Die doppelte Nockenwelle

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Hängt gut am Gas: Auf der BMW R 1200 GS ist man sicher und souverän unterwegs

Am Erfolgsmodell R 1200 GS Verbesserungen vorzunehmen, birgt für BMW ein großes Risiko. Denn es gibt im Grunde an der Reiseenduro nichts wirklich zu verbessern.

Sie ist das derzeit beste Allround-Motorrad auf dem Markt. Und doch hat der Münchner Hersteller für 2010 das Boxermodell überarbeitet. Wichtigste Änderung: ein neuer Motor.

BMW Sondermodelle "30 Jahre GS"

BMW Sondermodelle "30 Jahre GS"

Das heißt, dass der DOHCMotor pro Zylinder über zwei obenliegende Nockenwellen verfügt und zudem der Brennraum verändert wurde, so dass nun neben der größeren Spitzenleistung zusätzlich im unteren und mittleren Drehzahlbereich ein höheres Drehmoment zur Verfügung steht.

Eine weitere Änderung bemerkt man gleich nach dem Druck auf den Startknopf: Der Sound, der da dem Schalldämpfer entweicht, ist richtig kernig und lässt einen schnell glauben, dass da weit mehr als nunmehr 110 PS (81 kW) Leistung zur Verfügung stehen statt der bislang 105 PS (77 kW). In Bewegung gesetzt lässt sich gut feststellen, dass die aktuelle GS jetzt deutlich besser am Gas hängt und dass im unteren Drehzahlbereich mehr Durchzug vorhanden ist.So wird die Ausfahrt mit der R 1200 GS des Baujahrs 2010 auf der einen Seite zur Begegnung mit einemwohlbekannten Motorrad, auf der anderen Seite merkt man deutlich, dass sich da im Inneren des 1170-ccm- Zweizylinders Einiges getan hat. Gewohnt sicher und souverän ist der Auftritt der BMW in der Stadt und über Land, und wer größere Etappen zu absolvieren hat, kann mit ihr auch getrost auf der Autobahn Kilometer um Kilometer abspulen. Den Bereich der Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h sollte man dabei aber nur kurzzeitig ausreizen, denn bei diesem Tempo wird das Vorderrad etwas leicht.

Man muss den BMWIngenieuren dankbar sein, dass sie bei allen Modifikationen und Verbesserungen den ursprünglichen Charakter der GS nicht verändert haben und man am Lenker nach wie vor unbandig viel Spaß hat. Trotz gesteigerter Leistung blieb der Verbrauch nahezu unverändert: 5,8 Liter Super genehmigte sich die aktuelle GS auf 100 Kilometer, 5,7 Liter hatten wir beim Vorgängermodell gemessen.

Beim Händler wird man auch Veränderungen feststellen, denn man muss etwas tiefer in die Tasche greifen, will man die neue R 1200 GS sein eigen nennen. 13 000 Euro beträgt der Grundpreis, der mit dem 1400 Euro teuren Safety-Paket (ABS, Stabilitätskontrolle ASC, Reifendruckkontrolle), dem Komfort-Paket für 580 Euro (u.a. Heizgriffe, Bordcomputer, Handschutz) und dem Touring-Paket, für das 1240 Euro fällig werden (u.a. elektronische Fahrwerkseinstellung, Kofferhalter, Heizgriffe) sowie Angeboten aus dem Stauraumprogramm schnell um eine stattliche Summe erhöht werden kann.

Volker Pfau

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