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Nächstes Bahn-Chaos? GDL-Chef Weselsky kündigt schon neuen Streik an

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GDL-Chef Claus Weselsky lacht während des Bahn-Streiks im August 2021 auf einer Kundgebung vor dem Dresdner Hauptbahnhof.
GDL-Chef Claus Weselsky während des Bahn-Streiks. © Sebastian Kahnert/dpa

Aufatmen bei den Fahrgästen: Vor dem Wochenende will die Bahn wieder mit vollem Angebot auf der Schiene sein – der Tarifkonflikt mit der GDL ist aber weiter ungelöst.

Berlin - Bei seiner vorläufigen Bilanz des Lokführerstreiks hat GDL-Chef Claus Weselsky darauf verzichtet, einen konkreten Termin für eine zweite Streikwelle zu nennen. In Berlin kündigte der Gewerkschafter eine Protest-Kundgebung am kommenden Dienstag (17. August) vor dem Bahn-Tower am Potsdamer Platz an.

Danach werde es nur noch „sehr kurze Zeit“ bis zu einem erneuten Streik dauern. Die erste Streikwelle sei hervorragend gelaufen, sagte Weselsky. Die Bahn versuche vergeblich, den erfolgreichen Streik kleinzureden. Bahn-Personalchef Martin Seiler hatte bei dem Streit von einer „Attacke auf das ganze Land“* gesprochen.

Bahn-Chaos in Deutschland

Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder bei der Bahn von Mittwochfrüh an zu einem 48-stündigen Streik im Personenverkehr aufgerufen. Im Güterverkehr begann der Ausstand schon am Dienstagabend. Auf Twitter waren die Reaktionen auf den Ausstand verhalten*.

Auch die Infrastruktur war nach Gewerkschaftsangaben betroffen. Erstmals wurde demnach in sechs Stellwerksbetrieben gestreikt, außerdem in Teilen der Werkstätten und der Verwaltung. Nach Angaben der Bahn konnte der stark reduzierte Ersatzfahrplan aber gefahren werden.

Fahrgäste stehen während des Bahnstreiks im August 2021 bei Sonnenaufgang am Hauptbahnhof Berlin auf dem Bahnsteig.
Züge kamen nicht: Bahn-Streik-Szene vom Berliner Hauptbahnhof © Christoph Soeder/dpa

Streit zwischen GDL und Deutscher Bahn: Keine Nullrunde und Corona-Prämie

Bahn und GDL ringen in der Tarifrunde um eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent. Strittig ist jedoch, wann die Erhöhung greifen und wie lang der neue Tarifvertrag gelten soll. Auch Betriebsrenten sind ein Streitthema.

Die Bahn will die Kosten des Tarifabschlusses gering halten, weil sie in der Corona-Krise hohe Verluste eingefahren hat. Zudem hat der Bund als Eigentümer im Gegenzug für Milliardenhilfen auch Einsparungen im Konzern verlangt.

Mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft gibt es seit knapp einem Jahr einen Tarifabschluss. Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Die GDL will aber keine Nullrunde in diesem Jahr akzeptieren und verlangt zudem eine Corona-Prämie von 600 Euro. Gewerkschaftschef Claus Weselsky droht mit weiteren Streiks, sollte die Bahn kein verbessertes Angebot vorlegen. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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