Risiko: Hautkrebs durch Sonnenstudio

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Sonne aus der Röhre: Nach einer neuen Studie erhöht sich das Risiko für schwarzen Hautkrebs um 20 Prozent. 

London - Das Krebsrisiko durch Solarien ist höher als bislang gedacht. Wegen der Hautkrebsgefahr darf die UV-Bestrahlung darf ab 1. August die Stärke der natürlichen Sonne nicht mehr überschreiten.

Wegen der Hautkrebsgefahr dürfen die Bräunungsgeräte höchstens 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut abgeben. Darauf wies die Deutsche Krebshilfe am Mittwoch in Bonn hin. „Die neue Bestrahlungsstärke entspricht allerdings immer noch der höchsten UV-Dosis, die auf der Erde gemessen werden kann: mittags bei wolkenlosem Himmel am Äquator“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Krebshilfe, Gerd Nettekoven. Alte Geräte überschritten bisher den Grenzwert zum Teil um das Dreifache. Das Siegel „Geprüftes Sonnenstudio, zertifiziert nach den Kriterien des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS)“ ist den Angaben zufolge nicht mehr gültig. Die neue Vorschrift basiert auf der seit Jahresanfang geltenden UV-Schutzverordnung für Solarien. Künstliche UV-Strahlen gelten neben den natürlichen Strahlen der Sonne als Hauptrisikofaktor für das Entstehen von Hautkrebs: „Wer vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzt, verdoppelt sein Risiko, am gefährlichsten Hautkrebs, dem malignen Melanom, zu erkranken“, betonte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), Eckhard Breitbart.

Vor allem junge Frauen wollen braun sein

Rund 224.000 Menschen erkranken den Angaben zufolge in Deutschland jährlich neu an Hautkrebs, 26.000 davon am malignen Melanom. Zunehmend sind laut ADP auch jüngere Menschen betroffen, insbesondere dann, wenn sie sich jahrelang regelmäßig künstlich gebräunt haben. Etwa 3,5 Millionen der unter 36-Jährigen nutzen derzeit Solarien. Besonders gefährdet sind Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren, denn sie gehen etwa doppelt so häufig auf die Sonnenbank wie Männer. Rund 167.000 der Solariennutzer sind nach Angaben der Krebshilfe minderjährig. Dabei ist Jugendlichen der Zugang zu Solarien gesetzlich verboten. Die Betreiber sind verpflichtet, ihnen den Zugang zu Solariengeräten zu verbieten. Eine aktuelle Analyse von 11.428 Hautkrebsfällen ist ebenfalls alarmierend: Fast 3.500 neue Krebsfälle pro Jahr in Europa gehen auf das Konto der Sonnenbanken, 794 Menschen sterben jährlich an einem von Solarien verursachten Melanom. Das berichten die Forscher im Fachmagazin „British Medical Journal“. Demnach steigt das Risiko für Hautkrebs durch den Besuch in einem Solarium um 20 Prozent.

Vorher Solarien-Check machen

Die Deutsche Krebshilfe und die ADP empfehlen, „Solarien erst gar nicht zu nutzen, denn Tipps, wie man ein Solarium ohne mögliche spätere Schäden nutzen kann, gibt es nicht“, erklärte Breitbart. In jedem Fall sollte vorher ein Solarien-Check durchgeführt werden. Trifft auch nur ein Punkt der Checkliste nicht zu, sollte das Solarium nicht genutzt werden, raten Mediziner. Seit Januar 2012 müssen Solariennutzer deutlich sichtbar vor akuten Schäden durch UV-Strahlen an Haut und Augen gewarnt werden. Darüber hinaus werden die Kunden im Solarium zu ihrem Hauttyp abgestimmt beraten und erhalten Schutzbrillen. Die neuen Geräte müssen zudem einen Mindestabstand der Hautflächen zu den Röhren einhalten, sich in Notsituationen abschalten lassen sowie sich selbst abschalten, wenn die zulässige Strahlendosis überschritten wird. Bei Verstoß gegen diese gesetzlichen Vorgaben drohen Bußgeldstrafen.

dapd

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