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Erziehungsmethoden: 7 Sätze von Eltern, die früher normal waren – aber heute zum Teil strafbar sind

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Von: Judith Braun

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Körperliche Züchtigung von Kindern ist in Deutschland längst verboten. Auch andere Erziehungsmethoden von früher sind aktuell strafbar.

In Sachen Erziehung sind immer wieder Trends auszumachen. Laut Experten lassen sich heutzutage vor allem zwei Eltern-Extreme erkennen: diejenigen, die ihre Kinder überbehüten und die anderen, die ihren Nachwuchs hingegen vernachlässigen. Manche gängige Erziehungsmethoden von früher sind heute außerdem kaum mehr vorstellbar und sollten teilweise keine Anwendung mehr finden, weil sie unter Strafe stehen. Bestimmte Sätze sollten Eltern deshalb besser aus ihrem Wortschatz streichen.

Erziehung: 7 Sätze von früher, die heute teilweise strafbar sind

Maedchen streitet mit Eltern am Schreibtisch.
Früher drohten Mütter ihren Kindern bei Ungehorsam bisweilen an, dass sie eine Strafe erwartet, sobald der Vater nach Hause kommt. Heutzutage hat sich das in vielen Familien vermutlich geändert. © Ute Grabowsky/IMAGO

Was früher ganz normal war, könnte für Eltern von heute zum großen Problem werden. Denn manche der hinter den folgenden fünf Sätzen liegenden Erziehungsmethoden sind inzwischen verboten.

1. „Reiß dich jetzt zusammen“

Ist in der Vergangenheit ein Kind hingefallen und schlug sich dabei beispielsweise das Knie auf, dann wurde es bisweilen von seinen Eltern nicht getröstet. Im Gegenteil: „Reiß dich jetzt zusammen“ war ein gängiger Satz, mit denen Eltern in dieser Situation nicht selten reagierten. Heutzutage kommt es hingegen auch schon mal vor, dass Eltern ihre Kinder aus Angst und Sorge wegen eines aufgeschlagenen Knies zum Arzt bringen.

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2. „Geht ja schnell, dafür brauchst du dich nicht anzuschnallen“

Bis in die 70er-Jahre hinein nahmen manche Eltern das Anschnallen der Kinder während der Autofahrt nicht ganz so ernst. Insbesondere bei Kurzstrecken beförderte sie den Nachwuchs gerne mal auf der Rückbank ohne angelegten Autogurt. Würden Eltern das heute auch noch machen, bekämen sie spätestens nach der nächsten Polizeikontrolle Probleme. Transportieren Sie ein Kind ohne Sicherung durch Gurt und/oder Kindersitz, kann Sie das eine Strafe in Höhe von 60 oder 70 Euro kosten. Noch dazu erhalten Sie einen Punkt in Flensburg.

3. „Ich werfe dich ins Wasser, dann lernst du das Schwimmen von ganz alleine“

Viele Eltern konnten sich damals keinen Schwimmkurs leisten. Deshalb mussten sie das Schwimmen ihren Kindern selbst beibringen. Anstatt sie jedoch sanft an den Sport zu gewöhnen und sie zu trainieren, gingen sie radikal vor und schmissen das Kind solange ins Becken oder Wasser, bis es Schwimmen konnte. Für Helikopter- oder Rasenmäher-Eltern von heute wäre diese Methode sicherlich undenkbar. Auch Kinder an die Leine zu nehmen, ist heutzutage wohl eher unüblich, während es vor Jahrzehnten in anderen Ländern, beispielsweise in Großbritannien, noch normal war.

4. „Warte nur, bis Dein Vater nach Hause kommt“

Diese Drohung benutzen Mütter gerne, wenn ihre Kinder unter Tags nicht kooperierten oder sich daneben benahmen. Denn früher war es üblich, dass der Mann zur Arbeit ging, während sich die Frau um die Erziehung der Kinder zu Hause kümmerte. Mit der Aussicht auf eine väterliche Strafe konnten sie die Kinder tatsächlich manchmal besser in Zaum halten.

5. „Die Lehrerin hat einen Schlüsselbund nach mir geworfen!“ – „Dann wird sie wohl ihre Gründe dafür gehabt haben“

Vor nicht allzu langer Zeit war es Lehrern noch erlaubt gewesen, ihre Schüler körperlich zu züchtigen. In Deutschland stehen solche Taten und brutale Erziehungsmethoden inzwischen bereits seit dem Jahr 2000 jedoch unter Strafe. Auch Frankreich zog letztendlich nach, obwohl es dort bis vor Kurzem noch gestattet war. In Deutschland und in seinem Nachbarland müssen Lehrkräfte seitdem bei Anwendung mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. In den USA hingegen wurde das Schlagen der Schüler jüngst als Disziplinierungsmaßnahme an einer Schule im US-Bundesstaat Missouri wieder eingeführt.

6. „Sonnenmilch? Muss jetzt nicht unbedingt sein“

Sonnencreme galt früher als überbewertet. Deshalb vernachlässigten Eltern nicht selten das Auftragen einer Sonnenmilch bei ihren Kindern. Auch das wäre heutzutage wohl für viele Erziehungsberechtigte unvorstellbar. Sie achten generell mehr darauf, dass ihre Kinder für ein Bad in der Sonne vor ihr geschützt sind.

7. „Gehst Du bitte für Papa Zigaretten holen?“

Zigaretten und Alkohol dürfen in Deutschland nur an Erwachsene, also Menschen ab 18 Jahren, verkauft werden. Früher hingegen war es üblich, dass der Vater seinen Nachwuchs schon mal zum Zigaretten oder Bier holen geschickt hat. Rauchten sie dann auch noch in der Wohnung, konnten sie damit die Gesundheit ihrer Kinder gefährden. Gleiches gilt allerdings auch für Eltern, die draußen auf Balkon oder Terrasse rauchen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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