Frühlingsgefühle kennen kein Alter

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Für neue Wege mit einem neuen Partner im Alter muss man den Spaß am Flirten entdecken. Das fällt der heutigen Senioren-Generation immer leichter. Senioren-Flirtkurse helfen, die letzten Hemmnisse zu überwinden.

Frankfurt – Laufen und lesen werden anstrengender, das Gedächtnis lässt öfter nach und die Türklingel wird immer leiser. Im hohen Alter fallen viele Dinge des Alltags schwerer. Wie sollen Senioren da noch interessant für das andere Geschlecht sein? Frankfurter Experten zeigen, wie Senioren richtig flirten und die Liebe neu entdecken. Von Andreas Einbock

„Die Grundregeln eines erfolgreichen Flirts sind wie bei den jungen Leuten“, sagt Sexualpädagoge Werner Szeimis von Pro Familia Frankfurt und seine Kollegin Claudia Hohmann ergänzt: „Augenkontakt herstellen, lächeln und Komplimente machen, sind drei wesentliche Elemente.“ Das Entscheidende sei aber, den Mut zu fassen und beim Flirten den Spaß daran zu entdecken. Den wolle die 68erGeneration auch im Alter nicht ablegen, weiß Hohmann auch aus ihrer täglichen Betreuungsarbeit zu berichten. „Da wird sich das Gesellschaftsbild auch bei diesem Thema ändern müssen. Denn manche kommen heimlich zu unseren Flirtkursen.“ Die werden zu 90 Prozent von Frauen zwischen 60 und 80 Jahren besucht: „Da herrscht chronischer Männermangel. Während in der Schule oder Disco die Männer bei den Frauen Schlange stehen, dreht sich Angebot und Nachfrage im Alter um“, sagt Szeimis und führt einen weiteren Unterschied auf: „Senioren können eifersüchtiger als junge Leute sein.“

Ältere wollen heute mehr Zuneigung und Nähe

Frankfurts Flirtexperten: Hannelore Sonnleitner-Doll (roter Schal), Claudia Hohmann und Werner Szeimis.

Als Ärztin bei Pro Familia weiß Hannelore Sonnleitner-Doll, was ältere Menschen an einer Beziehung schätzen: „Die heutige Alten-Generation fordert von sich mehr Nähe und Zuneigung. Wo sich früher Witwen zurückzogen, gehen die Damen heute offensiver heran.“ Um wieder Sex zu haben, würden sich die Verliebten ihre Vorerkrankungen gegenseitig aufzählen. „Eine Scheidung bedeutet für das Sexuallebens kein Ende mehr“, so Sonnleitner-Doll. Schwierigkeiten hätten heute eher die Kinder der Senioren. „Da ruft manch besorgter Sohn oder Tochter bei uns an und sieht sein Erbe schwinden“, berichtet Szeimis und zählt Inhalte eines Flirtkurses auf: „Neben Tipps zu Umgangsformen und SMS und Internetchats gehören abwechselnd auch Stilberatung und gemeinsamen Filmabende dazu.“ Einblicke gibt die Veranstaltung „Gekonnt flirten – auch im Alter“ am 10. Februar, ab 16 Uhr im Gesundheitsamt, Breite Gasse 28.

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