Gefühle bewußt machen

Stress vorbeugen und abbauen

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Bewusst Atmen entspannt.

Stress vorbeugen und abbauen: Der DAK-Umfrage zufolge ist es der Vorsatz, den sich mit 57 Prozent die meisten Deutschen für 2014 vorgenommen haben.

Offenbar haben viele das Gefühl, dass sie der Alltag überfordert. Sich zum Jahreswechsel zu überlegen, ob sich nicht manche Aufgabe abgeben ließe, ist sicher eine gute Idee. Doch nicht nur die Fülle, sondern auch die eigene Haltung entscheidet darüber, ob man sich gestresst fühlt.
„Eine schlechte Emotionsregulation ist ein wesentlicher Grund für Stress“, sagt Prof. Dieter Melchart. Er leitet das Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde der TU München.

Sein Tipp gegen den Stress

Sich vor dem Schlafengehen zwei Minuten für einen Tagesrückblick nehmen. Dabei macht man sich bewusst, welches Gefühl man etwa beim Streit mit der Freundin oder dem Gespräch mit dem Chef hatte: War es Angst, Wut oder Hilflosigkeit? „Wichtig ist es, das Gefühl zu benennen“, sagt Melchart. Nur so kann das Gehirn Erlebtes im Schlaf einordnen und verarbeiten. Unbestimmte Gefühle bleiben unverdaut.

Prof. Dieter Melchart leitet das Zentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde in München.

Wichtig ist auch eine gesunde Distanz zu seinen Gefühlen. „Gefühle sind gedachte Inhalte“, sagt Melchart. Fast immer beinhalten sie bereits eine Bewertung – etwa des langen Blicks, den einem der Chef zugeworfen hat. Eine achtsamkeitsbasierte Meditation hilft, sich davon zu lösen: Dabei lässt man Gedanken kommen und gehen, wie sie einem in den Sinn kommen. Um den „Modus des nicht bewussten Bewertens“ zu erreichen, konzentriert man sich auf den Atem. „Den hat man immer dabei, mehr braucht es nicht“, sagt Melchart – genial einfach, daher fast immer und überall anwendbar.

Ein Tipp, wenn einen Gefühle zu übermannen drohen: „Versuchen Sie, sich von außen zu betrachten“, rät Melchart. „Machen Sie sich bewusst: Ich spüre Angst, ich bin aber nicht die Angst!“ So gewinnt man die Kontrolle zurück, das Gefühl der Hilflosigkeit schwindet – und damit auch der Stress.  

ae

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