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Schlaganfall-Risiko bei jüngeren Menschen: Eine Blutgruppe ist besonders gefährdet

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Von: Laura Knops

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Auch jüngere Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Eine bestimmte Blutgruppe kann dabei das Risiko weiter erhöhen.

Können Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut und demnach mit Sauerstoff versorgt werden, kann es zu einem Schlaganfall kommen. Bei einem Hirninfarkt verlieren verschiedene Hirnareale teilweise oder ganz ihre Funktion. Verläuft der Schlaganfall milde, sind die Folgen nur vorübergehend. Im schlimmsten Fall können allerdings langfristige Lähmungserscheinungen, die vom Kopf bis in die Beine reichen, sowie Einschränkungen zentraler Lebensfunktionen auftreten. Je eher Betroffene Hilfe erhalten, desto besser. Denn ein Schlaganfall kündigt sich mit fünf Symptomen an, bei denen Sie schnell handeln sollten.

Obwohl die Durchblutungsstörungen im Gehirn meist erst im Alter auftreten, können auch junge Menschen einen Schlaganfall erleiden. Die Zahl der in jungen Jahren betroffenen Schlaganfall-Patienten ist Studien zufolge gerade in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Rauchen und Übergewicht, aber auch Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes können das Risiko steigern.

Schlaganfall-Risiko bei jungen Menschen: Eine Blutgruppe besonders gefährdet 

Rund 270.000 Menschen in Deutschland erleiden laut Robert Koch-Institut (RKI) jährlich einen Schlaganfall. Doch anders als viele glauben, ist ein Hirninfarkt keinesfalls nur eine Alterskrankheit. So treten etwa 20 Prozent der Schlaganfälle hierzulande vor dem 60. Lebensjahr auf. Die Ursachen sind meist vielfältig. Neben Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, erhöhter Alkoholkonsum, psychischem Stress und Rauchen scheint auch die Blutgruppe eine entscheidende Rolle zu spielen. Menschen mit einer bestimmten Blutgruppe sind demnach häufiger von einem Schlaganfall betroffen, wie Forscher der University of Maryland (USA) nun herausgefunden haben.

Es ist eine Scan-Aufnahme eines Kopfes zu sehen.
Nicht nur ältere Menschen sind von einem Schlaganfall betroffen (Symbolbild). © Science Photo Library / Imago

„Die Zahl der Menschen mit frühen Schlaganfällen nimmt zu“, erklärt Steven Kittner, Mitautor einer Studie, die sich mit frühen Schlaganfällen beschäftigt. „Diese Menschen haben ein höheres Risiko, an dem lebensbedrohlichen Ereignis zu sterben, und die Überlebenden müssen möglicherweise jahrzehntelang mit einer Behinderung leben. Trotzdem sind die Ursachen für frühe Schlaganfälle noch wenig erforscht.“

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Schlaganfall-Risiko bei jungen Menschen: Häufige Erkrankungen

In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler der Maryland School of Medicine rund 48 Forschungsarbeiten zu dem Thema. Dabei analysierten sie die möglichen Zusammenhänge zwischen verschiedenen genetischen Merkmalen und dem Auftreten eines Schlaganfalls im Alter von 18 bis 59 Jahren. Insgesamt wertete das Team um Studienautor Steven Kittner die Daten von 16.700 Schlaganfall-Patienten und rund 616.000 gesunden Probanden aus. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Neurology veröffentlicht.

Die Wissenschaftler stellten fest: Probanden, die bereits in jüngeren Jahren einen Schlaganfall erlitten, wiesen häufiger die Blutgruppe A auf. Deutlich seltener erkrankten Menschen mit der Blutgruppe 0. Der Unterschied zwischen den Blutgruppen war so signifikant, dass die Forscher davon ausgehen, dass bei Patienten mit der Blutgruppe A das Schlaganfall-Risiko um rund 16 Prozent erhöht ist. Wer die Blutgruppe 0 vorwies, hatte demnach ein geringeres Erkrankungsrisiko. Diesen Effekt beobachteten die Wissenschaftler allerdings nur bei jüngeren Menschen, bei älteren Schlaganfall-Patienten war der Zusammenhang nicht feststellbar.

Schlaganfall-Risiko bei jungen Menschen: Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle

Warum gerade Menschen mit der Blutgruppe 0 ein weniger hohes Risiko haben, an einem Schlaganfall zu erkranken, ist bisher allerdings noch unklar. Möglicherweise hat dies jedoch mit den sogenannten Blutgerinnungsfaktoren wie Blutplättchen und Zellen, die die Blutgefäße auskleiden sowie mit anderen zirkulierenden Proteinen zu tun, wie Studienautor Steven Kittner in einer Pressemitteilung erklärte. Bereits in früheren Studien konnten Forscher diese Zusammenhänge feststellen. Weitere Untersuchungen sollen nun die zugrunde liegenden Mechanismen aufdecken.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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