Auch 2010 hoffen Südhessen auf das große Geld und spielen Lotto – Die größten Zocker sind Banker

Wer in diesem Zimmer sitzt, ist Millionär

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Ein Ledersofa, ein Glastisch und in der Ecke neben dem Sofa ein Kassettenrekorder für ein bisschen Musik: In diesem Zimmer wird Lottospielern ihr Millionengewinn überreicht.

Region Rhein-Main – Nur vier Mitarbeiter in der hessischen Lotto-Zentrale wissen Bescheid. Nur sie kennen die Namen derjenigen, die in dem prachtvollen Bau in der Wiesbadener Rosenstraße in ein unscheinbares Zimmer geführt werden. Sie nehmen auf dem Dreier-Ledersofa Platz, das vor den Fenstern steht und sind aufgeregt. „Das ganze Ambiente dient zur Beruhigung“, sagt die Leiterin der Lotto-Unternehmenskommunikation, Dorothee Hoffmann. Denn dann wird‘s offiziell: Derjenige, der auf dem Sofa sitzt, wird Millionär, weil er im Lotto gewonnen hat. Von Axel Grysczyk

Zehn Millionäre stammten 2009 aus Hessen. Die Region um Frankfurt ist eine Lottogewinner-Hochburg. Hoffmann: „Hessische Lottomillionäre kommen öfters aus dem Rhein-Main-Gebiet. Nordhessen haben weniger Glück. Klar: Die Erklärung liegt in der unterschiedlichen Einwohnerzahl.“ Denn ansonsten haben nämlich alle Spieler die gleiche Gewinnchance. Und die liegt bei 1:139.838.160.

Statistisch jeder sechste Hesse versucht regelmäßig, die richtige Kombination zu finden. Im Schnitt investiert er dafür sechs bis sieben Euro pro Spielschein. Der größte hessische Gewinn ging im vergangenen Jahr ging in den Hochtaunuskreis: 2,2 Millionen Euro.

„Die Hoffnung auf das große Glück, treibt die Hessen an. Der Traum vom plötzlichen Gewinn, der alle Sorgen vertreibt“, erklärt Hoffmann. Seit 60 Jahren ist das so und anscheinend ändert es sich nie. Hoffmann: „Lotto ist unser bestes Produkt. Der Spielwille ist ungebrochen, auch in der Wirtschaftskrise.“

Der Spielwille steigert sich sogar. Immer dann wenn der Jackpot wächst. Im vergangenen Jahr lag er am 30. Januar mit 35 und am 23. September mit 31,7 Millionen Euro am höchsten. Seinen absoluten Höchststand hatte er am 5. Dezember 2007 mit 45,3 Millionen Euro erreicht. Eins steht fest: Frankfurt ist definitiv Jackpot-fixiert. „Wenn der Jackpot steigt, nehmen auch mehr Spieler teil. In Frankfurt sind es aber überdurchschnittlich mehr“, sagt Hoffmann. Besonders auffällig sei die Spiel-Bereitschaft im Bankenviertel. „Dort mussten wir beim jüngsten großen Jackpot die Mitarbeiterzahl in den Annahmestellen erhöhen. Das war sehr auffällig und damit auch sehr ungewöhnlich“, erzählt sie.

Aber egal ob Banker, Süd- oder Nordhesse – alle haben nur einen Traum: Auf dem Ledersofa sitzen und den Millionengewinn von Lotto-Chef Heinz-Georg Sundermann überreicht zu bekommen.

Damit‘s ein stattliches Sümmchen wird, müssen Lottospieler einiges beachten. Hoffmann – spielt selbst mit einer Büro-Tippgemeinschaft – hat für die EXTRA-TIPP-Leser Tipps. Folgende Zahlen oder Kombinationen sollte man nie spielen, weil sie im Falle des Gewinnes, den Betrag schmälern. Grund: Zu viele Spieler benutzen sie.
Keine 19: Nicht die 19 tippen. Da die meisten Lottospieler Geburtsdaten spielen und alle Teilnehmer über 18 Jahre sein müssen, ist die 19 ganz oft dabei.
Keine Muster in U-Form: Gab‘s schon mal 1997 als Gewinn. Pech für die Spieler: 126 Tipper hatten dieses Muster angekreuzt. Der Gewinn lag daher nur bei 53.982 Mark. Generell gilt: Keine geometrischen Figuren ankreuzen, also keine Muster oder Diagonalen.
24,25,26 und 30,31,32: werden sehr häufig getippt.
Keine Zahlen aus anderen Ländern tippen: Wie ärgerlich: 1977 haben viele Tipper – gerade aus Nordrhein-Westfalen – die Zahlen der unter der Woche gezogenen holländischen Lottoziehung angekreuzt. In Deutschland wurden damals die gleichen Zahlen gezogen. Die Gewinne fielen extrem mager aus.

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