Fax-Abruf: Oft gibt's nur viel Bla-Bla für sehr viel Geld

"Abnehmen im Schlaf", "So tricksen sie die GEZ aus", "In Europa bis zu 6000 Euro verdienen" brüllt es dem Videotext-Benutzer privater Fernsehsender entgegen. Die GEZ ist sowieso ein Dorn im Auge, ein paar Pfund weniger wären gut und mehr Geld ist auch nicht verkehrt.

"Tausende haben unseren Fax-Abruf genutzt", heißt es weiter, und irgendein Thomas F. (38) oder eine Heike M. (44) will in kurzer Zeit 14 Kilo verloren oder einen gut bezahlten Job in Dänemark gefunden haben."Diese Technik kennt man auch aus Werbeanzeigen", sagt Ute Klaus, Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Hessen. Und weil es sich hier wie dort um Werbung handelt, seien solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen.br /Ignorierend, dass die Verbindungsminute 1,39 Euro kostet, tippt der gelockte Verbraucher eine ellenlange, mit 0900 beginnende Nummer in sein Faxgerät und wartet auf die sechs bis zwölf Seiten. Derweil tickt der Kostenzähler, mitunter recht lange. "Es kommt nicht nur auf die Menge der Seiten, sondern auch auf die Übertragungsgeschwindigkeit des Faxgerätes an", erklärt Klaus. Hat die Gegenseite eine langsame Übertragung eingestellt, dehnt sich der Empfang. So stehen schnell fünf bis zehn Euro auf der nächsten Rechnung.br /Und der Kunde ärgert sich, weil das Fax oft nicht hält, was der Werbetext verspricht."Die Informationen findet man auch anderswo günstiger oder kostenlos", sagt Klaus. Jobangebote im Ausland, Diätratgeber oder â?? auch oft angeboten â?? Preisvergleiche, halten diverse Internetseiten parat.br /Die TV-Sender arbeiten bei ihren so genannten verbraucherorientierten Faxabrufen mit Dienstleistern zusammen, bei RTL ist dies zum Beispiel Economedia, schreibt RTL-Pressesprecherin Simone Danne. RTL selbst bietet formatgebundene Zusatzinformationen an. Die kosten aber auch noch 69 Cent pro Minute, seien aber meist von geringerem Umfang. Ähnlich verhält es sich bei den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sendern. Die Faxabrufe der ZDF-Sendung WISO schlagen mit 49 Cent pro Minute zu Buche.br /"Faxabrufe werden keineswegs von einem Massenpublikum genutzt, sondern sprechen in der Regel eher eine überschaubare Zielgruppe an", lässt Danne wissen. Höhere Abrufraten treten immer dann auf, wenn ein tagesaktuelles Thema Verbraucher verunsichert und diese sich schnell und umfassend informieren wollen.Weitere Infos zum Thema hat die Industrie- und Handelskammer Frankfurt auf www.frankfurt-main.ihk.de zusammengestellt.br /

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