WM 2018

Vorsicht: Diese Strafen drohen Ihnen im Autokorso

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Sommerzeit ist in diesem Jahr auch wieder Fußballzeit, aber Vorsicht beim Autokorso.

Die WM 2018 steht vor der Tür und damit auch die Autokorsos bei Siegen der deutschen Nationalmannschaft. Aber was ist im Autokorso erlaubt und was nicht?

Die Stimmung ist angespannt, alle fiebern mit, dann die Erlösung: der Siegtreffer und die Freude bahnt sich ihren Lauf. Fans stürmen die Straßen und es bildet sich ein Autokorso.

So könnte es auch diesen Sommer wieder sein, wenn Mitte Juni die WM 2018 in Russland startet. Aber Vorsicht: Ein Autokorso ist kein rechtsfreier Raum und Sie müssen einige Punkte beachten.

Ist ein Autokorso überhaupt erlaubt?

Während Fußball-Fans ihre Freude mit einem Autokorso Ausdruck verleihen, fühlen sich Anwohner eher gestört davon. Aber ist ein Autokorso auf deutschen Straßen überhaupt mit der Straßenverkehrsordnung (StVO) vereinbar? Die einfache Antwort: nein, aber die Polizei drückt oft ein Auge zu.

Denn die StVO schreibt vor, dass andere Verkehrsteilnehmer weder behindert, belästigt, geschädigt oder gefährdet werden. Alle Punkte können während eines Autokorsos aber vorkommen. Deshalb müsste ein Autokorso eigentlich als Veranstaltung angemeldet werden. Aber wer kontrolliert das im Taumel der Freude?

In der Regel duldet die Polizei das bunte Treiben und greift erst bei einer akuten Gefährdung des Straßenverkehrs ein. Aber auch wenn Beschwerden aus der Nachbarschaft aufkommen, wird die Polizei aktiv.

Auch interessant: Deshalb wird Ihr Auto abgeschleppt – und so viel kostet es.

Vorsicht im Autokorso

Aus diesem Grund sollten Sie auch im Autokorso stets Vorsicht walten lassen. Zu weit aus dem Seitenfenster hinauslehnen oder Menschen auf Dach oder Motorhaube mitnehmen, sollten Sie unterlassen. Da kennt die Polizei keinen Spaß und greift durch. Passiert in solchen Situationen ein Unfall, können Sie auch Ihren Versicherungsschutz verlieren.

Fahnenstangen dürfen Sie ebenfalls nicht aus dem Auto herausschwenken. Sie könnten dadurch Radfahrer oder Fußgänger verletzen. Verstoßen Teilnehmer eines Autokorsos gegen diese Regel, löst die Polizei die Jubelfahrt aus Sicherheitsgründen auf.

So verhalten Sie sich im Autokorso richtig

  • Schnallen Sie sich an: Denn auch im Autokorso gilt Anschnallpflicht. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Sie nur bei Schrittgeschwindigkeit ohne Gurt fahren.
  • Auf die Promillegrenze achten: Während des Fußballspiels trinken viele gern mal ein Bier – oder gleich mehrere. Hinters Steuer sollten Sie sich dann besser nicht mehr setzen. Auch im Autokorso gilt die 0,5-Promilliegrenze.
  • Nicht zu viele Passagiere mitnehmen: Achten Sie auf die Zulassungsbeschränkung Ihres Autos. Ist Ihr Auto nur für fünf Personen zugelassen, dürfen Sie auch nur maximal fünf Personen mitnehmen.
  • Vorsicht mit Flaggen: Als Fahrer müssen Sie stets dafür sorgen, dass Sie freie Sicht haben. Das heißt, dass Flaggen so angebracht werden, dass Sie sie nicht beeinträchtig werden. Andernfalls droht ein Verwarngeld von zehn Euro.
  • Finger weg von der Hupe: In Deutschland dient die Hupe als Warnsignal bei einem Überholvorgang oder bei einer Gefährdung von Personen. Die Polizei kann unnötiges Hupen mit zehn Euro ahnden. Aber aufgrund der geringen Schwere des Vergehens lassen Polizisten oft Milde walten.
  • Auf den Lärmpegel achten: Im Rausch der Freude wird die Musik aufgedreht und mit Trillerpfeifen oder anderen Krachmachern gefeiert. Darauf sollten Sie aber verzichten. Laut StVO ist das verboten, weil die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird. Bußgelder in Höhe von zehn Euro können dafür fällig werden.
  • Sicherheitsabstand: Auch im Autokorso müssen Sie genügend Abstand zum Vordermann halten. Denn gerade in solchen Situationen sind Auffahrunfälle sehr wahrscheinlich. Kommt es doch zu einem Unfall, sollten Sie schnellstmöglich die Personalien des Unfallgegners aufnehmen.

Lesen Sie hier, wer bei Unwetterschäden am Auto zahlt.

Verstöße im Autokorso

Verstoß

Verwarngeld/Bußgeld

Unnötiger Lärm durch Benutzung des Fahrzeugs

10 Euro

Unnützes Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften unter Belästigung Dritter

20 Euro

Vorgeschriebenen Sicherheitsgurt während der Fahrt nicht angelegt

30 Euro

Mehr Personen befördert als mit Sicherheitsgurten ausgerüstete Sitzplätze vorhanden sind

5 Euro

Hupe oder Lichthupe  missbräuchlich eingesetzt

10 Euro

Warnblinklicht missbräuchlich eingeschaltet

5 Euro

Sicherheitsabstand bei einer Geschwindigkeit bis 80 km/h nicht eingehalten

25 Euro

... mit Gefährdung

30 Euro

... mit Sachbeschädigung

35 Euro

Trotz Beeinträchtigung von Sicht und Gehör gefahren

10 Euro

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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