Raubkopierer sollen nicht mehr surfen dürfen

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Raubkopierer sollen mit Internetsperren bestraft werden.

Berlin - Die Musikindustrie fordert, mit Raubkopierern in Deutschland ebenso streng umzugehen wie in Frankreich. Wer wiederholt beim illegalen Download erwischt wird, soll nicht mehr surfen dürfen.

Die deutsche Musikindustrie will nach französischem Vorbild ein Internetverbot für notorische Raubkopierer auch in der Bundesrepublik. Die in Frankreich beschlossene Einführung von Verwarnungen und Zugangssperren für illegales Herunterladen aus dem Internet zeige, wie man mit massenhafter Verletzung des Urheberrechts effizient umgehen könne, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny in Berlin.

Illegales Kopieren hat den Plattenfirmen in den vergangenen zehn Jahren Milliarden-Einbußen gebracht und das Geschäftsmodell eines gesamten Industriezweiges ins Wanken gebracht. Ein qualitativ geschäftsfähiges Internet könne nur im Zusammenspiel von technischer Infrastruktur und Inhalten entstehen, erklärte Gorny weiter. Diese Erkenntnis vermisse er in der deutschen Politik. Wer den massenhaften Diebstahl von Musik, Filmen, Hörbüchern, Games und Software im Internet in den Griff bekomme, könne der Kreativwirtschaft einen internationalen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

In Frankreich hatten beide Parlamentskammern beschlossen, den Internetzugang zu verbieten, sollten mehrere Verwarnungen zuvor nicht fruchten. Das EU-Parlament hatte sich zuvor für eine Sperre ausschließlich durch Gerichtsbeschluss eingesetzt. Kritiker sehen mit der französischen Lösung das Grundrecht auf Informationsfreiheit verletzt und halten sie angesichts der technologischen Entwicklung für unpraktikabel.

Aufruf zur Rache an Musikindustrie

Die verurteilten Betreiber des Torrent-Portals The Pirate Bay haben ihre Nutzer zu einer Rachaktion gegen die Musikindustrie aufgerufen. Die vier Betreiber zu denen der Enkel des Wasa-Knäckebrot-Erfinders gehört, müssen 2,8 Millionen Euro Schadenersatz zahlen, sofort. Die Nutzer sollen nun beim Bezahlen helfen. Aber nicht mit großen Beträgen, sondern pro Überweisung nur mit einer Krone. Die soll dann ebenfalls einzeln an die geldeintreibende Kanzlei überwiesen werden. Der Clou: Die Kanzlei hat nur 1000 Transaktionen pro Monat gratis, jede weitere kostet die Kanzlei zwei Kronen, schreibt das Portal 20min.ch.

mm/dpa

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