Übung etwa zehnmal.

DURCHFALL

Auf fettreiches Essen, eiskalte Getränke, aber auch auf Stress, Bakterien und Viren reagiert der Darm schnell mit einem dünnen Stuhl.

HAUSMITTEL ZUM EINNEHMEN: Ein geriebener Apfel gilt als prima Durchfallstopper. Denn Äpfel enthalten Pektin, einen löslichen Ballaststoff. Er quillt im Darm auf und bindet Giftstoffe und Keime.

HAUSMITTEL ÄUßERLICH: Wärme aus der Wärmflasche oder einem Heizkissen beruhigt die übersteigerten Darmbewegungen. Als Omas Geheimtipp gilt das gute alte Kirschkernkissen, das im Backofen vorher auf 120 Grad erwärmt wird. Legen Sie aber bei der Anwendung auf dem Bauch ein Handtuch unter, um sich nicht zu verbrennen.

GASTRITIS

Nicht selten gibt es auch an den Festtagen Stress und Ärger. Das kann bekanntlich die Magenschleimhaut reizen. Kommen noch scharfe Speisen, säurehaltige Lebensmittel und zu viel Alkohol dazu, kann sich die Reizung zu einer Entzündung ausweiten. Unangenehme Magenschmerzen sind die Folge.

HAUSMITTEL ZUM EINNEHMEN: Ätherische Öle in Kamillenblüten hemmen die Entzündung. Mit einer Rollkur kann man die Magenwände am besten umspülen. Übergießen Sie drei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen, sieben Sie ihn durch und trinken Sie ihn auf nüchternen Magen. Legen Sie sich dann für jeweils fünf Minuten auf der Rücken, die linke und die rechte Seite und auf den Bauch. Verzichten Sie außerdem auf Kaffee, Alkohol und alles Scharfe.

HAUSMITTEL ÄUßERLICH: Ein warmes Körnerkissen oder ein Bauchwickel (wie bei Gallenbeschwerden) beruhigen den Magen.

Hinweis: Bei ernsthaften oder lang andauernden Beschwerden gehen Sie bitte zum Arzt oder rufen den ärztlichen Notdienst!

Michael Timm

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