Demenz: Musik und Fotos zum Erinnern  

Berlin - „Erinnerungsanker“ wie Fotos vergangener Tage, vertraute Musik oder Texte geliebter Schriftsteller können bei Demenzkranken den Gedächtnisverlust hinauszögern.

Auch Lieder, Gerüche oder Gerichte, die mit bestimmten Lebensabschnitten in Verbindung stünden, könnten dazu beitragen, sagt Martin Haupt, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP). Positive Erinnerungen könnten das allgemeine Wohlbefinden Betroffener steigern.

„Um dem fortschreitenden Identitätsverlust bei Alzheimer-Patienten entgegenzuwirken, kann es hilfreich sein, den Betroffenen mit Erinnerungen aus seiner Vergangenheit anzuregen“, betont Haupt. Erhaltene Erinnerungen könnten den Erkrankten auch kleine Erfolgserlebnisse verschaffen und Sicherheitsgefühle wecken.

Bei fortgeschrittener Demenz kann die Gegenwart vollständig aus dem Gedächtnis des Betroffenen verschwinden, im mittleren Stadium der Erkrankung können sie sich manchmal schlagartig an Geschehnisse aus der Kindheit und Jugend erinnern. „Grundsätzlich ist es vorteilhaft, bei Erkrankten diejenigen Fähigkeiten anzusprechen, die noch erhalten geblieben sind - wie etwa das Langzeitgedächtnis - da es hier am meisten Möglichkeiten gibt, das Selbstbewusstsein des Erkrankten zu stärken“, rät Haupt.

dapd

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