Schnee-Chaos: Was tun, wenns jetzt kracht?

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Schnee und Eis - was Sie nach einem Autounfall beachten sollten

Schnee und Eis - das Winterwetter ist für Autofahrer ziemlich anstrengend. Auf den rutschigen Straßen krachts häufig. Doch muss man beim Blechschaden gleich die Polizei rufen?

Bei aller Aufregung nach einem Verkehrsunfall, in erster Linie gilt jetzt: Ruhe bewahren. Folgende Regeln sollten beachtet werden, damit zum Ärger nicht noch unnötige Kosten oder gar unerfreuliche juristische Folgen kommen.

Pflichten am Unfallort

Ist jemand verletzt? Falls ja sofort den Notruf wählen! Und danach die Unfallstelle absichern.

Bei schweren Sachschaden sollte man nicht zögern die Polizei zu rufen.

Blechschade? Polizei rufen oder nicht?

Vertraglich Verpflichtet: Fahrer von Dienstwagen, Leasingfahrzeugen oder Mietwagen sind vertraglich verpflichtet die Polizei anzurufen.

Für alle anderen gilt: Sie müssen bei einem Bagatellschäden nicht die Polizei rufen

Außer natürliche, die Unfallbeteiligten sind sich uneins über den Unfallhergang.

Folgendes sollten Sie beachten

* UNGFALLORT Am Unfallort bleiben, bis die Polizei eingetroffen ist und neben den beteiligten Personen die Fahrzeuge und die Art der Unfallbeteiligung festgestellt wurden. Personalien, Fahrzeug- und Versicherungsdaten austauschen.

* UNFALLBERICHT Unfallbericht und -skizze anfertigen (Formblätter sind bei Versicherungen und Autoclubs erhältlich). Beschädigungen an den Fahrzeugen, Bremsspuren notieren, möglichst fotografieren. Auch bei scheinbar klarer Schuldfrage Adressen von Zeugen notieren.

* SCHULDFRAGE Ist die Schuldfrage unklar, am Unfallort keine Stellungnahme abgeben.

 * VERWARNUNGSGELD Bietet die Polizei ein Verwarnungsgeld an, sollte man das nur bei wirklich eindeutigem Verschulden akzeptieren. Erst recht sollte man kein pauschales Schuldanerkenntnis abgeben.

* UNFALLHELFER Unfallhelfern, die „alles regeln“ und eine Unterschrift dafür haben wollen, grundsätzlichmisstrauen. Muss das Fahrzeug abgeschleppt werden, sollte man sich am besten vor Zeugen (oder schriftlich) den Preis dafür nennen lassen.

* SCHADENSHÖHE Die Schadenshöhe kann in einer Werkstatt oder (bei Schäden ab circa 700 Euro netto) durch einen Kfz-Sachverständigen festgestellt werden. Geringe Blechschäden können von Schnelldienst- Stationen der Versicherung erledigt werden.

* SACHVERSTÄNDIGER Bei größeren Schäden kann ein Kfz-Sachverständiger eingeschaltet werden. Den Reparaturauftrag sollte der Geschädigte nicht verzögern. Dadurch gegebenenfalls entstehende Mehrkosten (etwa längere Mietdauer für einen Mietwagen) werden in der Regel nicht ersetzt.

* ANSPRUCHE Ansprüche bei der Versicherung muss manunverzüglich anmelden. Sinnvoll ist es, um eine Kostenübernahmeerklärung zu bitten, die dem Händler die Direktabrechnung mit dem eintrittspflichtigen Versicherer ermöglicht.

* VERSICHERUNG Muss die Rechnung zunächst bezahlt werden, kann vom Versicherer ein Vorschuss verlangt werden. Geht das Unternehmen darauf nicht ein und muss zur Finanzierung der Rechnungssumme ein Darlehen aufgenommen werden, trägt die Versicherung die Kosten, wenn sie zuvor auf die Notwendigkeit der Finanzierung hingewiesen wurde.

* HAFTPFLICHTVERSICHERUNG Die eigene Haftpflichtversicherung sollte immer verständigt werden, insbesondere, wenn Ansprüche des Unfallgegners zu erwarten sind, etwa wegen eines Mitverschuldens.

* RECHTANWALT In der Regel kann für die Schadensregulierung die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch genommen werden.

* MIETWAGEN Für die Dauer der Reparatur kann entweder ein Mietwagen beansprucht werden oder „Nutzungsausfall“ (unterschiedlich hoch je nach Wagentyp). Für einen Mietwagen werden teilweise 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrages für „ersparte Eigenkosten“ abgezogen. Etliche Versicherer verzichten darauf, wenn ein kleineres Fahrzeug gemietet wird.

 Achtung: Der Bundesgerichtshof verlangt, dass im Regelfall nicht beim „erstbesten“ Autovermieter unterschrieben wird – es kann passieren, dass (zu) hohe Mietwagenrechnungen von der Versicherung nicht voll akzeptiert werden. Es kann daher sinnvoll sein, sich bei der Versicherung des Schädigers über die Erstattungsfähigkeit zu erkundigen.

 * KOSTEN Zur Abgeltung von Kosten für Telefon, Porto oder Fahrten zur Werkstatt bieten die Gesellschaften rund 20 Euro an. Höhere Kosten müssen nachgewiesen werden.

* REPARATUR Wird der Wagen nicht repariert, kann eine Barentschädigung „auf Gutachtenbasis“ verlangt werden.

* ACHTUNG: Mietwagen oder Nutzungsausfall entfallen, wenn der Wagen wegen Krankheit oder einer schweren Verletzung gar nicht benutzt werden kann (auch wenn der Unfall Grund für die Verletzung war).

Und: Wer wenig fährt, der wäre mit einem Taxi billiger dran. Das wird im Regelfall dann unterstellt, wenn bis zur Rückgabe des Mietautos nicht mindestens 30 Kilometer pro Tag gefahren wurden. Schadenminderungspflicht ist der Fachausdruck dafür.

Wolfgang Büser

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