Gärtner aufgepasst: Diese Schönheit ist absolut ätzend

Offenbach - Einst wurde sie als Zierpflanze aus dem Himalaya in Deutschland eingeführt. Bei Bienen ist der Riesenbärenklau wegen der großen Blüten auch äußerst beliebt. Aber für Menschen stellt er eine ernsthafte Gefahr da.

Wer der Staude zu nahe kommt muss mit Verätzungen auf der Haut rechnen, warnt das Offenbacher Umweltamt.

Bei Berührung der zwei bis fünf Meter hohen Stauden - die auch in Offenbach immer wieder auftauchen - können sich auf der Haut nach 24 bis 48 Stunden Entzündungen mit Blasen bilden, heißt es in der städtischen Mitteilung. Vergleichbar sind die so entstandenen Verletzungen mit Verbrennungen dritten Grades. Sie heilen nur langsam ab und hinterlassen narbenähnliche, strichförmige Hyperpigmentierungen. Ärztliche Behandlung, gerade bei Kindern aber auch bei Erwachsenen, ist deshalb unbedingt erforderlich.

Besonders gefährdet sind Arbeiter in Land- und Forstwirtschaft, aber auch Hobbygärtner. Bei jeder Arbeit in Bärenklau-Beständen ist vollständige Schutzkleidung zu tragen. Wenn Pflanzensaft auf die Haut gelangt, soll sie sofort mit reichlich Wasser abgespült werden. Kontakte mit diesen gefährlichen Inhaltsstoffen sind schon durch eine Berührung der behaarten Pflanze möglich. Noch gefährlicher ist der Kontakt mit dem Pflanzensaft, der beim Abschneiden von Pflanzenteilen reichlich freigesetzt werden kann.

Wenn der Riesenbärenklau im Garten auftaucht, sollten auch Einzelpflanzen sofort vernichtet werden, um der Besiedlung ganzer Landstriche zuvorzukommen.

Die Bekämpfung des Bärenklaus ist immer langwierig und aufwändig. Ziel muss sein, das Blühen und Fruchten der Pflanzen zu verhindern, da schon eine Pflanze genug Samen produzieren kann, um alle vorher durchgeführten Maßnahmen hinfällig zu machen. Deshalb müssen alle Pflanzen eines Bestandes und in seiner Nähe erfasst werden. Außerdem ist unbedingt eine Nachbearbeitung beziehungsweise Kontrolle nach der Vernichtung sicherzustellen, und zwar so lange, bis keine neuen Keimlinge mehr auflaufen. Wegen des Nachreifens von Samen muss das Schnittgut abtransportiert und verbrannt werden. Keinesfalls auf den Kompost schmeißen, sondern mit dem Hausmüll entsorgen.

Wer sich nicht ganz sicher ist, kann das Ordnungsamt unter Tel.:  (069)   8065-2994 kontaktieren. Ist es bereits zur Berührung gekommen, gibt die Infozentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn Rat: Tel.:    (0228)  19240 oder www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/. nkö/red

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