Chefarzt der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg schlägt Alarm

Mehr chronische Wunden erwartet

+
 Weil die Zahl der älteren Menschen und derjenigen mit Durchblutungsstörungen  steigt, könnte die teure Behandlung von chronischen Wunden steigen.

Groß-Umstadt – Angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen wird es immer mehr chronische Wunden geben. Hervorgerufen etwa durch Durchblutungsstörungen und Bettlägerigkeit.

Lesen Sie auch:

Telefon-Abzocker nehmen Senioren ins Visier

Apotheken-Sterben in der Region

Bahnstationen: Rentner bleiben auf der Strecke

Chefarzt Mostafa Ghahremani von den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg rät zum rechtzeitigen Gegensteuern: Weniger Fett, mehr Bewegung und die Durchblutung fördern.

„Drei bis fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Wunden“, sagte der 52-Jährige im südhessischen Groß-Umstadt. „Jedes Jahr kommen rund 650.000 Fälle dazu.“ Die bekannteste chronische Wunde ist das Wundliegen.

Der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie empfiehlt: „Fünfmal am Tag vormittags und fünfmal nachmittags auf die Zehenspitzen steigen. Man muss nicht vier Stunden im Fitness-Studio verbringen“, erklärt der Mediziner. „Mobil bleiben ist das A und O. Alles, was der gesunden Lebensweise dient, beugt einer chronischen Wunde vor und hilft bei ihrer Bekämpfung.“

Diabetiker besonders betroffen

Von solchen Wunden besonders betroffen sind Diabetiker und Patienten mit Gefäßkrankheiten, ein Risiko sind auch krankhafte Arterien-Verengungen, die sogenannte Schaufensterkrankheit. Ebenfalls gefährdet sind Raucher. Am Standort Groß-Umstadt der Kreiskliniken mit seinen 300 Betten sind chronische Wunden ein Schwerpunkt.

Die medizinische Herausforderung sei auch eng an die demografische Entwicklung gekoppelt, sagte Ghahremani. „Chronische Wunden sind eine Schattenseite unseres Älterwerdens. Bettlägerig sein ist da der Anfang.“

Die Behandlung sei aufwendig – und teuer. Bei einem schweren Druckgeschwür müssten für die Behandlung bis zu 15.000 Euro veranschlagt werden, fügt er hinzu. Wenn von den jährlich neu hinzukommenden chronischen Wunden knapp ein Drittel schwere Fälle wären, „geht man von Zahlen aus von bis zu drei Milliarden Euro“.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare