Renault Twizy: Der Elektro-Auto-Scooter

+
Grüß Gott, Bavaria: Der Twizy mit Tester Andreas Thieme auf der Theresienwiese

Von hinten schleicht er sich an, ganz leise, kaum hörbar ist sein sanftes Surren. Dann schaltet die Ampel auf Grün – und er gibt Gas. Zieht davon. Ohne Qualm, ohne Lärm.

Da staunen die anderen Straßenteilnehmer nicht schlecht. Was, bitte, war denn das? Das, liebe Autofans, war der flotte Twizy – das neue, hippe Elektroauto von Renault.

Von 0 auf 45 km/h startet der Zweisitzer in nur 6,1 Sekunden. Das geht ab! Sein maximales Drehmoment von 57 Newtonmetern erreicht der Twizy direkt vom Start weg. Lineare Beschleunigung aus dem Stand nennt das der Hersteller. Wuseliger Fahrspaß nennt das der Tester. Denn: Der Twizy zischt los wie ein Auto-Scooter, ist unglaublich schnell und spritzig.

Der neue Renault Twizy

Der neue Renault Twizy

Über ein hellblaues Kabel an der Front lädt der Twizy Strom auf

Seine Energie zieht er aus einem luftgekühlten Lithium-Ionen-Akku mit 60 Volt Spannung. 6,1 Kilowattstunden leistet die Batterie, die direkt unter dem Fahrersitz ruht. Rund 100 Kilometer kann man damit zurücklegen, je nach Fahrstil, – dann muss der Kleine rund dreieinhalb Stunden an die Steckdose. 13kw oder 18 PS runden die Leistung des Elektro-Franzosen ab. Maximal 80km/h sind möglich. Außerdem nennenswert: Der Elektromotor ist emissionsfrei – stößt weder Abgase noch Rußpartikel aus. So weit der Technik-Teil. Jetzt wieder zum Fahrspaß.

Wirklich wahr: Der Twizy passt in einen Fahrradständer

Wer um die Kurve braust, spürt die Reifenhaftung deutlich. Tiefer Schwerpunkt, zackige Kurvenlage. Ganz klar: Das hat was von Kart-Fahren. Und überhaupt: Gas, Bremse, Lenken – mehr muss man nicht können. Getriebe? Fehlanzeige. Für Fahren im Stadtverkehr natürlich perfekt.

Die Optik: Von vorn wie ein überdachter Roller. Über den Flügeltüren fegt der Fahrtwind herein, Fahrer und Beifahrer sitzen hintereinander. Helm und Schutzkleidung sind aber unnötig – dank der verstärkten Sicherheitszelle. Und, klar: Der Twizy ist ein Hingucker. Luftig leicht steht er an der Ampel, zieht Blicke und viel Lächeln auf sich. Ist das echt ein Auto?

Gerade mal 2,30 Meter lang und 1,20 Meter breit passt der Zweisitzer – nein nicht in die Handtasche – aber in jede nur denkbare Parklücke. Die geringe Größe hat noch einen zweiten Vorzug: Den Wendekreis. 6,80 Meter gibt Renault an. Viele Extras kann man in dem Mini-Flitzer nicht erwarten. Immerhin: Ein Fahrer-Airbag ist drin, auch ein Vierpunkt-Gurt.

Was fehlt: Ladefläche für die Einkäufe. Bei so viel Lob noch ein paar kritische Anmerkungen. Sorry, Twizy: Aber hinten scheppert’s ordentlich, wenn die Fahrbahn nicht eben ist. Bodenwellen? Aua! An Kopfsteinpflaster will man gar nicht denken. Nix für Leute mit Bandscheibenproblemen! Der Sitz ist hart, das Einsteigen mühsam. Ehrlich: Daran haben nur Jüngere Spaß. Apropos Jüngere: Renault bietet den Twizy auch in der Light-Version mit 4KW/5PS an. Den darf man schon ab 16 fahren – mit Führerschein Klasse S. Preislich geht's übrigens los bei 6990 Euro.

Fazit: Ist das ein Auto? Irgendwie schon. Ein wahres Spaßmobil.

Andreas Thieme

Verrückt! Der Renault Twizy

Mehr zum Thema

Kommentare