Gute Fußgängerüberwege in Langen und Neu-Isenburg

Autoclub testet: Gefährliche Zebrastreifen in Offenbach 

+
Uwe Völker (links) und Günter Knoll vor einem schlechten Beispiel. Der Zebrastreifen in der Offenbach Geleitsstraße müsste dringend neu angestrichen werden.

Region Rhein-Main – Der Auto Club Europa (ACE) schlägt Alarm: Bundesweit kam es 2011 zu über 5300 Unfällen an Zebrastreifen, ein Plus von 4,8 Prozent. Grund genug für die Auto Club-Fachmänner zu prüfen, ob die Fußgängerüberwege in der Region vorschriftsmäßig angelegt sind. Von Dirk Beutel

Günter Knoll und Uwe Völker stehen an der Fußgängerzone der Offenbacher Geleitsstraße und können nur die Köpfe schütteln. „Dieser Zebrastreifen stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Hier muss dringend ein neuer Anstrich her.“ Außerdem bemängeln die ACE-Fachmänner die zu geringe Breite der Streifen. „Die Leute laufen hier kreuz und quer drüber. Und das auch noch direkt vor einer Schule“, sagt Knoll. „Das ist verantwortungslos“, sagt Völker.

Bei ihrer Untersuchung haben Völker und Knoll willkürlich vier Zebrastreifen ausgewählt und anhand des Verhaltens von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrer jeweils eine Stunde lang untersucht. „Mit dieser Aktion wollen wir auf Sicherheitsmängel hinweisen und auf die Verkehrsregeln sensibilisieren“, sagt Völker.

Sogar Polizeistreife übersieht Oma am Zebrastreifen

 Unter den Testobjekten der Lutherplatz in Langen, die Frankfurter Straße in Neu-Isenburg, der Theodor-Heuss-Ring in Dietzenbach und eben die Offenbacher Geleitsstraße, die von den Prüfern gerügt wird. Kein Wunder: Innerhalb von 60 Minuten ignorierten 85 Prozent der Radfahrer den Zebrastreifen und fuhren sorglos weiter. Zur Erinnerung: Ordnungsgemäß muss ein Radfahrer von seinem Gefährt absteigen, will er einen Fußgängerüberweg benutzten.

Im Kreisverkehr in Langen halten innerhalb einer Stunde nur 17 Prozent der Autofahrer nicht an den fünf Zebrastreifen an, sobald ein Fußgänger oder Radfahrer signalisiert die Straße zu überqueren. „Ein guter Wert, wenn man bedenkt, dass der Schnitt hessenweit bei 30 Prozent liegt.“ Trotzdem mussten auch dort die Prüfer schlucken, als eine Seniorin mit einem Rollator sich zwar am Überweg vorschriftsmäßig verhielt, aber tatsächlich von einer Polizeistreife übersehen wurde

In Neu-Isenburg gute Kritik

In Neu-Isenburg ein fast durchweg positives Bild: „Alle Erwachsenen und alle Kinder die die Straße überqueren wollten, haben vor dem Zebrastreifen angehalten und den Verkehr beobachtet“, sagt Knoll. Nur acht Prozent der Autofahrer missachteten die Regeln. Erschreckend: Kein einziger Radfahrer schob sein Fahrrad über den Zebrastreifen.

Kreisverkehr auch in Dietzenbach: Diesmal mit drei Streifen. Auch dort eine gute Quote bei den aufmerksamen Autolenkern: Zwölf Prozent halten, wenn es sein muss. Bei den Fußgängern verhielten sich zwölf Prozent fahrlässig und gingen einfach ohne den Verkehr im Auge zu haben über die Straße. 86 Prozent der Radfahrer rasten einfach über die Überwege. „Eigene Verantwortung zu übernehmen ist ebenso unterentwickelt, wie das Umsetzen der Verkehrsregeln“, sagt Knoll.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare