Ausbildung zum Detektiv?

Berufsbild, Voraussetzungen und Kosten auf einen Blick

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Wer in Deutschland einen Beruf erlernen möchte, der strebt eine Ausbildung an. Grundlegend gibt es hierzu zwei Konzepte.

Welches Ausbildungskonzept durchläuft der Detektiv?

Wer in Deutschland einen Beruf erlernen möchte, der strebt eine Ausbildung an. Grundlegend gibt es hierzu zwei Konzepte. Entweder streben Sie eine duale Ausbildung oder eine rein schulische Ausbildung an. Bei einer dualen Ausbildung arbeiten Sie in dem Betrieb, bei welchem Sie sich bewerben müssen. Zudem besuchen Sie die Berufsschule, in welchen Ihnen die theoretischen Grundlagen des Berufes vermittelt werden. Um die Berufsschule zu besuchen, werden Sie an diesen Tagen von der Arbeit im Betrieb freigestellt. Zudem werden Sie für das Besuchen der Berufsschule, mit dem monatlichen Ausbildungsgehalt bezahlt. Durchschnittlich dauert eine duale Ausbildung zwischen zwei und dreieinhalb Jahren an. Mit überqualifizierter Vorbildung, beispielsweise Abitur, anstelle von Reals Schulabschluss oder einem abgebrochenen Studium im gleichen Bereich, können Sie die Ausbildung verkürzen.

Verläuft eine schulische Ausbildung komplett ohne Praxisanteil?

Bei einer rein schulischen Ausbildung, wie es bei dem Beruf des Detektivs der Fall ist, bekommen Sie kein Gehalt von einem Betrieb. Das bedeutet, dass Sie sich selbst überlegen müssen, wie Sie die Ausbildung finanzieren. Schließlich wird von der ausbilden Schule ein monatlicher, halbjährlicher oder jährlicher Beitrag gefordert.

Sie müssen jedoch keine Bedenken haben, den Beruf in der schulischen Form ausschließlich theoretisch zu erlernen. Hierzu werden regelmäßige Pflichtpraktika angeordnet, durch welche Sie in der Praxis Erfahrungen sammeln können. Seien Sie sich allerdings bewusst, dass die zum Teil Zeit in Anspruch nimmt, um Bewerbungen zu schreiben und an den Vorstellungsgesprächen teilzuhaben. Manche Schulen weisen Ihnen jedoch auch gewisse Praktikumsstellen zu.

Die Inhalte der Ausbildung

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Ausbildung zum Detektiv nicht staatlich anerkannt ist. Somit erhalten Sie keinen Berufstitel verliehen. Dennoch können Sie bei der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD) gewisse Schulungen sowie Seminare durchlaufen, welche Ihnen alle Fähigkeiten vermittelt. Innerhalb von zwei Jahren lernen Sie hierbei die Strategien eines Detektiven zu verstehen, zu analysieren und in den Alltag einbringen. Durch die Seminare wird Ihre Auffassungsgabe sehr stark geschult, das Erinnerungsvermögen trainiert und Ihre persönliche Flexibilität trainiert. So können Sie sich im späteren Alltag des Detektivs schnell in neue Rollen einfinden und Situationen gekonnt abschätzen.

Kommunikation und Selbstverteidigung

Dieses Können ist im Alltag sehr wichtig. Schließlich treten Sie mit zahlreichen Menschen in Kontakt, um Informationen zu beschaffen. Hierbei sollten Sie auch wortgewandt sein. Sie müssen offen, locker und nicht auffällig mit den Personen in Kontakt treten können, über welche Sie Wissenswertes erfahren möchten. Da es nicht immer zu positiven Kontakten kommt, kann ein Kurs in Selbstverteidigung ebenfalls sehr nützlich sein. Manche Anbieter integrieren diesen in Ihre Schulung, andere hingegen verzichten auf dieses Extra. Wägen Sie daher für sich selbst ab, ob Sie einen solchen Kurs zusätzlich absolvieren möchten.

Pfefferspray im Einsatz – Angriff oder Schutz?

Neben den Grundlagen in der Selbstverteidigung dürfen sich Detektive mit einem Pfefferspray ausrüsten. In vielen Serien oder Filmen, vor allem aus dem amerikanischen Raum, wird das Bild des bewaffneten Detektivs vermittelt. Dies trifft allerdings nicht auf die Realität zu. Ein Detektiv kann zum Selbstschutz ein Pfefferspray bei sich tragen. Der Einsatz dieses Verteidigungsinstruments ist gesetzlich geregelt. Es darf ausschließlich zum Einsatz der Verteidigung und in keinem Fall zum Angriff genutzt werden.

Für einen Detektiv, der auch im Ausland tätig ist, gilt jedoch zu beachten:

Ein Pfefferspray ist in Deutschland vollkommen legal und erlaubt. Doch in den Niederlanden oder Belgien, können Sie hierdurch in Schwierigkeiten geraten. In diesen Ländern ist es verböten ein solches Spray bei sich zu tragen.

Nach der Ausbildung: Selbstständig arbeiten oder sich einer Detektei anschließen?

Ist die Ausbildung erst einmal gemeistert, stellt sich für viele Detektive die Frage, wie es nun weitergehen soll. Sie haben die Möglichkeit sich selbstständig zu machen, indem Sie eine eigene Detektei eröffnen oder Sie schließen sich einer bereits bestehenden Detektei an. Hier arbeiten Sie mit zahlreichen erfahrenen Kollegen zusammen.

Sollten Sie es bevorzugen sich selbstständig zu machen, gilt es einige Behördengänge zu realisieren. Wichtig ist die Gewerbeerlaubnis, welche Ihnen nach §34a Gewerbeverordnung zugeteilt wird. Dies ist relevant, da Ihr Gewerbe eine Überwachungstätigkeit realisiert. Eine solche Handlung muss entsprechend der Gewerbeordnung zunächst genehmigt werden, bevor Sie legale Arbeit leisten können.

Neben zahlreichen Dokumenten muss auch ein Sachkundenachweis vorgelegt werden können. Diesen haben Sie im besten Fall in Ihrer zuvor absolvierten Ausbildung, einem Seminar oder einer Schulung erhalten. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, müssen Sie bei der IHK eine Sachkundeprüfung ablegen. Hierin werden Sie auf zahlreiche Themengebiete überprüft. Zu wissen sind Schwerpunkte des Rechtes der öffentlichen Sicherheit, dem Gewerberecht, dem Umgang mit Menschen, Unfallverhütungsvorschriften und vieles mehr.

Probleme mit der Erlaubnispflicht

Sollten Sie bei der Anmeldung des Gewerbes bezüglich der Erlaubnispflicht nicht alle nachzuweisenden Aspekte erfüllen, gibt es dennoch einen Weg in die Selbstständigkeit. So gilt die Erlaubnispflicht für Ihr Gewerbe nur dann, wenn Sie nicht nur Observationen durchführen, sondern auch berufsbedingten Gefahren ausgesetzt sind. Sollten Sie beabsichtigen, ausschließlich Informationenbeschaffungen und distanzierten Observationen nachzugehen, können sie sich von der Erlaubnispflicht befreien lassen. Sprechen sie hierzu mit den Angestellten und Beamten des Rathauses.

Aufgaben als selbstständiger Detektiv

Sicherlich kommen mit der Selbstständigkeit auch zahlreiche berufsfremde Aufgaben auf Sie zu. Von Beginn an einen strukturierten Unternehmerplan bereitzuhalten kann Probleme vermeiden. Ihre Buchhaltung, Marketing sowie genaue Preiskalkulation sorgen für den Zulauf von Kunden.

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