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Demenz und Alzheimer: Ein simpler Test zeigt Ihr Risiko

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Unkonzentriert oder etwa doch krank? Ein einfacher Gedächtnistest zeigt, ob bei Ihnen möglicherweise eine Vorstufe von Alzheimer vorliegen könnte.

München – Sind Sie von Natur aus eher schusselig und verplant sowie im Alltag etwas unorganisiert oder denken Sie an alles und vergessen kaum etwas? Vergesslichkeit kennt wohl jeder von uns, sei es der liegengelassene Hausschlüssel, ein Arzttermin oder der Geburtstag der Mutter sowie Schwiegermutter. Auch wenn solche Erinnerungslücken im Alltag nervig und unangenehm sein können, so bewegen sie sich häufig im Bereich einer nicht krankhaften Vergesslichkeit.

Termine notieren – im Kalender oder auf Post-its – kann helfen, seinen Alltag besser zu organisieren. Eine anhaltende und schlechter werdende Vergesslichkeit kann ein  Hinweis auf Demenz oder Alzheimer sein und sollte mit einem Arzt besprochen werden.
Vergesslich ist jeder Mensch mal – da hilft es, sich gut zu organisieren und Termine zu notieren. Eine fortschreitende Vergesslichkeit könnte auch ein Indiz für eine Vorstufe von Demenz und Alzheimer sein. (Symbolbild) © Photojog/Imago

Geht die Vergesslichkeit jedoch weiter und helfen selbst Gedächtnisstützen mittels Terminkalender und Post-its nichts, könnte in manchen Fällen eine Vorstufe von Demenz oder Alzheimer dahinter stecken. Es gibt verschiedene Tests, die zur Diagnostik einer frühen Demenz angewendet werden können, zur Abgrenzung von beispielsweise Altersvergesslichkeit.

Es gibt Risikofaktoren für Alzheimer wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen und erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht sowie Depressionen.

Sind Sie stark vergesslich? Mit diesem Gedächtnistest Demenz und Alzheimer erkennen

Mediziner und Ärzte führen als Teil einer ausführlichen Diagnostik häufig den sogenannten „Mini-Mental-Status-Test“ (MMST) durch. Er kann unter anderem Aufschluss über kognitive Fähigkeiten sowie Einschränkungen geben und Hinweise dazu liefern, ob möglicherweise nur eine gewöhnliche Vergesslichkeit oder gar eine Vorstufe von Demenz oder Alzheimer vorliegen könnte, laut Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI).

Der Mini-Mental-Status-Test setzt sich aus einem Interview mit Handlungsaufgaben und praxisnahen Fragen zusammen. Dabei geht es darum, das Orientierungsvermögen (mit Fragen nach Ort und Zeit), die Merkfähigkeit von Bildern und Wörtern, Aufmerksamkeitsspanne, Rechenfähigkeit sowie Sprachverhalten zu überprüfen. Kognitiv-gesunde Menschen können auf diese Fragen und Aufgaben in der Regel ohne Probleme richtig antworten und reagieren.

Menschen mit Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung oder andere Form der Demenz, zeigen bei diesem Test häufig Schwierigkeiten. Wer ein bestimmtes Persönlichkeitsmerkmal hat, ist laut Studie besonders gefährdet, eine Demenz oder Alzheimer zu entwickeln. Eine Heilung von Alzheimer gibt es nicht, wenngleich aktuelle Studien Grund zur Hoffnung geben könnten.

Test 1 bei Demenz und Alzheimer: Bildmotive merken

Möchten Sie herausfinden, wie gut Sie sich Dinge merken können oder haben Sie bereits das Gefühl, in Ihrer Merkfähigkeit eingeschränkt zu sein? Dann können Ihnen einfache Tests Aufschluss darüber geben, wie es um Ihr Gedächtnis steht.

Sehen Sie sich folgende zehn Bilder an und versuchen Sie sich diese zu merken.

Test 2 bei Demenz und Alzheimer: Figuren erkennen und nachzeichnen

Nun versuchen Sie folgende zwei geometrische Figuren jeweils auf einem Blatt Papier nachzuzeichnen. Gelingt es Ihnen einwandfrei oder erkennen Sie von sich aus Probleme bei dieser Übung?

Menschen, die Anzeichen von Demenz und Alzheimer zeigen, haben häufig Schwierigkeiten, geometrische Figuren wie Quadrat mit Rechteck zu benennen und nachzuzeichnen.
Zur Überprüfung der sprachlichen Fähigkeiten werden im Test auch geometrische Gegenstände gezeigt, die benannt und nachgezeichnet werden müssen, beispielsweise Quadrat und Rechteck. (Symbolbild) © Ippen Digital Media GmbH
Menschen, die Anzeichen von Demenz und Alzheimer zeigen, haben häufig Schwierigkeiten, geometrische Figuren wie ein Dreieck zu benennen und nachzuzeichnen.
Zur Überprüfung der sprachlichen Fähigkeiten werden im Test auch geometrische Gegenstände gezeigt, die benannt und nachgezeichnet werden müssen, beispielsweise ein Dreieck. (Symbolbild) © Ippen Digital Media GmbH

Test 3 bei Demenz und Alzheimer: Welche Bildmotive aus Test 1 haben Sie sich gemerkt?

Nach dem Zeichnen der geometrischen Figuren prüfen Sie sich selbst, welche der Bildmotive Sie sich gemerkt haben und notieren diese schriftlich. Zum Abgleich können Sie anschließend die Bildmotive erneut ansehen.

Test 4 bei Demenz und Alzheimer: Wörter merken

Test 5 bei Demenz und Alzheimer: Rechenaufgaben lösen

Versuchen Sie folgende Additions- und Subtraktionsaufgaben zu lösen und notieren Sie sich die Ergebnisse auf einem Blatt Papier. Klappt es gut oder fällt es Ihnen eher schwer, die Rechnungen im Kopf zu lösen?

Test 6 bei Demenz und Alzheimer: Welche Wörter aus Test 4 haben Sie sich gemerkt?

Nach den Rechenaufgaben prüfen Sie sich selbst, welche der Wörter aus Test 4 Sie sich gemerkt haben und notieren diese schriftlich. Anschließend können Sie die zehn Wörter zum Abgleich erneut ansehen.

Gedächtnistest: Wie ist Ihre Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit?

Was ist Ihnen aufgefallen? Was konnten Sie sich merken? Machen Sie im besten Fall diese Tests im Beisein eines Angehörigen, Freundes oder des Partners, um Ihre Lösungen möglichst wahrheitsgetreu festzuhalten. Sollten Sie im Rahmen dieser Testbeispiele feststellen, dass Sie sich wiederholt weniger als jeweils fünf Wörter und Bildmotive merken können, Schwierigkeiten beim Nachzeichnen der geometrischen Figuren sowie Rechenaufgaben haben, besprechen Sie sich mit Ihrem Hausarzt.

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Gedächtnistest: Bedeutet das Ergebnis nun eine Vorstufe von Demenz oder Alzheimer?

Im Gegensatz zur gewöhnlichen oder altersbedingten Vergesslichkeit, der man in gewissem Rahmen vorbeugen kann, hat eine Alzheimer-Erkrankung und andere Formen der Demenz Auswirkungen auf das Kurzzeitgedächtnis. Das bedeutet, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit sowie Sprache sind mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Aufgrund von Gedächtnisstörungen werden auch Schwierigkeiten in der räumlichen sowie zeitlichen Orientierung deutlich.

Diese Gedächtnistests sind Beispiele und Teil einer umfassenden medizinischen Diagnostik, die bei Betroffenen angesetzt werden kann. Sie ersetzen jedoch nicht den Besuch und die Untersuchung beim Arzt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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