Fesch für die Wiesn: Der Dirndl-Trend-Test

Das Dirndl – ein Klassiker. Sexy und modisch zugleich. Und es ist gar nicht leicht, das Richtige fürs Oktoberfest zu finden. Von Silke Gottaut

Offenbach – Bald geht’s los – nach München. Nach sechs Jahren fahre ich wieder zusammen mit Freunden zum Oktoberfest. Darauf freue ich mich sehr. Vor allem, weil dort nun eine sehr gute Freundin von mir wohnt. Sie ist eine echte Bayerin. Und zurecht sagte sie mir, dass ich diesmal mit Dirndl auf die Wiesn gehen muss. Da ich noch kein Dirndl besitze, muss ich mir erst einmal eins kaufen. Als Frau stellt sich mir sofort die Frage, welche Dirndl denn dieses Jahr angesagt sind. Ab zu Kaufhof. Denn Kaufhof ist dieses Jahr der offizielle Ausstatter des Frankfurter Oktoberfest.

Christiana Baudach, Geschäftsführerin des Galeria Kaufhof in Offenbach, ist bereit, mit mir die Dirndl-Abteilung unsicher zu machen. Bevor es jedoch los geht, möchte ich erst von ihr wissen, wie mein Dirndl aussehen muss, so dass ich als Frankfurterin bei den Münchner Buam, auch Buben genannt, auffalle. „Die Kombination von Pink zu einem kräftigen Grün gilt als Trend dieses Jahr“, sagt Baudach. „Daneben bleiben Rosa und Hellblau als Pastellfarben gefragt“. Meine Lieblingsfarbe Lila ist zwar nicht dabei, aber da Blau bei mir auf Lila folgt, ist alles gut. Und Rosa mag ich auch. Typisch Frau eben. Jetzt stellt sich mir noch die Frage, wie lange das Dirndl sein soll? Und ich habe Glück: Die Länge der Dirndl reicht in dieser Saison meist nur bis zum Knie. Da ich keine langen Röcke oder Kleider mag, passt mir das prima. Nun kann es losgehen.

Ich muss nicht lange suchen. Mir fällt gleich ein leuchtendes Hellgrün auf mit kleinen rosa Blümchen, die von der Schleife aus über die Brust bis zur Schulter hin das Dirndl interessant machen. Nummer eins habe ich schon einmal. Fehlen noch Bluse und Trachten-Socken. Baudach sucht mir eine weiße Bluse aus und schwarze Socken. Und ab in die Kabine.

Als ich die Socken anziehe, muss ich sehr schmunzeln. Sie erinnern mich an meine Kindheit, als ich Kniestrümpfe getragen habe und ich sie irgendwann total uncool fand. Aber bei den Trachten-Socken ist das anders. Ich finde sie zwar nicht umwerfend, aber sie gehören eben dazu. Schwieriger mit dem Anziehen wird es beim Dirndl. Wie bekomme ich den Reissverschluss am Rücken zu? Mist, dafür fehlt mir jemand. Aber Rettung naht: Verkäuferin und Beraterin Birgit Liposcak.

Zack zu. Fertig ist mein erstes Outfit für das Oktoberfest. Gut sieht es aus, aber vom Hocker reißt es mich nicht. Weiter geht’s. Von weitem lächelt mich ein pinkes Dirndl an. Mit Karo-Mustern versehen und einer dunklen lila-pinken Schürze. Schwer zu sagen, welche Farbe das ist. Egal. Ich nehme es jedenfalls mit in die Kabine und finde es toll.

Liposcak steht mir nun als persönliche Beraterin zur Seite, worüber ich sehr froh bin, da ich ja keinerlei Dirndl-Erfahrungen habe. Wir zwei sind uns einig: Das Pinke geht nicht. Es ist viel zu lang. Es geht fast bis zum Boden, so dass ich damit die ganze Theresienwiese fegen könnte.

Dirndl Nummer drei: Dunkelblau mit weißen Punkten und einer roten Schürze. Rot mag ich so gar nicht. Aber im Gesamtpaket sieht es irgendwie gut aus. Und ich bin mehr als überrascht. Als ich es anhabe, finde ich es sogar toll. Irritiert, dass ich Rot gut finde, suche ich mir noch ein Dirndl aus. Es ist komplett Blau, aber mit verschiedenen Blau-Tönen. Als ich mich damit im Spiegel sehe weiß ich, das ist es. Mein Dirndl.

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