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Ross Antony über seinen Missbrauch, Florian Silbereisen und eine Dschungelcamp-Rückkehr

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Von: Lisa Klugmayer

Florian Silbereisen und Ross Antony auf der Bühne bei der Samstagabendshow Schlagerchampions - Das große Fest der Besten mit Florian Silbereisen im Velodrom in Berlin. (Fotomontage)
Florian Silbereisen und Ross Antony: Freunde oder Konkurrenten? © IMAGO / Eventpress

Hatte Ross Antony Angst davor öffentlich über seinen Missbrauch zu sprechen? Will er nochmal ins Dschungelcamp? Wie sieht er den Konkurrenz-Kampf mit Florian Silbereisen? Und was sagt er zu seinen Botox-Bildern? Uns hat er all das verraten.

München - Bei Ross Antony (46) läuft es gerade richtig rund. Der Schlager-Star hat Anfang des Jahres eine Gastrolle bei „Rote Rosen“ ergattert und in bester Telenovela-Manier mächtig Drama in die Hansestadt gebracht. Damit ist seine TV-Karriere aber noch lange nicht beendet, denn Ross Antony startet nun auch als Moderator richtig durch. Gleich drei neue Schlagershows wird er in den nächsten Monaten moderieren. Zusätzlich darf der sympathische Brite nun auch Ratgeber-Autor in seine Vita schreiben. Am 7. Mai erscheint „Gute Laune glänzt und glitzert“.

Im exklusiven Extratipp.com-Interview spricht er über den Prozess so intime Dinge, wie seinen Missbrauch oder den Tod seines Vaters, aufzuschreiben und öffentlich zu machen. Außerdem verrät er uns, ob er nochmal ins Dschungelcamp will und wie er zum angeblichen Konkurrenzkampf mit Florian Silbereisen steht.

In deinem Ratgeber schreibst du über ziemlich private Dinge: Den Tod deines Vaters, deinen Missbrauch und deine Sexualität. Hat es dich Überwindung gekostet diese intimen Erlebnisse und Gedanken aufzuschreiben und öffentlich zu machen?

Ross: Nein, denn ich wollte zeigen: es passieren zum Teil schlimme Dinge im Leben, aber man kann stärker daraus hervorgehen. Das ist einfacher gesagt, als getan. Deswegen habe ich über diese persönlichen Erfahrungen berichtet und gezeigt, wie ich meinen Weg aus der Krise gefunden habe. Ich glaube, manchmal braucht man nur jemand, der einen zeigt, wie man es raus aus dem Loch schaffen kann. Ich hoffe, dass kann ich mit meinem Ratgeber erreichen, das wäre das schönste Kompliment.

Ross Antony, britischer Sänger und Entertainer, bei einem Fototermin.
Ross Antony - sonst Dauer-Lächler im TV - spricht über seine Schicksalsschläge ©  Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/picture alliance

Bereust du etwas aus deiner Vergangenheit?

Ross: Nein, das kann ich klar sagen. Alle Entscheidungen - ob sie ein Fehler waren oder nicht, haben mich an diesen Punkt gebracht. Ich bin einfach rundum glücklich und vor allem wahnsinnig dankbar für das tolle Leben, dass ich habe.

 Du schreibst auch über den Tod deines Vaters und wie schwer diese Zeit für dich war. Was war der wichtigste Ratschlag, den dein Vater dir je gegeben hat?

Ross: Das man einfach so sein sollte, wie man ist. „Verstelle Dich nicht, Du bist toll, wie Du bist“. Das hat mir echt oft geholfen in dem Momenten, wo ich auch an mir gezweifelt habe. Niemand ist perfekt und das ist auch gut so!

Ross Antony (r) sitzt neben seinen Eltern, Vivien und Denis Catterall, in der TV-Livesendung «Die Besten im Frühling» am 14.03.2015.
Seine Eltern bedeuten Ross Antony alles. Sei Vater verstarb 2017. Er hatte lange Zeit gegen Parkinson und Krebs gekämpft. © Andreas Lander/dpa

Auch ein großes Kapital in „Gute Laune glänzt und glitzert“ ist das Dschungelcamp. Du schreibst, dass IBES eine Art Therapie für dich war. Würdest du nochmal in den Dschungel gehen - oder war das ein einmaliges Erlebnis? Würde dich ein anderes Reality-Format reizen?

Ross: Nein, für mich war es die perfekte Reise und am Schluss bin ich der König des Dschungels geworden. So ein tolles Erlebnis, kann man nicht wiederholen - es bleibt als eine aufregende, schwierige und schöne Zeit in Erinnerung. Ich wollte immer beim „Promi-Backen“ mitmachen. Letztes Jahr war es so weit, ich habe jede Minute geliebt und meine Leidenschaft für das Backen entdeckt. Ich backe nun „around the clock“!

 „Dschungel-König“ Ross Antony posiert am 30.01.2008 in Köln in der satirischen RTL-Comedy-Show „Achtung! Hartwich“
Nach einem Jahr Pause dann wieder ein Schlagerstar: Ross Antony holte sich 2008 den Titel des Dschungelkönigs. © Jörg Carstensen/dpa

Deine neue TV-Show „Rolling“ startet noch dieses Jahr. Herzlichen Glückwunsch dazu! Viele stellen dich nun in direkter Konkurrenz zu Showmaster Florian Silbereisen. Was sagst du dazu?

Ross: Erstmal: DANKE und ich bin geschmeichelt. Aber Florian ist Florian und Ross ist Ross. Ich habe viel von Florian gelernt und tue es immer noch. Er ist wirklich zum Freund und ein bisschen Mentor geworden, er hat mich vor 8 Jahren beim Start meiner Schlager-Karriere unter die Fittiche genommen und dafür bin ich sehr dankbar.

Du hast vor kurzem ein lustiges „Botox-Bild“ gepostet - offensichtlich hast du einen Filter benutzt. Trotzdem hat sich das Bild rasend schnell im Netz verbreitet und in den Kommentaren waren deine Fans zuerst sehr besorgt. Hast du mit dieser heftigen Reaktion gerechnet? 

Ross: Ja, so ist halt Social Media. Du kannst dir nicht vorstellen, wie ich mich amüsiert habe, ich saß im Auto und habe mich totgelacht über die Kommentare. Ich hätte schon gedacht, dass die Leute es schnell merken, aber das war so eine 50/50 Sache. 50 % der Leute haben gesagt - „Ross, wir wissen dass es ein Filter ist, Du bist ein Scherzkeks“ - die andere 50 % haben gesagt „Oh Gott Ross, ich bin so enttäuscht, wie konntest Du das machen“. Mein Management rief dann bei mir an und sagte „Ross, bitte schreibe einen Kommentar, dass es ein Filter ist, die Leute nehmen das zu ernst“. Aber wie gesagt, ich hatte Bauchschmerzen vor lachen.

Danke für das Interview! Es hat mich sehr gefreut. :D

Ross: Ich mich auch - bleibe gesund.

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