Fremdgehen – so unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein!

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Wenn der Partner fremdgeht, steht für viele Betrogene fest: Meine Beziehung hat keine Zukunft.

Was plausibel klingt, hat einen großen Haken: Nicht jeder definiert „Fremdgehen“ als außerehelichen beziehungsweise -partnerschaftlichen Geschlechtsverkehr. Doch wie nehmen die Deutschen den Begriff sonst wahr? Wann beginnt für die 18- bis 65-Jährigen das Fremdgehen und welche Konsequenzen sind damit verbunden? Ein Überblick.

Gucken ist erlaubt – oder doch nicht?

Sämtlichen optischen Reizen des anderen Geschlechts im Alltag aus dem Weg zu gehen, ist schlichtweg unmöglich. Jeder wird die Situation kennen, einem attraktiven Menschen auf der Straße hinterher- oder direkt in die Augen geblickt zu haben. Gerade weil das so eine normale Situation ist, sehen dies auch nur 4 % der online Befragten als eindeutiges Fremdgehen und zugleich als Trennungsgrund an. Bereits 18 % werten dies als zu verzeihendes Fremdgehen, während 78 % die Frage deutlich verneinen.

Ähnlich sieht das Ganze aus, wenn es um das Anschauen von Pornos geht. Lediglich 7 % sprechen dabei von Fremdgehen als Trennungsgrund. Wahrscheinlich handelt es sich um Zartbesaitete, deren längste Beziehung wenige Wochen andauerte. Kompliziert ist dies auch für die Freunde. Jene suchen noch viel mehr nach dem richtigen Verhalten, wenn bei einem befreundeten Paar einer untreu ist und dabei nicht der klassische sexuelle Kontakt, sondern das Hinterherschauen als Definition dient.

Vom Tanzen bis zur Erotikbar

Etwas empfindlicher werden die Deutschen, wenn es nicht beim Flüchtigen bleibt. Enges Tanzen mit einem anderen Mann oder einer anderen Frau sowie als Flirten zusammengefasste Berührungen, Gespräche und Schäkern nehmen 14 % beziehungsweise 18 % als unverzeihliches Fremdgehen wahr. Beim Kontakt mit dem Ex-Partner, während des Sex an jemand anderen denken oder eine Erotikbar beziehungsweise Striptease-Show besuchen steigt die Zustimmung ebenfalls: Fast jeder Fünfte würde dann die Beziehung wegen Fremdgehens beenden.

Insgesamt deutet die Hälfte der Befragten diese „Vorfälle“ als Fremdgehen, was im Jahre 2018 durchaus als Überreaktion bezeichnet werden kann. Für die etwa 50 % sind die Chancen einer Paartherapie dann wohl eher auch im unteren Bereich anzusiedeln. Die andere Hälfte der Befragten fühlt sich dementsprechend nicht verletzt und kann den Kontakt des Partners mit dessen Ex-Partner mühelos verkraften. Ob dieses Vertrauen dann nicht doch irgendwann missbraucht wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Telefonsex und Datingportale

Im Laufe einer jahrelangen Beziehung kommt es öfter mal vor, dass die Luft irgendwie raus ist. Alles ist ein bisschen festgefahren und der gewohnheitsmäßige Alltag drängt die überraschenden, aufregenden Momente immer weiter zurück. Möglicherweise wird auch der Sex weniger, was Sie wie Ihn an der eigenen Attraktivität zweifeln lässt. Da kann es geschehen, dass einzig zur Selbstbestätigung – ohne Absicht, sich zu einem Treffen zu verabreden – die Anmeldung zu einem Dating- oder Flirt-Portal erfolgt.

Zwei Drittel aller Befragten sehen dies als Fremdgehen an, 25 % als Trennungsgrund. Bei einer Telefonsex-Hotline anzurufen, lehnen ebenso viele Deutsche ab: Nur 34 % werten das nicht als Fremdgehen. Die anderen zwei Drittel könnten auf Grund der Betrugsempfindung vor lauter Misstrauen einen seriösen Profi wie beispielsweise die erfahrene Detektei Fido seit 1960 beauftragen, der Vermutung einmal genauer nachzugehen und gegebenenfalls stichhaltige Beweise zu sichern.

Seitensprung-Portale und mehr

Waren die bisher genannten Gründe für die Mehrheit der Befragten eher kein Grund für eine Trennung, stoßen die folgenden Anlässe schon eher in diese Richtung. Wer einen anderen küsst, der muss sich zu 38 % mit dem Gedanken abfinden, zukünftig den oder die Ex zurückbekommen zu müssen. Lediglich 19 % werten dies nicht als Fremdgehen. Dies gilt auch für das Treffen mit einem anderen Mann beziehungsweise einer anderen Frau, ohne dass es zu Körperkontakt kommt. Für 82 % bedeutet dies Fremdgehen, 42 % sehen darin gar einen Trennungsgrund.

Die Anmeldung bei Flirt- oder Datingportalen mit der klaren Absicht, ein Treffen zu vereinbaren, ist für 51 % noch eine Stufe höher anzuordnen. Für mehr als die Hälfte ist das ein Grund zur Trennung. Bei Seitensprung-Portalen steigt der Wert auf 57 %. Jeweils weniger als 15 % bewerten das nicht als Fremdgehen, mehr als 8 von 10 Befragten hingegen schon. Wer sich in diesem Bereich auffällig verhält, spielt also mit dem Feuer!

Vom One-Night-Stand bis zur Affäre

Sobald es richtig körperlich wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorfall als Fremdgehen wahrgenommen wird. Zudem ist für die Betrogenen dann meist klar: Ich trenne mich. One-Night-Stands stellen lediglich für 4 % der Befragten kein Fremdgehen dar, für 64 % sind sie ein Trennungsgrund. 32 % können einmaligen Sex verzeihen. Bordell-Besuche sind für zwei Drittel unverzeihlich und für 91 % insgesamt Fremdgehen. Richtig haarig wird es, wenn mehrere Partnerschaften parallel laufen oder eine längerfristige Affäre vorliegt.

Jeweils für 88 % stellt das unverzeihliches Fremdgehen mit Trennungsfolge dar. Nur 1 von 10 Befragten kann das verzeihen. Dies sollte niemanden verwundern, denn davon betroffen zu sein, schmerzt sehr. Und dennoch: Die Trennung muss nicht zwangsläufig folgen. Verzeihen kann sich trotz Verletzung durch den Partner lohnen. Sexuelle Aktivitäten erschweren dies aber enorm und machen eine Trennung sehr wahrscheinlich.

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