Gesundheit aus der Natur

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Wilhelm Schlüter schwört auf die therapeutische Wirkung der Wald-und Wiesenbewohner.

Reinheim – Husten, Haarausfall, Hämorrhoiden – gegen jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen. Oder ein Pilz. Wilhelm Schlüter aus Reinheim schwört auf deren weithin wenig bekannte Heilkraft. Sein Wissen gibt er gerne weiter. Von Mareike Palmy

Auf die therapeutische Wirkung des Birkenporlings schwört Schlüter besonders.

Eine Pilztherapie kann bei Menschen und Haustieren wahre Wunder bewirken“, sagt der 73-jährige Pilzberater aus Reinheim. Schon als Jugendlicher begeisterte sich Wilhelm Schlüter für die kleinen Wald- und Wiesenbewohner und deren heilsame Wirkung. An rund 1500 Menschen hat er in den vergangenen Jahren sein gesammeltes Wissen in Pilzkunde in Seminaren, geführten Wanderungen und Pilz-Kochkursen weitergegeben.

Der Grüne Knollenblätterpilz kann für den Menschen tödlich sein.

Wenn Schlüter über Pilze spricht, gerät er schnell ins Schwärmen. Für ihn sind Pilze „mehr als nur ein Hobby“. Ihre heilsame Wirkung bezeichnet er als „die Entdeckung meines Lebens“. Nicht nur an sich selbst testet er die gesundheitsfördernde Wirkung der Heilpilze, auch die 100 Jahre alte Hundedame Nika bekommt seit fünf Jahren den Reishi-Pilz, in China auch bekannt als der „Pilz des ewigen Lebens“, gegen ihre Artrose. Auf die therapeutische Wirkung des Birkenporlings schwört Schlüter besonders: „Er stärkt die Haare, regt den Stoffwechsel an, senkt den Cholesterinspiegel und enthält wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine, Aminosäuren und Enzyme. Sie stärken und schützen zum Beispiel die Nieren und die Leber, die Herzmuskulatur und die Atemwege. Ich selbst nehme keine anderen Medikamente mehr“, sagt Schlüter, dessen Wissen über Heilpilze im ganzen Rhein-Main-Gebiet gefragt ist.

Der Reishi-Pilz entgiftet und hemmt Entzündungen.

Der Ursprung der Pilzheilkunde liegt in der traditionellen chinesischen Medizin. Dort werden Heilpilze schon seit Jahrtausenden zur Gesundheitsvorsorge und zur Behandlung vieler, auch schwerer, Krankheiten erfolgreich eingesetzt.

Tipps zum Pilzesammeln:

- Sammeln Sie Pilze in einem luftigen Korb. Bilden Sie darin mit Zeitungspapier Tüllen, um die einzelnen Arten gut voneinander trennen zu könnnen.

- Sammeln Sie Pilze nicht nach Regen oder Frost.

- Blanchieren Sie Pilze vor dem Einfrieren.

- Essen Sie keine Pilze, die Sie nicht kennen. Alles andere ist russisches Roulette. Zum Lernen eignet sich ein Pilzseminar.

- Essen Sie Pilze gegart und nicht roh. Zu den wenigen Ausnahmen zählen einige Champignon- und Steinpilzarten oder der „Grünfelderige Täubling“. Diese können auch als Rohkost genossen werden.

Allein im Odenwald, Taunus oder Spessart sind über 2000 Pilzarten beheimatet, darunter auch rund 20 giftige, von denen man besser die Finger lassen sollte, wie der „Grüne Knollenblätterpilz“, der gefährlichste in unseren Gefilden. „Wer nur mit einem Buch loszieht und Pilze zum Kochen sammelt, spielt russisches Roulette“, warnt der Pilzfachmann.

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