Todeslisten im Internet - Ermittlungen

Bogotá - Um die aufgetauchten Todesdrohungen im Internet zu untersuchen, setzt die kolumbianische Polizei eine Spezialgruppe ein. Die Verfasser der “Todeslisten“ sollen in den kommenden Tagen ermittelt werden.

Die Listen waren in mehreren Provinzen über Facebook oder aber auf Flugblättern verbreitet worden. In der Stadt Puerto Asis wurden bereits drei Leute, deren Namen auf einer Liste standen, getötet. In den vergangenen Tagen hatten junge Leute aus verschiedenen Teilen Kolumbiens angezeigt, dass sie über Facebook bedroht worden seien.

Nach Angaben der Polizei waren die Adressaten der Drohungen Jugendliche, Prostituierte, Drogensüchtige, Polizisten und Personen, die zur Guerilla gehören sollen. Nach einem Bericht der Zeitung “El Tiempo“ hat eine paramilitärische Gruppe in Cesar im Norden des Landes nicht nur einzelne Personen bedroht, sondern auch versucht, eigene Kandidaten für lokale Wahlen aufzustellen, um die politische Kontrolle in der Region zu erlangen.

Ähnliches wurde auch aus der Stadt Barrancabermeja berichtet. Kolumbiens Polizeichef Óscar Naranjo hält es für möglich, dass Nachfolger paramilitärischer Gruppen, die in den vergangenen Jahren aufgelöst wurden, hinter den Drohungen stecken. Die mutmaßlichen Täter seien womöglich in den Drogenhandel verwickelt.

dpa

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