Aktuelles aus der Telekommunikationsbranche: die VATM-Studie

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Dass das Leben zunehmend häufiger von Medien geprägt ist und auch dem Smartphone eine immer größere Bedeutung zukommt, weiß jeder. Die VATM-Studie bringt nun entsprechende Zahlen auf den Tisch.

Der VATM ist der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten. Alljährlich veröffentlicht der Verband eine Marktstudie.

In diesem Jahr feiert der VATM Jubiläum mit der Studie, denn es ist bereits die 20. Ausgabe, die auch heuer wieder spannende Informationen aus der Welt der Telekommunikation vorhält. Die Zusammenfassung aller Ergebnisse ist in dieser Präsentation dokumentiert. Einige Details der Studie sollen nun im folgenden Beitrag punktuell beleuchtet werden.

Die Zahl der aktivierten Sim-Karten hat sich verzehnfacht

Auf Seite 25 der ausführlichen Präsentation lässt sich an einem farbenfrohen Balkendiagramm mehrerlei ablesen: Im Jahr 1998 waren 13,9 Millionen Sim-Karten im Umlauf. Vodafone war der stärkste Marktanbieter in dieser Zeit (43,2 Prozent), Telekom Deutschland folgte mit 42,4 Prozent und auf E-Plus entfiel der kleinste Anteil (14,4 Prozent). Nur zehn Jahre später, also im Jahr 2008 zeigte die Branche ein ganz anderes Bild: 107,2 Millionen Sim-Karten waren im Umlauf. Das bedeutet eine Steigerung von 93,3 Millionen Sim-Karten. Auch die Mehrheiten haben sich verschoben: Marktriese dieses Jahres war die Telekom Deutschland mit 36,5 Prozent. Dahinter folgten Vodafone (33,7 Prozent), E-Plus (16,6 Prozent) und O2 (13,2 Prozent).

Mit Blick auf die geschätzten Zahlen für das Jahr 2018 zeigt sich nun ein wiederum deutlich höherer Balken, sprich: 132,9 Millionen sollten im Jahr 2018 in Benutzung sein. Das heißt, dass die Anzahl binnen der letzten zehn Jahre noch einmal um 25,7 Millionen Sim-Karten gestiegen ist. In dieser Betrachtung aufgegriffen wurden drei Global Player am Mobilfunkmarkt: Vodafone mit einer Mehrheit von 35,2 Prozent sowie die Telekom und O2 mit jeweils 32,4 Prozent.

Die Kosten für den Mobilfunkanbieter fallen

Für Verbraucher die beste Nachricht ist hingegen auf Seite 27 der Auswertungen zu finden: Der Umsatz pro Sim-Karte fällt kontinuierlich und das bedeutet: Für diejenigen, die mobil telefonieren, surfen und schreiben, ist es in den letzten 20 Jahren deutlich günstiger geworden. Im Jahr 1998 lag der durchschnittliche Umsatz einer Sim-Karte noch bei 57,26 Euro. Heute liegt er bei 16,68 Euro. Für 16,99 Euro gibt es 8 GB LTE-Internet sowie eine Flatrate für Telefonie und SMS und einen monatlich kündbaren Handyvertrag, der dem Wunsch des Verbrauchers nach Flexibilität besonders deutlich Rechnung trägt.

Worauf es dem heutigen Handynutzer vor allem ankommt, ist das Datenvolumen. Im Schnitt verbraucht ein User 1,6 GB im Monat. Aussagekräftig wird diese Zahl (von Seite 29) vor allem mit Blick auf das vergangene Jahr. 0,87 GB waren der Durchschnitt aus dem Jahr 2017. Diese Tendenz spiegelt sich auch mit Blick auf den Umsatz der Dienstegruppen im Mobilfunk. Die Dienstegruppe „Daten“ stieg von 20,1 Prozent des Umsatzes im Jahr 2008 auf 53,0 Prozent des Umsatzes im Jahr 2018. Rückläufig waren im selben Vergleichszeitraum Kosten für Sprache und Anschluss. Sie fielen von 68,1 Prozent auf 35,1 Prozent. Der Umsatz für Endgeräte und Inhalte blieb stabil: 11,8 Prozent im Jahr 2008. 11,9 Prozent im Jahr 2018. Dass Medien vor allem im Freizeitbereich auf dem Vormarsch sind, hat bereits diese Studie gezeigt.

Diese Rolle spielen Mobilfunk und Festnetz

Noch bevor die Studie diese detaillierten Informationen zum Mobilfunkbereich wiedergibt, wird die Präsentation mit einer Übersicht über den gesamten Telekommunikationsmarkt eingeleitet. Auf den Festnetzbereich entfallen (noch) 55,2 Prozent. 44,8 Prozent entfallen auf die Mobilfunknetze (vgl. Seite 4). Spannend ist die Rolle, die der Riese am Markt (die Telekom) einnimmt. 36,7 Prozent hält die Telekom Deutschland am kompletten Festnetz- und Mobilfunkmarkt. 42,1 Prozent im Teilmarkt der Festnetze, 30,1 Prozent im Teilmarkt der Mobilfunknetze. Sowohl im Geschäfts- als auch im Privatkundenbereich sinken die Zahlen des Unternehmens leicht. Besorgniserregend ist mit Blick auf das Unternehmen Telekom vor allem die Seite 10 der Präsentation. Hier zeigt sich der rapide Abfall der Mitarbeiterzahlen binnen der letzten 20 Jahre. Aus 179,2 Vollzeitkräften im Jahr 1998 sind 98,8 Vollzeitkräfte im Jahr 2018 geworden.

Weiterhin lassen sich diese Trends am Markt beobachten:

  • Der Ex-Monopolist spielt auch mit Blick auf die Anbieter von Breitband-Festnetzanschlüssen nach wie vor eine große Rolle: 39,7 Prozent entfallen auf die Telekom Deutschland, 19,9 Prozent auf Vodafone, 10,4 Prozent auf Unitymedia und 13,1 Prozent auf 1 & 1. Weitere Anbieter sind Teil des Diagramms auf Seite 19 der Präsentation.
  • Die Durchdringung von Glasfaseranschlüssen verstärkt sich deutlich: Die Anzahl der aktiven Haushalte hat sich von 367.000 aktiven Anschlüssen im Jahr 2013 auf 1.017.000 Anschlüsse im Jahr 2018 gesteigert. Die Zahl der erreichbaren Haushalte ist ebenfalls in die Höhe geschnellt: 981.000 Haushalte waren im Jahr 2013 erreichbar. 2.423.000 werden es im Jahr 2018 sein. Die deutliche Aufwärtskurve ist auf Seite 20 zu sehen. Dass das nicht reicht, um mit den Glasfaser-Pionieren Japan und Korea mitzuhalten, zeigt dieser Vergleich der OECD-Länder.
  • Ein deutliches Bild zeigt auch das Balkendiagramm auf Seite 22: Das langsame Internet verliert immer mehr an Bedeutung. Internet mit 50 Mbit/s wird immer prominenter. Im Jahr 2013 lag der Anteil der 50-Mbit-Anschlüsse noch bei 9,1 Prozent. Im Jahr 2018 wird sich diese Zahl auf 33,2 Prozent belaufen. Anschlüsse unter 16 Mbit verlieren sichtlich ihre Durchdringung im Markt.

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