Sommerzeit

Zeitumstellung auf Sommerzeit - Alles, was Sie dazu wissen müssen

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Nach der Zeitumstellung gilt die Sommerzeit in Deutschland. Wie sich die Änderung auf den Alltag auswirkt - hier erfahren Sie alles.

  • Im Frühjahr und im Herbst werden die Uhren umgestellt
  • Nach der Zeitumstellung im März 2020 gilt in Deutschland die Sommerzeit
  • Es gibt Eselsbrücken, mit denen man sich merken kann, ob die Uhrzeit vor- oder zurückgestellt wird

Der Frühling ist meteorologisch längst da und auch die Tage werden wieder merklich heller und länger. Das bedeutet: Die halbjährliche Zeitumstellung steht bevor. Doch was steckt eigentlich hinter der regelmäßigen Zeitumstellung? Und wie lange müssen wir noch die Uhren umstellen, bevor die Zeitumstellung abgeschafft wird? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Zeitumstellung.

Zeitumstellung: Wann wird die Uhr im März 2020 auf Sommerzeit umgestellt?

Am letzten Sonntag im März findet jährlich die Zeitumstellung auf die Sommerzeit statt. Die Uhren werden im Jahr 2020 in der Nacht vom Samstag, 28. März 2020 auf Sonntag, 29. März 2020 auf Sommerzeit umgestellt. Sie werden von der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) auf die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) gestellt.

Wird die Zeit bei der Zeitumstellung im Frühling 2020 vor- oder zurückgestellt?

Wird die Uhrzeit im Frühling vor- oder zurückgestellt? Diese Frage kommt immer wieder auf. In der Nacht auf den 29. März 2020 wird die Uhr eine Stunde vorgestellt. Es gibt Eselsbrücken zur Zeitumstellung, mit denen man sich das merken kann:

  • Früher aufstehen im Frühjahr (= die Uhr wird vorgestellt und der Wecker klingelt früher)
  • Immer zum Sommer hin (= im Frühling wird die Uhr eine Stunde vorgestellt, im Herbst eine Stunde zurück)
  • Im Sommer stellt man die Uhren vor das Haus, im Winter zurück ins Haus
  • Spring forward, fall back (= im Frühling stellt man die Uhren vor, im Winter zurück)

Was bedeutet die Zeitumstellung hin zur Sommerzeit im Alltag?

Im Frühling wird die Uhr eine Stunde vorgestellt - das führt dazu, dass die Nacht eine Stunde kürzer wird. Das dürfte eine gute Nachricht für alle sein, die in der Nacht vom 28. auf den 29. März 2020 in der Nachtschicht arbeiten - alle anderen dürften sich eher an der durch die Zeitumstellung fehlenden Stunde stören.

Die Zeitumstellung auf Sommerzeit hat jedoch auch eine Auswirkung über die kurze Nacht hinaus: Es bleibt morgens wieder länger dunkel, dafür ist es abends länger hell.

Welche Überlegungen stecken hinter der Zeitumstellung?

Genau das ist auch einer der Gründe, weshalb die Zeitumstellung eingeführt wurde: Man wollte so versuchen, das Tageslicht besser auszunutzen und Energie zu sparen. Doch es gab noch mehr Gründe, aus denen die Sommerzeit in Deutschland im Jahr 1980 wieder eingeführt wurde:

  • Angleichung an die Nachbarstaaten: Bereits 1977 hatten die westlichen Nachbarn Deutschlands die Sommerzeit eingeführt, daran wollte sich Deutschland anpassen. Gleichzeitig musste man sich mit der DDR auf eine gemeinsame Zeit einigen, um das Land nicht auch noch zeitlich zu teilen. BRD und DDR führten die Sommerzeit letztendlich gleichzeitig 1980 ein.
  • Energiepolitischer Hintergrund: Die Ölpreiskrise von 1973 hatte den Zuständigen bewusst gemacht, dass Energiesparen angeraten war. Durch die Zeitumstellung wollte man das Tageslicht besser ausnutzen und so Energie sparen. Allerdings ist der wirtschaftliche Nutzen nur gering, außerdem bringt die Zeitumstellung auch negative Aspekte mit sich.

Welche gesundheitlichen Aspekte gilt es bei der Zeitumstellung zu beachten?

Der wichtigste negative Aspekt der Zeitumstellung dürfte der gesundheitliche sein. Etwa ein Viertel der Deutschen (26 Prozent) kämpft nach der Zeitumstellung mit gesundheitlichen oder psychischen Problemen, zeigt die Umfrage einer Krankenkasse.

Unter anderem stört die Zeitumstellung den Schlafrhythmus vieler Menschen. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) spricht sich deshalb auch für die konstante Beibehaltung der Normalzeit (Winterzeit, MEZ) aus. Der Hintergrund: Das Tageslicht sei der „Hauptzeitgeber“ für die innere Uhr des Menschen und für den Wach-Schlaf-Rhythmus. All das wird nach Ansicht der Experten vor allem in der Winterzeit gewährleistet.

Auch andere Forscher warnen vor der „ewigen Sommerzeit“*. Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München warnte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme – das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger.“ Auch der deutsche Lehrerverband lehnt eine ewige Sommerzeit ab*.

Seit wann gibt es in Deutschland Sommerzeit, Winterzeit und die Zeitumstellung?

Seit 1980 gibt es in Deutschland die halbjährliche Zeitumstellung. Doch sie war damals keine neue Erfindung - tatsächlich gab es die Zeitumstellung in Deutschland erstmals im deutschen Kaiserreich, in den Jahren 1916 bis 1918. Dann wurde die Zeitumstellung wieder abgeschafft, um sie im Kriegsjahr 1940 wieder einzuführen. Von April 1940 bis November 1942 herrschte durchgehend Sommerzeit.

Nach dem Kriegsende 1945 legten die Besatzungsmächte die neue gesetzliche Zeit in Deutschland fest. Ein Ergebnis: In der sowjetischen Besatzungszone und in Berlin dauerte die Sommerzeit im Jahr 1945 zwei Monate länger als im übrigen Deutschland. In den Jahren 1950 bis 1979 gab es in Deutschland keine Zeitumstellung. Erst im Jahr 1978 wurde die erneute Einführung der Sommerzeit beschlossen, in Kraft trat dieser Beschluss 1980.

Gibt es einen einheitlichen Termin für die Zeitumstellung?

Seit 1996 gibt es in der EU einen einheitlichen Termin für die Zeitumstellung: am letzten Sonntag im März wird auf Sommerzeit umgestellt und am letzten Sonntag im Oktober wird auf Winterzeit umgestellt*. In Mitteleuropa ist so eine große einheitliche Zeitzone entstanden. Sie reicht von Polen im Osten bis Spanien im Westen, insgesamt machen 17 Staaten mit.

Derzeit wird darüber debattiert, die Zeitumstellung abzuschaffen. Das Thema ist allerdings komplexer als gedacht - unter anderem, weil man die große einheitliche Zeitzone möglichst beibehalten will. Deshalb wird es mit der Abschaffung der Zeitumstellung vor 2021 nichts.

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Fabian Strauch

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