Fahrbericht

Der neue Volvo XC 40 Twin Engine – Vernunftmobil mit Spaßfaktor

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Kerniger Bursche: Dank der Kraft der Doppelherzen ist der XC 60 T 5 Twin Engine ein spaßiges Vernunft-Mobil.

Wer mit einem neuen Volvo noch mit Tempo 200 fahren will, muss schnell sein. Jetzt kommen die letzten Modelle auf den Markt, die noch nicht das freiwillige Tempolimit von 180 Stundenkilometer eingebaut haben. So wie der brandneue Kompakt-SUV XC 40, den als Plug-In-Hybrid gibt.

  • Der XC 40 von Volvo ist das erste Modell der Schweden mit einem Dreizylinder-Benziner und einem E-Motor.
  • Der kleine Verbrenner leistet stattliche 180 PS, der Elektromotor liefert noch mal 82 Pferdestärken dazu.
  • Noch etwas ist neu: Die Elektronik überwacht den toten Winkel und greift in gefährlichen Situationen ein.

Volvo XC 40 - ein echter Hybrid

Kaum ein anderer Hersteller rüstet seine Fahrzeugflott so konsequent auf E-Mobilität um wie die Schweden, die zum chinesischen Geely-Konzern gehören. Ob XC 60, XC 90, S 60* oder V 60 - es gibt kaum mehr ein Modellreihe, die nicht zumindest mit einem MILD-Hybridsystem* ausgestattet sind. Im Gegensatz zum echten Hybrid-Fahrzeugen unterstützt hier der Elektromotor nur, kann das Fahrzeug aber nicht selbst bewegen. Brandneu in der Modellpalette der Schweden ist der XC 40 T5 Twin Engine. Ein echter Hybrid. Der kompakte SUV mit dem frechen Design kann allein mit dem Verbrenner fahren, rein elektrisch angetrieben werden oder nutzt die Kraft der Doppelherzen. Das kann der Fahrer selbst einstellen, aber dazu später.

Markante Rückansicht: Der XC 40 fällt im Design-Allerlei der überbordenden SUV-Flut immer noch auf.

Kompakt-SUV: Das leistet der Volvo XC 40

Zunächst einmal zu den Leistungsdaten, die schon beeindruckend sind. Aus dem 1,5-Liter Hubraum holen die Schweden 180 Pferdestärken und ein Drehmoment von 265 Nm heraus. Aber erst der Einsatz des 82 PS starken Elektromotors macht aus dem auch wegen der Hybridtechnik doch recht schweren (1,8 Tonnen) und behäbigen SUV ein agiles Gerät. Mit dem zusätzlichen Drehmoment von 160 Nm rührt sich richtig was unter der Haube und ermöglicht so den Sprint auf Tempo 100 in 7,3 Sekunden. Das ist schon ein rechter flotter Elch, den die Schweden da hingestellt haben. Leider wird die Power mit dem zackigen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausschließlich auf die Vorderräder gegeben, einen fahrstabileren Allradantrieb gibt es nicht. Weshalb dieser SUV, auch wenn ein spezielles Offroad-Fahrprogramm angeboten wird, nicht wirklich geländetauglich ist.

Volvo XC 40 im Fahrtest: Stromer oder Verbrenner im fliegenden Wechsel

Eher ein Lifestylegerät, mit dem man ohne schlechtes Gewissen zum Arbeitsplatz in die Stadt fahren kann. Denn der XC 40 T5 Twin Engine legt bis zu 50 Kilometer rein elektrisch zurück. Je nach Fahrweise und Witterung natürlich. Aufgeladen wird die 10,7-kWh-Batterie abhängig von der Stärke der Ladestation zwischen drei und neun Stunden.

Besser auswärts laden: Wer nur eine Haushaltsteckdose in der Garage hat braucht 9 Stunden, bis der Akku wieder voll ist.

Auch beim Fahren holt sich der Volvo Energie. Der E-Motor fungiert als zusätzliche Bremse und generiert so wieder Strom. Mit welchem Triebwerk man unterwegs ist, das kann man getrost der Elektronik überlassen. In der Grundeinstellung Hybrid wird immer der unter Verbrauchsgesichtspunkten beste Antrieb gewählt. Ist genügend Batteriekapazität vorhanden, geht es still und leise zur Sache. Bis Tempo 125 übrigens, dann schaltet sich der Verbrenner dazu.

Wer auf den Modus Pure geht, ist hingegen rein elektrisch unterwegs. Ideal wenn man schon in den frühen Morgenstunden aufbricht, so schont man lärmtechnisch die Umwelt. Auch drohende Fahrverbote oder City-Maut-Pläne verlieren damit ihren Schrecken. Einfach auf Elektro umschalten und schon genießt man wieder die große Freiheit, die individuelle Mobilität so attraktiv macht. Die elektrische Reichweite kann man jederzeit so einsetzen, wie es einem gefällt. Mit der Hold-Taste friert man die dann vorhandene Akku-Ladung quasi ein und mit Charge kann man sie sogar wieder erhöhen. Dann fungiert der Verbrenner als Strom-Generator.

Zwischen fünf Fahrmodi darf gewählt werden: Das Offroad-Programm stabilisiert das Auto auf rutschigem Untergrund.

Wer es allerdings mal krachen lassen möchte - für den gibt es den Power-Mode. Hier werden die beiden Triebwerke zusammengespannt und bringen alles auf die Vorderachse, was sie zu bieten haben. Das sofort zur Verfügung stehende Drehmoment der E-Maschine fühlt sich dann wie ein großer Turbolader an. Eine feine Sache, die zusammen mit der sportlicheren Abstimmung des Getriebes und einem fetteren Motorensound noch mehr Spaß machen soll.

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So viel verbraucht der Volvo XC 40

Vergnüglich dürfte der XC 40 T5 Twin Engine auch für den Geldbeutel sein. Die Verbrauchswerte auf 100 Kilometer sollen zwischen 2,0 und 2,4 Litern liegen, dazu kommt natürlich noch der Stromverbrauch mit 15,7 bis 16,8 kWh. Freilich nur bei äußerst sanftem Umgang mit dem Gaspedal. Damit kosten 100 Kilometer mit diese XC 40 rein rechnerisch und abhängig von den jeweiligen Energiepreisen zwischen sieben und acht Euro.

Motoren und Fahrleistungen des Volvo XC 40

Wem diese Art der Technik zu kompliziert und der Grundpreis des doppelt angetriebenen Volvos mit 49.000 Euro zu hoch ist, kann immer noch auf die herkömmlichen Motorisierungen zurückgreifen. Der T3 hat den gleichen Dreizylinder, leistet hier aber nur 163 PS und schlägt in der Basisausstattung mit 32.950 Euro zu Buche. Beim Top-Benziner T5 AWD gibt es einen 2,0-Liter Motor mit 247 PS. Das lässt man sich aber auch bezahlen: 47.750 Euro kostet er. Und auch Diesel-Aggregate sind noch im Angebot. Der D3 (150 PS) steht mit 35.450 Euro in der Preisliste, der 190 PS starke D4 AWD mit 46.450 Euro.

Lademeister: Erst die umgeklappte Rückbank bringt Volumen – dann passen bis zu 1336 Liter in den XC 40.

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Diese Features bietet der Volvo XC 40

All diese Modelle können mit den vielen Sicherheitsfeatures, für die Volvo* ja auch berühmt ist, ausgestattet werden. Und diese drei sind neu: Das Blind Spot Information System (BLIS) überwacht jetzt nicht nur den toten Winkel, sondern arbeitet mit dem Lenkassistenten zusammen. Sollte der Fahrer die Warnsignale übersehen oder reagiert nicht rechtzeitig, dann lenkt das Auto selbständig und beseitigt so die Gefahr für Leib und Leben. Außerdem kommuniziert der XC 40 jetzt mit anderen Autos. Über die Cloud erfährt es zum Beispiel, ob die Straßen rutschig sind, dichter Nebel auf der Strecke liegt oder ob es irgendwo einen Unfall gegeben hat.

Aufgeräumt und übersichtlich ist das Cockpit bei Volvo. Fast alles lässt sich über das zentrale Display regeln und schalten.

Datenblatt Volvo XC 40 T5 Twin Engine

Hubraum:

1477 ccm

Leistung:

180 + 82 PS

Drehmoment:

265 + 160 Nm

Antrieb:

7-Gang DKG

Länge/B./H.:

4,43/1,65/2,03 m

Leergewicht/Zul.:

1812/478 kg

Anhängelast:

gebr. 1800 kg

Kofferraum:

460 – 1336 l

0 – 100 km/h:

7,3 s

Top-Tempo:

205 km/h (125 km/h elektrisch)

Normverbrauch:

2,0 – 2,4 l Benzin

Stromverbrauch:

15,7 – 16,8 kWh

CO2-Ausstoß:

45 – 55 g/km

Abgasnorm:

Euro 6d

Preis:

ab 49.000 Euro

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Rudolf Bögel

Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto:  © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
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Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden.  © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
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Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen).  © ADAC
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Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen.  © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt.  © ADAC
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Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung.  © ADAC
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Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz).   © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich.  © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen.  © ADAC
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Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren.  © ADAC
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Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist.  © ADAC

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