neue Studie

Schützen Nahrungsergänzungsmittel vor Herzinfarkt und Schlaganfall?

+
So sieht es in Ihrem Küchenschrank hoffentlich nicht aus - eine neue Studie kommt nämlich zu folgender Erkenntnis.

In der Werbung werden ihnen heilsame Kräfte zugesprochen. Doch was nützen Nahrungsergänzungsmittel wirklich? Eine Studie aus den USA bringt jetzt Klarheit.

Folsäure bis Magnesium: Mittlerweile gibt es fast alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente auch in Form von Kapseln und Brausetabletten. Geldmacherei oder sinnvoll? US-amerikanische Wissenschaftler kommen zu einem verblüffenden Ergebnis.

Nahrungsergänzungsmittel: Was bringen sie wirklich?

Nämlich, dass Nahrungsergänzungsmittel absolut keinen Nutzen für die Verbraucher haben! Vitaminpillen etwa senken laut ihrer Studie nicht das Risiko, an einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zu erkranken.

Verbraucher sollten lieber auf eine gesunde Ernährung achten und ihr Geld in einen Sportverein investieren, empfehlen Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Sie berufen sich dabei auf eine Übersichtsstudie von US-Medizinern um den Kardiologen Dr. Joonseok Kim. Diese haben unter anderem 18 Studien mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern ausgewertet.

Bluthochdruck? Diese Falte am Ohr zeigt, wie gesund Ihr Herz ist.

Mit Salat und Gemüse Arteriosklerose und damit Herzinfarkt vorbeugen

Das Ergebnis sei ernüchternd und zeige, dass die Nahrungsergänzungsmittel keinen Nutzen für die Bevölkerung hätten, sagte DGN-Generalsekretär Peter Berlit. Die US-Forscher haben auch nach Gruppen gesucht, die möglicherweise doch von Nahrungszusätzen profitieren könnten. Das Ergebnis sei aber stets negativ geblieben - egal, wie lange die Präparate eingenommen wurden, wie alt die Studienteilnehmer waren, ob Mann oder Frau, Raucher oder Nichtraucher, sportlich oder nicht, hieß es in der Mitteilung.

"Von diesen Pillen profitieren nur Hersteller und Verkäufer. Es ist hingegen eindeutig erwiesen, dass Salat, Obst und Gemüse Gefäßerkrankungen entgegenwirken", betonte der DSG-Vorsitzende Armin Grau.

Vorsicht bei Ibuprofen: Diese Dosierung verdoppelt das Herzinfarkt-Risiko.

dpa

Erstaunlich: Liebeskummer kann sich wie ein Herzinfarkt auswirken

Das menschliche Herz lässt sich leider nicht mit einem Pflaster reparieren. Bei manchen Menschen ist es besonders empfindlich. Dann gilt es, großen Stress zu vermeiden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Das menschliche Herz lässt sich leider nicht mit einem Pflaster reparieren. Bei manchen Menschen ist es besonders empfindlich. Dann gilt es, großen Stress zu vermeiden. © dpa/Christin Klose
Felix Schröder ist Buchautor und Assistenzarzt am Herz- und Gefäßzentrum im Albertinen Krankenhaus Hamburg. Foto: Steven Haberland/dpa-tmn
Felix Schröder ist Buchautor und Assistenzarzt am Herz- und Gefäßzentrum im Albertinen Krankenhaus Hamburg. Foto: Steven Haberland/dpa-tmn © Steven Haberland
Prof. Dr. med. Martin Borggrefe ist Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. Foto: Universitätsmedizin Mannheim/dpa-tmn
Prof. Dr. med. Martin Borggrefe ist Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. Foto: Universitätsmedizin Mannheim/dpa-tmn © Universitätsmedizin Mannheim
Dr. Jana Boer ist niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie. Foto: Giulio Coscia/BNK/dpa-tmn
Dr. Jana Boer ist niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie. Foto: Giulio Coscia/BNK/dpa-tmn © Giulio Coscia
Felix Schröder, Nina Weber: Was das Herz begehrt: Wie wir unser wichtigstes Organ bei Laune halten. Edel Germany. 240 Seiten. 16,95 Euro, ISBN 9783841905451. Foto: Edel Books/dpa-tmn
Felix Schröder, Nina Weber: Was das Herz begehrt: Wie wir unser wichtigstes Organ bei Laune halten. Edel Germany. 240 Seiten. 16,95 Euro, ISBN 9783841905451. Foto: Edel Books/dpa-tmn © Edel Books

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare