Frischzellenkur

Der Italo-Cowboy: Jeep Grand Cherokee

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Bulliger Offroader: Der Frontgrill wurde neu modelliert, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht leuchten den Weg.

Jeep gilt als der Vater aller Geländewagen und ist weltweit der größte Hersteller von SUVs (sport utility vehicle). Flagschiff der mittlerweile zur Fiat-Gruppe gehörenden US-Marke Chrysler ist der Grand Cherokee.

Der Urenkel des legendären US-Army-Gefährts wurde jetzt kräftig aufgepeppt. Edler, sportlicher und sparsamer geht der Italo-Cowboy ab sofort zu Grundpreisen zwischen 45 500 und 76 900 Euro selbstbewusst auf die Jagd nach neuen Verkaufsrekorden. Wir haben die 250 Pferdestärken des Offroaders in einem V6 Diesel mit 3,0 l Hubraum in Stadt und Gelände getestet.

Kraftstrotzend und bullig wie ein Büffel wartet der Grand Cherokee auf den Ausritt. Ein neu geformter Frontgrill, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion und LED-Technik, neue Leuchten am Heck sowie eine neu geformte Heckklappe lassen den 4,82 Meter langen Geländewagen sportlicher wirken.

Das äußerst geräumige Cockpit des Jeeps wirkt edel und hochwertig: Je nach Ausstattungsvariante sind Sitze, Lenkrad Schalthebel, Armaturentafeln und sogar die A-Säulen mit Leder, Velours oder Echtholz ausgestattet. Optional gibt’s einen Panorama-Dachhimmel. Serienmäßige Schaltwippen hinter dem mit 16 Knöpfen überfrachteten Lenkrad ermöglichen eine manuelle Bedienung des neuen Achtgang-Automatikgetriebes.

Herzstück im Innern ist ein 8,4 Zoll großer Touchscreen, über den sich problemlos Klimaanlage, Radio, Sitzheizung, Smartphone und Navi bedienen lassen. Apropos Navi: Endlich mal ein Helferlein, das rechtzeitig zu Richtungsänderungen auffordert.

Positiv und großzügig auch das Raumangebot im Grand Cherokee: Fünf große Erwachsene haben bequem Platz. Für Zuladung bzw. Gepäck stehen 782 bis 1554 Liter zur Verfügung. Bemerkenswert ist die Anhängelast von 3500 kg.

Kernstück der Überarbeitung der vierten Generation des Edeljeeps ist die neue Achtstufenautomatik. Die schaltet sich nicht nur sanft, sondern senkt auch den Verbrauch des 2,5 Tonnen schweren Jeeps um bis zu zehn Prozent auf durchschnittlich 7,5 Liter bei den Dieselmotoren. Im Test kamen wir nur geringfügig über diese Marke. Auffällig neben dem Fahrkomfort in kurvigem Gelände: die Durchzugskraft und Laufruhe des Dieselaggregats bei höheren Drehzahlen.

Abseits befestigter Straßen beweist der Allrad-Jeep tatsächlich Offroad-Qualität: Die automatische Fahrwerkeinstellung mit optionaler Luftfederung kontrolliert sowohl Wagenhöhe bzw. Bodenfreiheit (bis 28 cm einstellbar) wie auch die Traktion. Dadurch ist es selbst Laien möglich, den bulligen Jeep durch schwieriges Gelände zu steuern.

Jeep Grand Cherokee

Jeep Grand Cherokee

Und wenn dann auch noch Dave Dudley mit 825 Watt aus den 19 Lautsprechern der Harman-Kardon-Anlage ertönt, dann fühlt man sich im Grand Cherokee tatsächlich wie im Wilden Westen …

Das Motorenprogramm bleibt unverändert: Die zwei V6-Diesel mit drei Litern Hubraum und 190 und 250 PS sind ab 45 500 und 65 500 Euro zu haben. Den V6-Benziner mit 3,6 Liter Hubraum und 286 PS gibt’s ab 46 500 Euro. Für 22 000 Euro mehr erhält man den V8 mit 5,7 bzw. 6,4 Litern Hubraum und mit 352 bzw. 468 Pferdestärken. Serienmäßig ist jeweils die Achtgangautomatik.

Heinz Wilhelm

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