Neue Software soll Privatsphäre im Internet schützen – Prototyp bereits im Netz

X-pire! - Verfallsdatum für Bilder

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Partyfotos: Das Internet vergisst sie nicht so leicht. Eine neue Software soll Abhilfe schaffen. Sie nützt vor allem Jugendlichen, wenn sie später auf Jobsuche gehen.

Saarbrücken. Peinliche Fotos im Internet nur noch auf Zeit – Michael Backes, Professor für Kryptographie und Computersicherheit an der Universität des Saarlandes, will das möglich machen.

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X-pire! - Wie man dem Internet das Vergessen beibringt

Video (wmv): So funktioniert X-pire!

Er bietet auf der Internetseite www.x-pire.de kostenlos einen Prototypen der von ihm mit entwickelten Software „X-pire!“ an. Damit werden Bilder verschlüsselt und mit einem Ablaufdatum versehen, das die Nutzer selbst festlegen können.

Die so bearbeiteten Dateien können dann ins Internet hochgeladen werden. Wenn eine Webseite mit dem Bild aufgerufen wird, sucht der Browser automatisch auf einem externen Rechner nach dem Schlüssel. Sollte das eingegebene Ablaufdatum erreicht sein, verfällt der Schlüssel – das Bild wird nicht mehr angezeigt. „Das Bild ist in einem Tresor“, sagt Backes über das Programm.

Aktuell ist der Prototyp noch auf das Surfen im Internet mit dem Browser Firefox beschränkt, in dem er als Erweiterung installiert wird. Andere Browser stellen die verschlüsselten Daten nicht dar. X-pire funktioniert auch nicht beim Hochladen der Bilder auf Plattformen wie Facebook. Das soll aber in Zukunft ebenso möglich sein wie die Verschlüsselung anderer Daten, etwa Text- oder Videodateien.

Suchmaschinen ausgesperrt

Auch an das automatische Archivieren von Daten durch Suchmaschinen hat Backes gedacht. Das soll ein optionales Captcha verhindern: Das ist eine auf dem Monitor dargestellte zufällig erzeugte Zahl oder ein Buchstabencode. Erst wenn diese Kombination korrekt durch den Nutzer eingetippt wird, zeigt der Browser das Bild – Suchmaschinen scheitern daran.

Das Problem einer langen Lebensdauer der Daten im Internet sei ein interessantes Forschungsgebiet, sagt Backes. „Viele Kollegen haben sich aber nicht an das Thema herangetraut.“ Der Grund: Eine absolute Sicherheit kann nie garantiert werden. Denn Bilder, die einmal im Internet zu sehen sind, können fotografiert und ohne Verschlüsselung erneut hochgeladen werden. Und natürlich lässt sich X-pire auch nicht nachträglich bei bereits im Internet vorhandenen Bildern einsetzen.

Die endgültige Version soll im Dezember fertig sein. Bis dahin hofft Backes auf viele Tests mit dem Prototypen.

Internet: www.x-pire.de

Von Dorothee Köppe

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