Einfache und schnell

Tipps: Das Auto für Herbst und Winter rüsten

Rutschige Straßen, Nebel, Schnee und Dunkelheit. Herbst und Winter können Autofahrern richtig zusetzen. Der EXTRA TIPP gibt die wichtigsten Tipps, um für die kalte Jahreszeit gerüstet zu sein. Von Fabienne Seibel 

Laub

Das gefallene Laub macht im Herbst nicht nur die Straßen rutschig, sondern verstopft auch Wasserabläufe am Auto und greift den Lack an. Häufig liegt das Laub in den Rinnen der Motorhaube und kann von dort auch bei schneller Fahrt nicht so leicht weggeblasen werden. Wenn das meist noch feuchte Laub nicht entfernt wird und die Abläufe verstopft sind, kann es zu beschlagenen Scheiben und Feuchtigkeit im Innern des Autos kommen. Liegt das nasse Laub für längere Zeit auch auf dem Lack, ist das die ideale Voraussetzung für Rost.

Johannes Hübner vom Automobilclubvon Deutschland (AvD) aus Frankfurt erklärt: „Auch Schiebedächer sind im Herbst eine kritische Stelle. Wenn die Ablaufkanäle des Dachrahmens durch Laub und Schmiere

verstopft sind, läuft Regenwasser über den Rahmen hinter die Seitenverkleidung bis in den Fußraum hinein.“

Feuchtigkeit im Innenraum

Lesen sie auch:

Wann günstige Reifen die richtige Wahl sind

Hat man erst einmal Feuchtigkeit im Auto, ist es schwer, sie wieder loszuwerden. Hübner empfiehlt: „Um Feuchtigkeit im Inneren zu vermeiden, kann man vorsorgen. Zum Beispiel hilft spezielles Schlossöl für Türschlösser dabei, dass Luftfeuchtigkeit nicht eindringen kann.“ Hübner empfiehlt außerdem, die gängigen Stofffußmatten gegen Gummimatten auszutauschen. „So kann man den Dreck und die Feuchtigkeit mit den Füßen nicht in die Matten einmassieren und die Matten immer wieder rausnehmen und kurz mit Wasser abspritzen.“

Wenn der Boden doch feucht ist, sorgt ausgelegtes Zeitungspapier in den Fußräumen für Abhilfe. Hübner: „Die Zeitungen sollten großflächig und dick auf den Böden verteilt werden. So ziehen sie die Feuchtigkeit heraus. Nach zwei Tagen sollte man die Zeitungen austauschen.“ Ein weiterer Tipp: Neben der Heizung auch im Herbst und Winter die Klimaanlage laufen lassen, da diese für trockene Luft sorgt. Vorher jedoch die Klimaanlage überprüfen lassen, ob sie auch tatsächlich trockene Luft ausbläst.

Lackschutz

Nicht nur nasses Herbstlaub, sondern auch das Streusalz im Winter greift den Lack am Auto an. Thomas Heise von der Auto-Aufbereitungsfirma Car-Top in Offenbach: „Um den Lack auch gegen Streusalz zu schützen, sollte man sein Auto polieren und Wachs auftragen.“ Wer sein Auto wachsen möchte, muss es zuvor gründlich reinigen. Dann mit Polierwatte oder einem Mikrofasertuch das für das Auto geeigneten Hartwachs jeweils auf kleinen Flächen auftragen und einmassieren. Danach das Wachs mit der Watte oder dem Mikrofasertuch vorsichtig und in kreisenden Bewegungen abtragen. Hübner vom AvD rät außerdem: „Auch ein Unterbodenschutz schützt gegen hochgewirbeltes Streusalz.“ Hübner zufolge sollte man vor allem in der Zeit, in der Salz gestreut wird, alle vier Wochen mit dem Auto durch die Waschanlage fahren. Hübner: „Salz zieht Feuchtigkeit an, deshalb muss es regelmäßig vom Auto entfernt werden.“ Cornelius Blanke vom ADAC-Hessen warnt jedoch: „Bei Temperaturen deutlich unter Null Grad ist von einem Besuch in der Waschanlage abzuraten, denn es besteht die Gefahr, dass Schlösser und Türen zufrieren und im schlimmsten Fall sogar die Bremse festfriert.“

Damit die Türen bei kalten Temperaturen nicht festfrieren, kann man die Gummidichtungen an Türen und Heckklappe mit einem Glycerinstift einschmieren.

Rundum-Check

Autofahrer sollten auch darauf achten, dass ihr Wagen voll funktionstüchtig ist. Vor allem weil es im Herbst und Winter morgens länger und abends früher dunkel ist, ist es wichtig, dass die Beleuchtung in Ordnung ist. Defekte Lampen sollten sofort ausgetauscht werden. Weil die Sicht durch Dunkelheit und schlechtes Wetter oft beeinträchtigt ist, muss der Blick durch die Scheiben einwandfrei sein. Blanke: „Ziehen die Scheibenwischer Schlieren, sollte die Scheibe gründlich gereinigt und Winterscheibenreiniger in die Scheibenwaschanlage gefüllt werden. Bringt dies keine Besserung, sollten die Wischblätter ersetzt werden.“

Auch die Autobatterie sollte im Winter keine Probleme machen. Hübner rät: „Am besten man lässt seine Batterie bei einem Fachmann checken und die Säuredichte messen. Wenn diese Säuredichte nicht stimmt, hat die Batterie nicht genügend Kapazität, um auch bei kalten Temperaturen zu starten.“ Die Auto-Experten raten außerdem, den Frostschutz der Kühleranlage in der Werkstatt überprüfen lassen und den Frostschutz in der Scheibenwaschanlage aufzufüllen. Blanke: „Zu geringer Frostschutz kann zu erheblichen Problemen bis hin zum Motorschaden führen.“

Mehr zum Thema

Kommentare