Erste-Hilfe-Kurse für Hunde

Wenn Bello zum Patienten wird

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Hunde verletzen sich oft bei Spaziergängen an den Pfoten und brauchen dann einen Verband.

Region Rhein-Main - Wenn Bello sich verletzt oder es ihm schlecht geht, wollen Hundebesitzer schnell Hilfe leisten können. Experten geben Tipps, was man im Notfall machen kann. Von Silke Gottaut

Roger Bührer und Mela Hirse bieten Erste-Hilfe-Kurse für Hundebesitzer an.

Normalerweise wedelt Luna immer mit dem Schwanz und schaut sehnsüchtig das Frauchen an, wenn sie die Leckerli-Box öffnet. Doch diesmal bleibt Luna lieber in ihrem Körbchen liegen. Verdächtig. Geht es Luna nicht gut? Was hat sie nur?

Zur Info:

Der nächste Erste-Hilfe-Kurs beim Hund findet am Samstag, 16. November, von neun bis 14 Uhr in der Tierklinik am Stadtwald in Frankfurt, Waldfriedstraße 10, statt. Anmelden kann man sich und seinen Hund bei Mela Hirse, Hundeschule Rehabili-Tiere, (0176) 32108696 oder unter info@rehabilitiere.de.

Viele Hundebesitzer machen sich sofort Sorgen, wenn man keine offensichtlichen Verletzungen sieht: „Die Leute wissen heutzutage wenig über ihr Tier“, sagt Roger Bührer, Leiter der Tierklinik am Stadtwald in Frankfurt. „Sie wissen nicht, wie ihr Hund normalerweise riecht, wie sich der Bauch anfühlt oder wie er zwischen den Pfoten aussieht.“ Der Hund wird im Arm gehalten, mit ihm wird viel gekuschelt, aber er wird sich nicht genauer angeschaut. „Der Mensch schaut sich auch jeden Tag im Spiegel an. Also sollte er das selbe auch bei seinem Hund machen“, meint Hundetrainerin Mela Hirse von Rehabili-Tiere in Frankfurt. „Der Besitzer sollte seinen Hund in Alltagssituationen beobachten, so dass er im Ernstfall erkennen kann, ob sich sein Hund außerhalb seiner Norm verhält, aussieht oder frisst.“ Dazu gehört auch, sich die Körperform seines Hundes einzuprägen um beispielsweise Schwellungen erkennen zu können. So ist Frauchen oder Herrchen eher in der Lage, eventuelle Fragen des Tierarztes schon am Telefon beantworten zu können.

Schwerpunkte des Erste-Hilfe-Kurses für Hunde

Tritt der Fall ein, dass der Hund in eine Glasscherbe gelaufen ist, stark blutet, ein offener Bruch zu sehen oder in einem Schock-Zustand ist, muss sofort gehandelt werden. Nur wie? Diese Fragen werden in dem Erste-Hilfe-Kurs von Tierarzt Bührer und Hundetrainerin Hirse beantwortet. Schwerpunkte des Kurses sind: Erkennen von Notfällen, Verhalten in Notfallsituationen (zum Beispiel Bissverletzungen und Hitzeschlag), Erste-Hilfe-Maßnahmen (Beatmung, Herzmassage oder Verband anlegen) oder den Hund transportfähig machen und möglichst sicher und schnell in die nächste Tierklinik bringen.

Tipps von den Experten:

Ruhe bewahren: In dem man ruhig bleibt und dem Hund dadurch Sicherheit gibt.

Abtasten: Bei keinen offensichtlichen Verletzungen den Hund, vor allem den Bauch, abtasten, die Schleimhäute ansehen, nach Schwellungen sehen, usw.

Ansprechen und beobachten: Den Hund ansprechen: Steht er freudig auf und kommt gerne mit? Bleibt er liegen oder reagiert kaum? Reagiert er völlig anders als sonst? Wie atmet er?

Verbände: Wenn der Hund blutet, die Blutungen mit einem Verband abbinden.

Fieber: Die Temperatur messen. Normal ist 38,5 Grad, plus/minus 0,3.

Appetit: Wasser und Fressen anbieten. Trinkt und frisst er nichts, ist das kein gutes Zeichen.

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