Erst impfen, dann Sex: Schutz vor Krebs in der Gebärmutter

Von Jennifer Dreherbr /Offenbach  - Diagnose: Gebärmutterhalskrebs. Ein Schock für jede Frau. Die gute Nachricht: Keine muss dran sterben. Die schlechte: Eine strapaziöse Operation ist die einzige Rettung.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, gibt es seit 2006 die HPV-Impfung für alle zwölf- bis 17-jährigen Mädchen. Sie soll das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, deutlich senken. br /Der Offenbacher Frauenarzt Dr. Bernd Krämer empfiehlt die Impfung: "Sie ist wichtig, um das langfristige Ziel, eine Ausrottung der HP-Viren, zu erreichen." Dazu müssen alle jungen Mädchen geimpft werden. "Es wird 30 bis 40 Jahren dauern bis es so weit ist", so Krämer.br /Dass erstmalig eine Impfung gegen Krebs möglich ist, verdanken die Patienten dem Heidelberger Mediziner Harald zur Hausen. Er hat herausgefunden, dass Gebärmutterhalskrebs bis zu 80 Prozent durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht wird. Für diese Erkenntnis hat er 2008 den Nobelpreis bekommen. Insgesamt gibt es mehr als 100 verschiedene HPV-Typen. Allein zwei von ihnen verursachen 70 Prozent aller Zervixkarzinome (Gebärmutterhalskrebs) bei Frauen. Gegen diese und zwei weitere HPV-Typen schützen die Impfstoffe Gardasil und Silgard.br /Da viele Menschen diese Viren in sich tragen, ohne es zu merken, ist die Verbreitung sehr hoch. Übertragen werden sie durch Sex. Deswegen ist eine Impfung nur für Mädchen sinnvoll, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.br /Die Krankenkassen zahlen momentan die Impfung erst im Nachhinein. Sie kostet insgesamt 500 Euro. Drei Mal innerhalb von sechs Monaten wird der Impfstoff gespritzt.br /Auch der Frauenarzt Dr. Konstantin Manolopoulos rät zu der Impfung: "Das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, ist nach bisherigen Befunden deutlich reduziert." Doch er warnt: "Die Impfung ersetzt den gynäkologischen Abstrich nicht." Denn 20 Prozent der Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs hätte die Impfung nicht geholfen. Die Nebenwirkungen wie lokale Rötungen oder leichter Juckreiz an der Injektionsstelle hält er für unbedenklich.br /Dem gegenüber steht die Wirkung des Impfstoffes: Im Jahr 2004 hätten so 1200 Frauen nicht an dem Krebs sterben müssen, wenn sie in der Jugend geimpft worden wären. Bei weiteren 4800 wäre es gar nicht erst zum Ausbruch gekommen.br /"Keine Frau müsste an den Folgen der Krankheit sterben", sagt Manolopoulos. "Zu 99,99 Prozent erkennt der Frauenarzt bei regelmäßigen Abstrichen Veränderungen der Zellen", fügt er hinzu. Bei einer frühzeitigen Behandlung können alle Frauen geheilt werden.br /Auch Krämer warnt: "Wenn eine Frau erst nach fünf Jahren mit Beschwerden wieder den Weg in die Praxis findet und Gebärmutterhalskrebs hat, ist eine Heilung unwahrscheinlich - ein Jahr später kann sie schon tot sein." Er gibt zu Bedenken: "Gerade bei jungen Frauen ist der Gebärmutterhalskrebs sehr aggressiv." Trotz einer möglichen Impfung heißt es daher: Regelmäßig zur Vorsorge ge

Kommentare