Enduro Yamaha XT 1200Z: Wenn die Wüste bebt …

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Vom Fernweh ergriffen: Unser Redakteur Volker Pfau testete die Enduro und war begeistert.

Dass Erfolg Nachahmer auf den Plan ruft, gehört zu den Spielregeln der freien Marktwirtschaft. Also war es kein Wunder, dass Yamaha nun auch eine große Reiseenduro...

...präsentiert hat, nachdem die GS von BMW seit Jahren die Verkaufsstatistiken anführt.

Den fernwehträchtigen Namen Ténéré hatten sich die Japaner ja schon lange gesichert: Vor knapp 30 Jahren stand der bereits für eine damals ziemlich kernige Enduro, den reisetauglichen Abkömmling der legendären XT 500. Der Einzylinder verschwand, der Name blieb und wartete darauf, mit dem passenden Bike, das Abenteuer, Freiheit und Schweiß verheißt, wieder zum Leben erweckt zu werden. Jetzt steht die XT 1200Z Super Ténéré vor uns.

Unterwegs mit der Reise-Enduro Yamaha XT 1200Z Super Ténéré

Kein Vergleich mehr mit dem puristischen Single – die Ténéré Baujahr 2011 glänzt mit üppiger Ausstattung, üppigen Formen und üppiger Motorisierung. 110 PS (81 kW) leistet der Zweizylindermotor mit 1199 ccm Hubraum, das maxi- male Drehmoment von 114 Nm bei 6000 U/min verspricht satten Durchzug. Die erste Sitzprobe fällt positiv aus, der breite Lenker vermittelt das Gefühl, alles gut im Griff zu haben, nur das Cockpit scheint wegen der Vielzahl der Leuchten und Anzeigen anfangs etwas verwirrend, die Funktionen klären sich aber bald. Der Zweizylinder schnurrt gleich angenehm ruhig, er vermittelt schon vom Start weg das Gefühl der Souveränität. Die sechs Gänge lassen sich bereits in kaltem Zustand weich und sauber schalten. Zu Beginn wählen wir den Fahrmodus „Touring“, wechseln aber bald in „Sport“ (das geht ganz einfach während der Fahrt), denn die XT war uns einfach zu brav, da fehlte der Bumms. Danach aber geht’s zackig zu Werke, die Leistung steht direkter zur Verfügung, die Kraft ist besser zu spüren, der Sound kerniger. Die Wüste bebt, wenn die 261 kg schwere Super Ténéré richtig Fahrt aufnimmt.

Nur anfangs irritierend: Die vielen Leuchten und Anzeigen im Cockpit erklären sich während des Gebrauchs schnell von selbst.

Die Fahrleistungen und die Handlichkeit der großen Yamaha sind tadellos, sie lässt sich brav und problemlos um Kurven lenken, der Kardan arbeitet unauffällig, sie ist handlich und bügelt Fahrbahnunebenheiten souverän weg. Auch die Bremsen packen gut dosierbar zu, das serienmäßige ABS wird relativ spät aktiviert, regelt dafür dann aber angenehm und gut beherrschbar. Auch auf der Autobahn lassen sich mit der Super Ténéré stressfrei Kilometer fressen. Die nicht verstellbare Scheibe teilt den

Verwirbelungen oder Lärm zu produzieren. Bis zur angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h läuft die XT ruhig und unkompli- ziert. Dass die Anzeige im Cockpit dann deutlich über 6 Liter auf 100 Kilometer meldet, ist akzeptabel. Im Schnitt errech- neten wir einen Verbrauch von 5,8 Litern – im Touring-Modus lässt er sich locker unter 5 Liter drücken. Der Preis für die Yamaha XT 1200Z Super Ténéré beträgt 13750 Euro. Darin sind u. a. ABS, Hauptständer, Handprotektoren und Traktionskontrolle enthalten, also alles, was heute zum Standard großer Reiseenduros gehört. Und mit dem tradionsträchtigen Namen gibt es noch eine ordentliche Portion Fernweh gratis mit dazu.

VOLKER PFAU

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