Auswanderin begeistert mit deutscher Hausmannskost im Internet

Amerikaner lieben „The German Oma“ aus Frankfurt

Yvonne Christ in ihrer Küche in Washington DC. Hier entstehen die Gerichte für ihre Internetseite „The Oma Way“.
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Yvonne Christ in ihrer Küche in Washington DC. Hier entstehen die Gerichte für ihre Internetseite „The Oma Way“.

Frankfurt - Auswanderin Yvonne Christ aus Frankfurt ist in Amerika ein echter Internet-Star. Zehntausende Fans verfolgen ihren Blog „The Oma Way“. Nicht nur ihre Rezepte für deutsche Hausmannskost sind der Renner. Auch Fotos hessischer Fachwerkhäuser lieben die Fans. Von Kristina Bräutigam

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Die Kohlrouladen sind der deftige Spitzenreiter: 1293 Likes kassierte das Rezept bei Facebook, dicht gefolgt vom Sauerbraten mit 1246 Likes. Gesamtsieger ist allerdings der Apfelstrudel mit satten 2735 Likes. Egal was Yvonne Christ kocht oder backt: Ihre Fans sind verrückt nach den Rezepten der „German Oma“. Die veröffentlicht die gebürtige Frankfurterin, die vor 27 Jahren in die USA ausgewandert ist, auf ihrem Blog „The Oma Way“, was so viel heißt wie „Nach Omas Art“, und der gleichnamigen Facebook-Seite.

Der Erfolg ist riesig: Rund 35.000 Besucher hat der Blog im Monat, die Facebook-Seite kommt auf 17.700 Fans. „Manchmal kann ich das selbst kaum fassen“, sagt Yvonne Christ. Die Idee, Rezepte im Internet zu veröffentlichen, kommt der vierfachen Mutter 2014. Die Kinder sind aus dem Haus, eine neue Beschäftigung muss her. Yvonne Christ beschließt, das zu machen, was sie am besten kann: Kochen und Backen. Nicht irgendwelche Rezepte, sondern deutsche Hausmannskost. „Mein Ziel ist es, die deutsche Kultur und ihre Traditionen zu pflegen“, sagt Yvonne Christ.

Vom Rezept für Sauerbraten bis zum Garten-Tipp

Dazu gehören nicht nur typisch deutsche Gerichte wie Sauerbraten, Königsberger Klopse oder Gerstensuppe: Auch Bastelanleitungen für Kinder, Tipps für Haushalt und Garten, Videos für Strickanfänger sowie Artikel über deutsche Bräuche veröffentlicht „The German Oma“. „Im Grunde sind es all die Dinge, die eine Oma in Deutschland macht. Sie verkörpert wie keine andere Tradition und Beständigkeit. Ich glaube, das vermissen die Amerikaner.“ 

Yvonne Christs Frankfurter Kranz, fotografiert mit Bembel und Römer-Modell.

Mittlerweile macht Yvonne Christ, die selbst vier Enkelkinder hat, nicht nur deutsche Einwanderer und Soldaten glücklich, die Sehnsucht nach Braten und Fachwerkhäusern haben. Sogar in Australien, den Niederlanden und Neuseeland hat „The Oma Way“ Fans. Um die zufriedenzustellen, investiert die Exil-Frankfurterin jede Menge Zeit: Jedes Rezept wird in der heimischen Küche nachgekocht und Schritt für Schritt beschrieben und fotografiert. Hinzu kommt die Pflege der Internetseite. „Auf Dauer schaffe ich das nicht mehr alleine“, sagt Yvonne Christ, die außerdem einen Sponsor sucht. 

Ein Angebot der Firma Vorwerk hat sie vor Kurzem ausgeschlagen. Der Konzern wollte, dass die German Oma Rezepte für den Thermomix kreiert. Doch die lehnte ab. „Ich will den Menschen zeigen, dass es Spaß macht, sich an den Herd zu stellen. Alles in ein Gerät zu schmeißen und einen Knopf zu drücken, dafür stehe ich nicht“, sagt Yvonne Christ. 

„Deutsche Küche ist einfach und gesund

Sie ist der Überzeugung, dass die deutsche Küche nicht nur einfach und lecker, sondern auch besonders ausgewogen und gesund ist. „Was früher gut war, ist es auch heute. Wir sollten uns auf das Bewährte besinnen“, sagt sie. Heimweh nach Deutschland hat die 59-Jährige selten. Nur eins vermisst sie schmerzlich: Die Yogurette. Die müssen Freunde ebenso regelmäßig nach Amerika schicken wie Nimm-Zwei-Bonbons und Katzenzungen. Ein Produkt kommt der German Oma allerdings nicht ins Haus: Brokkoli. „Wer den essen will, der muss leider auf eine andere Website gehen“, sagt sie und lacht.

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